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24.08.2009

Die Schutzhütte auf dem Albuch

Nördlingen Mancher Wanderer mag sich schon gefragt haben, wie alt wohl diese Unterkunftshütte auf dem Albuch ist und weshalb sie Otto-Rehlen-Hütte heißt. Um es vorwegzunehmen: Die Hütte ist nach dem Nördlinger Bankkaufmann und langjährigen Vorsitzenden der Ortsgruppe Nördlingen des Schwäbischen Albvereins, Otto Rehlen (1849-1939), benannt. Nördlingens Stadtarchivar Dr. Wilfried Sponsel schreibt über die Geschichte dieser Hütte auf dem Albuch.

Der Bau der Hütte: Im Jahre 1934, also fünf Jahre vor dem Tod Otto Rehlens, entschloss sich die Ortsgruppe Nördlingen des Schwäbischen Albvereins zum Bau einer Unterkunftshütte. Vom 6. September 1934 datiert ein an den Verschönerungsverein Nördlingen gerichtetes Schreiben, in dem auf dieses Vorhaben aufmerksam gemacht wird. Wörtlich heißt es darin: "Es dürfte Ihnen bekannt sein, dass der Schwäbische Albverein - Ortsgruppe Nördlingen - demnächst auf dem Albuch bei Hürnheim eine größere Unterkunftshütte errichten will. Diese Hütte wird so gebaut, dass sie zum kleineren Teil der Allgemeinheit jederzeit als offene Hütte, zum größeren Teil aber nur den Mitgliedern des Albvereins jederzeit als geschlossene Hütte zugänglich ist. Errichtet wird die Hütte zu Ehren unseres hiesigen verdienten Ortsgruppen-Vorsitzenden, des Herrn Otto Rehlen, dessen Namen sie auch erhält."

100 Mark Zuschuss vom Verschönerungsverein

Die in diesem Schreiben formulierte Bitte um eine finanzielle Unterstützung blieb nicht ohne Erfolg. Der Verschönerungsverein bewilligte in seiner Mitgliederversammlung am 14. Mai 1935 eine Unterstützung in Höhe von 100 Mark. Im Gegenzug konnten seine Vereinsmitglieder die Hütte mitbenutzen.

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Aber noch war die Hütte nicht gebaut, auch wenn der Nördlinger Stadtrat in seiner Sitzung am 27. August 1934 beschloss, das Bauholz aus den Stiftungswaldungen unentgeltlich abzugeben.

Fertigstellung im Juli 1935: Die Fertigstellung erfolgte erst Mitte des Jahres 1935. Die Rieser Nationalzeitung berichtete in ihrer Ausgabe vom 6. Juli 1935 dazu Folgendes: "Auf dem Gelände, dessen Namen durch die Schlacht bei Nördlingen in die Geschichte eingegangen ist, wurde durch den Schwäbischen Albverein eine Unterkunftshütte errichtet, die am morgigen Sonntag feierlich ihrer Bestimmung übergeben wird. Die Hütte wird den Namen des Gründers der Nördlinger Ortsgruppe des Schwäbischen Albvereins, des früheren Kaufmanns Otto Rehlen tragen, der seit der Gründung der Ortsgruppe über 40 Jahre lang ihr Vertrauensmann war. Durch diese Ehrung Otto Rehlens wird ein kleiner Dank abgestattet für die vielen Verdienste, die sich dieser Naturfreund und begeisterte Förderer des Albvereinswesens im nordöstlichsten Teil Schwabens erworben hat. Als Gemeinschaftswerk in treuer Heimatliebe erstanden, fügt sich die Hütte gut in das Landschaftsbild ein. Der Bau ist einem schon lange gehegten Bedürfnis der Wanderer dieses viel begangenen und geschichtlich bedeutsamen Geländes am Rande des geologisch interessanten Rieses entgegengekommen, denn groß ist alljährlich die Zahl der Besucher des Schlachtfeldes, die hier ihre Gedanken zurückschweifen lassen an Deutschlands unglücklichste Zeit, die Zeit des unglückseligen Religionskrieges vor 300 Jahren, von dessen Endkampf das Nördlinger Heimatspiel 'Anno 1634' packend zu uns spricht und ein Gedenkstein auf dem Gelände den fernsten Geschlechtern Kunde gibt."

Und weiter hieß es in dem Zeitungsbericht von 1935: "Die Hütte ... ist in den Ausmaßen 6 mal 3,80 Meter als Blockhütte erstellt. Ein Schlafraum bietet etwa 6 bis 8 Personen Unterkunft, auch auf dem Boden der Hütte können noch einige Wanderer Platz finden. Die Stadtverwaltung hat in entgegenkommender Weise das Holz für die Hütte unentgeltlich zur Verfügung gestellt, von den Mitgliedern wurden in uneigennütziger Weise Hilfsdienste geleistet. Das Fundament wurde von Maurermeister Lang, Ederheim, erstellt, die anderen Arbeiten von Zimmermeister Hager, Hürnheim, Baurat Heuchel, Burger, Klett in 120 Tagesschichten mit einem Gesamtkostenaufwand von rund 1200 M. geleistet ...".

Erneuerung der Hütte: Diese 1935 errichtete Hütte blieb bis Mitte der 1970er Jahre in der damals errichteten Form bestehen, bis sie 1976/77 von der Teilnehmergemeinschaft Hürnheim im Rahmen des "Flurbereinigungsverfahrens" - nach Absprache mit dem Schwäbischen Albverein - an alter Stelle neu errichtet wurde. Am 25. Juni 1977 konnte die neue Hütte eingeweiht werden.

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