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Verkehr

23.09.2018

Doch genügend Fahrgäste?

Mit zusätzlichen Haltepunkten im Nördlinger Industriegebiet im Bereich der Langenwiesen und in Hainsfarth werden nach Ansicht der Kreis-Grünen die notwendigen Fahrgastzahlen für eine Reaktivierung der Bahnstrecke von Nördlingen nach Gunzenhausen erreicht. Von links: Wolfgang Goschenhofer, Markus Ganserer, Albrecht Röttger, Eva Lettenbauer und Ursula Kneißl-Eder.
Bild: Bernd Schied

Der Kreisverband der Grünen hat ein Gutachten zur Reaktivierung der Bahnstrecke Nördlingen – Gunzenhausen in Auftrag gegeben. Erste Reaktionen zum Ergebnis.

Ein vom Grünen-Kreisverband Donau-Ries auf eigene Kosten in Auftrag gegebenes Gutachten für eine Reaktivierung der Bahnstrecke Nördlingen – Gunzenhausen geht davon aus, dass mit zwei zusätzlichen Haltepunkten im Nördlinger Industriegebiet im Bereich der Langenwiesen und in Hainsfahrt die erforderliche Zahl an Fahrgästen für eine Bestellung von Schienenverkehren auf diesem Abschnitt der Hesselbergbahn durch den Freistaat Bayern erreicht werden kann. Bei einer Veranstaltung im Jugend- und Familiengästehaus stellte der Bahnexperte der Grünen, Albrecht Röttger, die Expertise vor, die von Rainer Christmann, einem Bauingenieur aus dem württembergischen Markgröningen, angefertigt wurde. Laut Röttger würde eine „Ertüchtigung“ der Strecke mit allen technischen und baulichen Notwendigkeiten rund 2,7 Millionen Euro kosten.

Der große Vorteil des aktuellen Gutachtens gegenüber der vom Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) vorgelegten Studie aus dem Jahr 2015 wäre, dass an den Endpunkten die potenziellen Fahrgäste Anschlusszüge erreichen könnten. Der Fahrplan sei dementsprechend gestaltet. Somit ließen sich – wie bereits vor der Stilllegung Mitte der 1980er Jahre – Verbindungen vom Ries Richtung Nürnberg und Würzburg einrichten, die von Studenten und Arbeitnehmern sicherlich genutzt würden, sagte Röttger. Damit einhergehen müsse ein an den Bahnverkehr angepasstes Buskonzept. Busse würden die Schulkinder aus der Region zu den jeweiligen Haltepunkten der Bahnstrecke transportieren, um dann mit dem Zug zu den Gymnasien Oettingen oder Nördlingen zu fahren.

Der Nürnberger Landtagsabgeordnete der Grünen, Markus Ganserer, warb bei der Veranstaltung für die Reaktivierung der Bahnlinie. Die gesamte Region würde davon profitieren, meinte er. „Schienenverbindungen auf dem flachen Land sind mittlerweile ein wichtiger Standortfaktor für die Wirtschaftsunternehmen“, so der Abgeordnete. Ebenso würde der Tourismus im Nordries Impulse erhalten. Ganserer kritisierte in dem Zusammenhang die Bayerische Staatsregierung, die seiner Ansicht nach eine Reaktivierung von Schienenwegen nicht wirklich wolle.

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Einig war man sich bei der Veranstaltung, dass jetzt seitens der Kommunalpolitik Druck gemacht werde müsse. Dazu brauche es Resolutionen des Kreistages und des Nördlinger Stadtrates, betonte Grünen-Stadtrat Wolfgang Goschenhofer. In dieser Frage ist er sich einig mit seinem Stadtratskollegen Markus Hager (Stadteilliste). Gegenüber den Rieser Nachrichten erklärte Hager, er könne sich eine entsprechende gemeinsame Initiative mit der Fraktion Grüne-Frauenliste durchaus vorstellen.

Konsens herrschte an dem Abend auch in der Auffassung, dass die Bevölkerung hinter einem solchen Vorhaben stehen und dies öffentlich artikulieren müsse.

Etwas Wasser in den Wein goss Vizelandrat Reinhold Bittner (CSU). Er habe grundsätzlich nichts gegen die Wiederinbetriebnahme von Bahnlinien. Im vorliegenden Fall handle es sich aber um eine verhältnismäßig kurze Strecke mit 15 Bahnübergängen, die alle mit hohem finanziellen Aufwand zu sichern seien. Bittner bezweifelt zudem, dass Schülereltern bereit wären, ihre Kinder morgens zu Hause vom Bus abholen zu lassen, um sie dann zu den Bahnhaltepunkten bringen zu lassen. Busfahrten aus dem jeweiligen Wohnort vor die Schultore seien seiner Einschätzung nach aus Sicht der Eltern wohl die bessere Lösung. Einer Resolution im Kreistag zum jetzigen Zeitpunkt steht der Landrats-Stellvertreter skeptisch gegenüber. Zuerst müssten die Erfahrungen mit den neuen Zugverbindungen von Aalen über Nördlingen nach Augsburg und München und umgekehrt abgewartet werden. Fielen diese positiv aus, könne man auch über Anschlusszüge von Nördlingen nach Mittelfranken diskutieren.

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