1. Startseite
  2. Lokales (Nördlingen)
  3. Ein Volkstanz für Musiker

Konzert

09.11.2019

Ein Volkstanz für Musiker

Das Lanzinger Saitentrio spielt ausschließlich selbstkomponierte Stücke.
Bild: Annemarie Knöpfle-Faul

Das Lanzinger Saitentrio überzeugt das Publikum in Deiningen

Einen außergewöhnlichen und interessanten Kleinkunstabend hatten die Besucher des Konzerts des Lanzinger Saitentrios in Deiningen. Die drei Musiker Komalé Akakpo, Jörg Lanzinger und Hannes Mühlfriedel beherrschen Zither, Hackbrett sowie Gitarre hervorragend und entlocken den Saiteninstrumenten eine unvorstellbare Fülle an Tönen. Sie spielen ausschließlich selbstkomponierte Stücke, gehen von der Stubenmusik aus und durchmischen diese mit allerlei anderen Stilrichtungen, die sie selbst anmoderieren.

Das Lanzinger Saitentrio sagt von seinen Arrangements selbst, dass sie mit 169 Saiten durch die Welt der Musik rasen und deshalb ihrem Programm den ungewöhnlichen Titel „Welt Raum Volks Musik“ gaben. Ein Titel nennt sich „Flieder, Tee und Torte“, der an einen lauen Sommerabend erinnert, ein anderer „Schbodifei“, der IT-Probleme musikalisch schildert. Es wurde auch einfach „darauf los komponiert“ und so kam ein „Liebeslied“ heraus, das ganz deutlich das Herzklopfen hören lässt. „Grüner wird‘s nicht“, zwar Co2-neutral, traurig, aber dennoch in DUR, so die Musiker.

„Wenn’s duuschter wird“, lässt Gruselgeschichten in schaurig nebliger Umgebung hörbar werden. Selbst vor der Erfindung eines neuen Tanzes „Zwiefacher Neuschwäbischer“, der schmissig, aber auch romantisch daherkommt, machen die Musiker keinen Halt. Wenn reihum jeder Musiker sein Können auf jedem Instrument zeigt, ist es ein Volkstanz für Musiker. Ein anderes Stück ist besinnlich und nennt sich Bobinger Menuett. Wiederum sehr asiatisch ist die Improvisation des „Miseberach – ein Arminischer Tanz“, der zwar asiatische Töne erklingen lässt, aber tatsächlich auf einem Vornamen gründet.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Wenn für die Komposition kein Name einfiel, orientierte man sich an den Größen der klassischen Musik und nannte das Stück „S 11 G 3662 + – x“, da das Lied aus rund 3662 Noten besteht. Bei einem Stück wurde vermittelt, live bei einem Motorradrennen dabei zu sein und zum Abschluss wurde eine Abschiedsszene von einem Verwandtschaftsbesuch mit Grüßen an Tante Gerda und den Karre hörbar.

Neben der Spiel- und Lebensfreude, die die Musiker nicht nur bei einem südamerikanisch klingenden Stück zeigten, war das Konzert vielschichtig, virtuos, qualitativ hochwertig und durch die Musik, die Mimik und die Moderation sehr kurzweilig. Kleinkunst auf höchstem Niveau. (pm)

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren