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Musik

09.01.2019

Ein Weihnachtskonzert im Januar

Die Musiker der „Nördlinger Stadtjazzerey“ spielten „Rudolph, the red-nosed reindeer“ oder „Frosty The Snowman“ – aber auf ihre Weise. Sie streuten auch ein paar deutsche Weihnachtslieder in ihr Programm ein.
Bild: Rudi Scherer

Die „Nördlinger Stadtjazzerey“ überzeugt mit einem „Christmas Concert“ Anfang des neuen Jahres. Was an dem Abend in der Alten Schranne in Nördlingen geboten war

Ein Weihnachtskonzert im Januar? Das klingt ungewöhnlich, ist aber eine Idee der „Nördlinger Stadtjazzerey“. Mit ihrem „Christmas Concert“ wollten die Musiker laut Rudi Scherer, Pressesprecher der Stadt Nördlingen, an die Weihnachtszeit erinnern, die für viele bis zum Drei-Königs-Tag andauert. Ebenso außergewöhnlich war auch das ausgewählte Programm der Musiker.

„Santa Claus“ mit dem roten Mantel, meint Bandleader Bernhard Hock, sei eine Erfindung von Coca-Cola und gilt als eine Figur, die in den USA für Weihnachten nicht nur musikalisch eine wichtige Rolle spielt. Und so ist es nicht verwunderlich, dass auch die Jazzer sich der in diesem Zusammenhang auch in Deutschland einschlägig bekannten Lieder auf ihre Weise annahmen. Ob „Rudolph, the red-nosed reindeer“ oder „Frosty The Snowman“ und „Santa Claus is coming to town“ oder „Jingle Bells“ oder „White Christmas“, sie alle haben, wenn auch nicht in den deutschen Wohnzimmern, so doch in der Kaufhauswerbung und in den Fernsehsendungen Einzug gehalten.

Diese Lieder haben natürlich weniger in der Klassik ihren Platz, mit ihnen befassen sich eher die Jazzer und Popmusiker, also auch die Musiker der „Jazzerey“, die mit einem Augenzwinkern ein paar deutsche Weihnachtslieder in ihr Weihnachtsprogramm einstreuten. „Maria durch ein Dornwald ging“ und vor allem der „Andachtsjodler“ aus Tirol sind in einem Jazz-Outfit möglicherweise für die Liebhaber deutscher Weihnachtslieder eine gewisse Anfechtung, lieferten den Jazzmusikern in ihrem „Christmas-Jazz“ in der Nördlinger Alten Schranne aber Gelegenheit, ihre Improvisationskünste zu beweisen.

Die dafür eingerichteten Arrangements boten für jeden Musiker tolle Soli, in einer gewissen Dominanz der Saxofonisten Peter Hoenke-Eisenbarth und Thomas Seitz. Letzterer griff auch gelegentlich zur Klarinette. Der Posaunist Hermann Häring überzeugte mit Slides und Karl-Heinz Reisacher zeigte ein tolles Gitarrensolo. Die Verehrung für Louis Armstrong drückte sich in den Gesangseinlagen Bernhard Hocks aus, der auch das jazzige Vielerlei locker moderierte. Dazu wurden jahreszeitlich passende Lieder gemixt, wie „Autumn Leaves“, „Winter Wonderland“ und den Schneefall vor den Fenstern kommentierend: „Let it snow!“

Und alles auf der Basis einer routinierten Rhythmusgruppe mit Kurt Moll am Piano, Thomas Pichl am E-Bass und Schlagzeuger Josef Lutz. Weitere Poptitel, die Stimmung machten, waren „Mary’s Boy Child“, Amazing Graze“ und „Gabriellas Song“, – der Soundtrack zum Film „Wie im Himmel“ – alle mit Jazz-Motiven bearbeitet. Diese Christmas-Mixtur gefiel dem Publikum offensichtlich so sehr, dass es Zugaben herausforderte. Die Begeisterung des gut besuchten Schrannensaals gestaltete sich somit als ein großer Erfolg für die „Stadtjazzerey“.

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