Schauspielmanufaktur

02.12.2014

Dinner for Three

Christian Buse (rechts) Matthias Heidepriem und Petra Wintersteller setzten alles dran, dem Publikum die Lachtränen in die Augen zu treiben.
Bild: aku

Silvester-Klassiker mit Vorgeschichte. Das Publikum bejubelt die Premiere

Bald wird er wieder den ganzen Silvester-Abend lang über sämtliche Sender flimmern, der Kult-Sketch „Dinner for One“ mit Freddie Frinton und May Warden aus dem Jahr 1963. Autor Volker Heymann hat dem Klassiker eine witzige Vorgeschichte verpasst und damit eine abendfüllende Theaterversion geschaffen. Die Komödie „Dinner for One – wie alles begann“ wird derzeit in der Schauspielmanufaktur im Nördlinger Rotochsenkeller gespielt und wurde bei der ausverkauften Premiere kräftig bejubelt.

Den Rahmen bildet ein Casting, bei dem der renommierte Regisseur Schlenk (Matthias Heidepriem) händeringend nach Darstellern für die Rollen von Miss Sophie und Butler James sucht. Doch zum Vorsprechen findet sich zunächst nur der tingelnde Komiker Klaus Thielmann (Christian Buse) ein – und bringt Schlenk mit seiner schauspielerischen Unfähigkeit schier zum Verzweifeln. Rettung naht, als sich die attraktive Elvira Strömer (Petra Wintersteller) vorstellt, die gezielt ihre Reize einsetzt, um die Rolle zu bekommen. Was der Regisseur nicht weiß: Elvira und Klaus waren lange als Kabarett-Duo unterwegs und waren auch privat mal ein Paar. Entsprechend angespannt und hektisch ist die Atmosphäre beim gemeinsamen Vorspielen. Doch Schlenk ist in Zeitnot, so bleibt ihm nichts anderes übrig, als das chaotische Pärchen zu engagieren ...

„Dinner for One – wie alles begann“ wurde von Nico Jilka, der auch in einer Nebenrolle als Regieassistent agiert, inszeniert. Dabei ist das Stück aufgrund der Nähe zwischen Figuren und Publikum für die heimelige Schauspielmanufaktur wie geschaffen. Dies beginnt schon bei Poltergeist Matthias Heidepriem, der als autoritärer Regisseur zunächst mitten im Zuschauerraum sitzt, seine Regieanweisungen in Richtung Bühne brüllt und von den dilettantischen Probanden von einem cholerischen Anfall in den nächsten getrieben wird. Die famose Petra Wintersteller wiederum überzeugt mit abwechslungsreichem Mienenspiel, wenn sie einerseits mit Augenaufschlag und laszivem Körpereinsatz den Regisseur zu bezirzen versucht, andererseits verbale Giftpfeile in Richtung des ungeliebten Ex-Partners schießt.

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Den Vogel jedoch schießt der unwiderstehliche Christian Buse gleich in zweifacher Hinsicht ab. Zum einen setzt er als trotteliger und tölpelhafter Möchtegern-Schauspieler sämtliche Rollenvorgaben in den Sand, egal, ob er aus dem Sophokles rezitieren oder einen Betrunkenen mimen soll. Zum anderen spielt er, als es im zweiten Teil des Stücks tatsächlich zur Aufführung von „Dinner for One“ kommt, die Rolle des Butlers grandios. Wie er schwankend mit dem Tablett um den Tisch stakst, wie er die imaginären Gäste der Lady nachspielt („Skol!“) oder wie er gefühlte zwanzigmal über den „Tigerkopf“ stolpert – das kommt dem Original sehr nahe.

„Dinner for One – wie alles begann“, das in der erweiterten Bühnenfassung letztlich zu einem „Dinner for Three“ wird, ist ein äußerst unterhaltsamer und launiger Theaterspaß, der alle Zutaten für einen gelungenen Abend bietet: eine originelle Rahmenhandlung, spritzige Dialoge, urkomische Szenen, treffsichere Pointen und ein erstklassig eingespieltes Ensemble.

Gelacht werden kann fast im Sekundentakt – eine gute Möglichkeit, zwei amüsante Stunden lang der Hektik der Vorweihnachtszeit zu entfliehen.

6./7./11./12./13./19./20./27./28./31. Dezember. Nähere Infos und Kartenreservierung unter www.schauspiel-manufaktur.de

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