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Radweg

18.10.2019

Eine Unterführung für Radler?

Viele Rieser nutzen den Radweg zwischen Nördlingen und Wallerstein - besonders bei guten Wetter - täglich. Auch wenn die Radlerinnen auf diesem Bild freie Fahrt hatten, zwingt die Überquerung viele Radfahrer zum Anhalten. Einer der Gründe, warum die Gemeinde für eine Unterführung des Weges ist.
Bild: Sophia Huber

Plus Was sich die Wallersteiner für den Kreisel bei Ehringen wünschen, halten die Nördlinger für nicht notwendig. Was das Projekt kosten würde.

Es ist ein schon länger gehegter Wunsch der Wallersteiner und der Ehringer: eine Radunterführung am Kreisverkehr an der B25 von Ehringen Richtung Baldingen. Bereits im Zuge der Bauarbeiten für die Umgehungsstraße vor fünf Jahren wollten die Wallersteiner an dieser Stelle eine Unterführung für Radfahrer, betont Bürgermeister Joseph Mayer.

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Vergangene Woche gab es dann Hoffnung: Ortstermin am Ehringer Kreisel mit dem Stadtbauamt sowie der Unfallkommission, vertreten durch Ordnungsamtsleiter Jürgen Landgraf und dem Polizeibeauftragten Markus Bettinger. „Für unsere Gemeinde der Anlass, das Thema anzugehen“, sagt Mayer. Fazit des Termins von Seiten der Stadt Nördlingen und der Unfallkommission: Der Radübergang stelle kein Sicherheitsdefizit dar und eine Unterführung sei nicht notwendig.

Auch für Autofahrer eine Entlastung

Allerdings wäre der Bund bereit, eine Radunterführung zu zahlen, zumal der Wunsch der Gemeinde schon seit Jahren bestehe. Es wurden einige Argumente für eine Radunterführung am Mittwochabend in der Wallersteiner Gemeinderatssitzung zusammengetragen: Man könnte als Radfahrer geradeaus weiterfahren, ohne möglicherweise absteigen zu müssen, und auch für Autofahrer wäre es eine Entlastung, wenn man im Kreisverkehr nicht auf überquerende Radler achten müsse. Zudem sei die aktuelle Überquerungshilfe für Radfahrer auch nicht sonderlich groß. Vor allem für Dorfbewohner, die oft in die Stadt fahren müssen, wäre eine Entlastung am Kreisverkehr angenehm.

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Die Argument von seiten des Bauamts und der zuständigen Unfallkommission beim Ortstermin waren allerdings eher ernüchternd. Die Polizei in Nördlingen kann zur Frequenz des Verkehrs am Kreisel keine genauen Aussagen machen. „Fest steht, dass es im vergangenen Jahr keinen Unfall an dieser Stelle mit Beteiligung eines Radfahrers gab“, so Polizeichef Walter Beck. „Es haben sich drei durch Autos verursachte Auffahrunfälle ereignet.“ Deswegen sieht die Polizei keine zwingende Notwendigkeit zum Bau einer Unterführung für Radler. Durch die Ausfahrt des Kreisverkehrs entstehe eine Unterbrechung des Radweges, bei der die Autofahrer das Vorrecht bei der Ausfahrt aus dem Kreisel haben. Sollte Querverkehr kommen, müssen Radfahrer absteigen oder warten.

Kein Argument für den Bürgermeister

„Man kann nicht sagen, wir bauen keine Unterführung, weil bis jetzt nichts passiert ist. Die Bundesstraße ist stark befahren und es kann jederzeit zu einem Unfall kommen“, sagt Mayer. „Viele fahren täglich nach Nördlingen und würden sich natürlich – egal ob als Rad- oder Autofahrer – wünschen, dass es die Entlastung gibt.“ Gerade in den Sommermonaten würden viele Gemeindemitglieder den Radweg an der Bundesstraße nutzen, um in die Stadt zu kommen.

Die Stimmen im Wallersteiner Gemeinderat bezüglich einer Unterführung sind durchweg positiv: Man solle das Angebot vom Bund nutzen, es wäre in jedem Fall eine Verbesserung für die Verkehrslage am Kreisel. Um eine Unterführung in Form eines Tunnels zu errichten, müsse man allerdings den Aufwand beachten. „Da entlang des Radweges ein Bach fließt, müsste man diesen verlegen und einen Entwässerungsgraben bauen“, erklärt Stefan Greineder vom Staatlichen Bauamt. Man könnte auch eine Brücke als Überführungsmöglichkeit in Betracht ziehen, die allerdings nicht in das Landschaftsbild passen würde. „Billig wär das Projekt auf jeden Fall nicht. Grob geschätzt so im Zwei-Millionen-Bereich“, sagt Greineder. Auch Bürgermeister Mayer rechnet mit einem siebenstelligen Betrag, den der Staat zahlen müsste.

Das Staatliche Bauamt steht neutral zu den Wünschen Wallersteins. Eventuell soll in den nächsten Jahren die Asphaltierung des Kreisels erneuert werden, meint Greineder. Dies könnte der geeignete Anlass für den Bau einer Unterführung sein.

Der Wunsch der Gemeinden ist allen beteiligten Gremien bekannt, konkret geplant ist nach dem Ortstermin aber nichts. Auch Joseph Mayer muss eingestehen: „Wir sind auseinander gegangen mit der Einsicht, dass es kein Sicherheitsdefizit gibt.“

Den Kommentar von Robert Milde lesen Sie hier: Radunterführung: Kein Grund für eine Ablehnung

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