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Donau-Ries
03.05.2021

Alte Apfelsorten: Was zeichnet die Goldsparmäne aus?

„Wie goldene Äpfel auf einer silbernen Schale, so ist ein rechtes Wort zur rechten Zeit.“ Dieser Bibelspruch aus Sprüche 25, Vers 11, wird durch die Goldparmäne sehr gut illustriert.
Foto: Ralf Hermann Melber

Die Goldparmäne ist aus dem Erwerbsanbau nahezu verschwunden. Das liegt an verschiedenen Faktoren.

Teil Vier unserer Serie zu alten Obstsorten beschäftigt sich mit der Goldsparmäne. Wofür der Apfel besonders gut geeignet ist.

Einige meinen, die „Königin der Renetten“ sei um das Jahr 1200 in England entstanden. Zuverlässiger dürfte die Vermutung sein, wonach sie um 1510 in der Normandie (Frankreich) ihren Anfang nahm und dann über England schließlich erst im 19. Jahrhundert in Deutschland allgemein verbreitet wurde.

Die Goldsparmäne ist ein Apfel, der beim Backen sehr geschätzt wird

In Heroldingen ist vor Jahren die damals letzte Goldparmäne auf kommunalem Grund durch einen herabbrechenden Walnussbaumast zerstört worden und in Schrattenhofen nannten ihn die Eigentümer mangels Sortenkenntnis „den Schrägen“, seit ihn ein Traktor angefahren hatte. Auch dieser Baum, dessen Früchte sehr beim Backen geschätzt wurden, steht längst nicht mehr. Bei einer Genussprobe, die zu einer ausgiebigen Mahlzeit unter einem Baum in Mauren ausartete, erfreute und überzeugte im letzten Herbst der Geschmack.

Ein Rieser Urgestein wiederum nennt seinen Baum liebevoll den „Goldamenr“ und drückt damit eine Wertschätzung aus, die über Menschengenerationen bis ins Mittelalter reicht. Die Wintergoldparmäne - wie sie auch genannt wird - stand jüngst in Nordschwaben an 15. Stelle der Ermittlung der Baumanzahl alter Apfelsorten, durchgeführt durch teilnehmende Landkreise mit dem Pomologen Hans-Thomas Bosch.

Alte Apfelsorte: Warum die Goldsparmäne fast verschwunden ist

Doch im Erwerbsanbau ist die Spitzensorte nahezu verschwunden, wie die Obstregale verraten. Auf schwach wachsenden Unterlagen mangelt es der Frucht an innerer Qualität. Schnitt und Pflege erfordern Fachkunde, um zum Beispiel der Anfälligkeit für Schaderreger zu begegnen. Der Neigung zum „Vergreisen“ begegnet man mit regelmäßiger Erneuerung des Fruchtholzes, sonst altert das Gehölz wegen seines reichen Ertrags schnell.

Es gibt jedoch genügend Beispiele im Donau-Ries, wo die Bäume trotz ihres Alters recht vital sind und einen erlesenen Ertrag bieten. Wird ein massenhafter Fruchtbehang in den Monaten vor der Ernte ausgedünnt, ist die beste Qualität zu erwarten. Gartenliebhaber, die gerne mit Pflanzen umgehen, werden mit der Goldparmäne durch einen Lagerapfel, der sich bei oder bald nach der Ernte verzehren lässt, reich belohnt. Der Baum wird ertragsbedingt nicht riesengroß, deshalb sollte sich in vielen Gärten auch heute noch ein Plätzchen für ihn finden.

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