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Museum

28.11.2019

Die etwas andere Krippenausstellung in Maihingen

Die Heilige Familie aus Lechkieseln ist bei der nun eröffneten Ausstellung „Szenen einer Geburt. Krippen aus vielen Ländern“ zu sehen.
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Die Heilige Familie aus Lechkieseln ist bei der nun eröffneten Ausstellung „Szenen einer Geburt. Krippen aus vielen Ländern“ zu sehen.
Bild: Szilvia Iszó

Plus In Maihingen wurde die Ausstellung „Szenen einer Geburt. Krippen aus vielen Ländern“ eröffnet. Was es dort Spannendes zu entdecken gibt.

Zunächst einmal ist es ja nicht besonders originell, wenn ein Museum zur Weihnachtszeit eine Ausstellung mit Weihnachtskrippen eröffnet. Wenn der Titel dann „Szenen einer Geburt“ heißt, könnte man schon hellhörig werden und wenn man erfährt, dass mehr als 200 Krippen- und Figurengruppen aus 250 Jahren „aus vielen Ländern“ gezeigt werden, stellt man sich entweder eine riesige Messehalle vor oder man lässt sich von den Kuratoren des Museums Kulturland Ries in Maihingen überraschen.

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Diese Überraschung ist absolut gelungen. Den Gästen im restlos gefüllten Vortragsraum erschloss sich am Mittwochabend die große Vielfalt des Themas Weihnachtskrippen zunächst noch nicht, in diesem Teil der Ausstellung waren vorwiegend Krippen aus und mit dem Medium Papier ausgestellt, dazu einige Fotos der Krippe des Klosters Maria Stern in Nördlingen. Erst beim zweiten genaueren Hinsehen wurde klar, was für (auch sehr kleine) Kunstwerke sich mittels Papier und Pappe errichten lassen. Zu sehen war eine Krippe in einer Walnussschale oder Streichholzschachtel „versteckt“, es fand sich aber auch eine „Krippe to go“.

Es gibt eine große Vielfalt an Figuren

Als es dann allerdings nach den Ansprachen hinüber ins sogenannte Brauhaus des Museums ging, zeigte sich eine erstaunliche, unglaublich bunte Welt der Krippenkunst. Die Vielfalt der Figuren, der verwendeten Materialien, der Art der Gestaltung und Interpretation des Stalles von Bethlehem lassen die Betrachter staunen, aber mehr noch lächeln und sich freuen über die Fantasie der Gestalter. Genau das macht den Reiz dieser Ausstellung aus, die das immer gleiche Sujet aus den Blickwinkeln von Künstlern aus Europa, Asien, Afrika und Südamerika gegenüberstellt.

Die etwas andere Krippenausstellung in Maihingen

Manche Arbeiten konzentrieren sich auf Maria, Josef und das Jesuskind. Manche Gruppen sind ergänzt durch den bekannten Figurenreigen Ochse, Esel, Hirten und die Weisen aus dem Morgenland. Vielfach werden auch Vertreter von Ständen oder Berufen dazugestellt, so wie beispielsweise bei der Maria-Stern-Krippe der Rieser Bauer im Kittel mit seinem Sohn. Es stehen traditionelle Arbeiten neuen Schöpfungen in spannender Weise gegenüber.

Es gibt auch Figuren im Bauhaus-Stil

Von spätbarocken Krippenfiguren geht der Weg bis zu modernen, teils ganz reduzierten Gestaltungen der Geburt Christi im Bauhaus-Stil. Neben der Fülle der unterschiedlichsten Szenen beeindruckt die Verwendung der vielen verschiedenen Materialien. Von der Schneekugel bis zu Krippen-Teig-Ausstechern, wie man sie vom Plätzchen-Backen kennt, ist alles dabei. Manches ist knallbunt, daneben sieht man dunkles Ebenholz, die Materialien reichen von klassisch geschnitztem Holz über Keramik oder Metallfolien bis zum Kunststoff. Sogar ein Butterfass oder eine Holzschublade dienen als Behausung für die heilige Familie. Und eine Bierkrippe darf in Bayern nicht fehlen.

Alles in allem eine herrlich bunte, vielfältige Ausstellung, die ein Kommen überaus lohnenswert macht. Ein umfangreiches Begleitprogramm ist bis zum 2. Februar 2020 geboten, ein Krippenweg führt durch das Brauhaus, verbunden mit einem Such- und Ratespiel, nicht nur für Kinder. Dr. Ruth Kilian, die Leiterin des Museums, zitierte zum Schluss ihrer Begrüßungsrede aus einer jesuitischen Bauanleitung von 1619, in der Kriterien für den Krippenbau explizit genannt wurden. Unter anderem muss das „Frömmigkeitsgefühl der Beschauer aufs Lebhafteste erregt werden und ein heiliger Schauer möge sie erfassen …“ Ein heiliger Schauer wird bei dieser Ausstellung wohl die wenigsten erfassen, schauen, staunen, entdecken und schmunzeln darf man aber allemal.

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