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Nördlingen

16.08.2020

Fahnen-Parade im strömenden Regen in Nördlingen

Trotz des Regens waren einige Besucher zur Vernissage an der Baldinger Mauer gekommen: Die Aktion „Fahnenkunst – Kunst an der Fahne“ wurde von Nördlingens OB David Wittner initiiert.
Bild: Peter Urban

Plus Freiluft-Vernissage der Aktion Fahnenkunst an der Baldinger Mauer in Nördlingen. Das können Besucher dort ab jetzt sehen.

Fünfzehn Künstler hatten drei Tage lang bei brütender Hitze auf dem Nördlinger Marktplatz gewerkelt, um im Rahmen der Aktion der Stadt „Fahnenkunst –Kunst an der Fahne“, die von Oberbürgermeister David Wittner initiiert worden war, ihr kreatives Können zu zeigen. Die Präsentation der Werke an der Baldinger Mauer vor dem ehemaligen Ankergelände fand dann bei teilweise strömendem Regen statt. Doch das konnte weder die gute Stimmung der zahlreich anwesenden Gäste noch der Veranstaltung an sich etwas anhaben.

Gut beschirmt eröffnete David Wittner mit einer kleinen Ansprache die Ausstellung und nach und nach wurde jede der individuell gestalteten Fahnen vor den Augen der Anwesenden ausgerollt. Von rechts nach links, in alphabetischer Reihenfolge der Künstler-Namen, wurden die Ergebnisse der schweißtreibenden letzten Tage präsentiert. Jede und jeder der anwesenden Gestalterinnen und Gestalter gab ein Statement zu ihrer/seiner künstlerischen Intension ab und so folgte das Publikum den auf der Galerie stationierten Bauhofmitarbeitern, welche die zunächst verdeckten Kunstwerke aus ihrer Verankerung lösten. Wolfgang Balzer, Oskar Bernhard, Bernd Fischer, Heiner Frank, Angelika Hahn-Gericke, Veronika Jehl-Hampp, Wolf Kamlah, Anna Maria Moll, Wolfgang Mussgnug, Bernd Salfner, Wolfram Sandner, Roland Schulz, Otto Troll, Else Wimmer und Sebastian Wolf haben damit eine tolle, jederzeit begeh- und bestaunbare Open-Air-Galerie geschaffen, die weit mehr als das Motto der Aktion ist, nämlich gerade in Zeiten von Corona ein Zeichen zu setzen und die „Schaffenskraft der vielfältigen Kunst- und Kulturlandschaft unserer Stadt unter Beweis zu stellen“, meinte der Oberbürgermeister. Farbenfroh, originell, berührend, eindrucksvoll und oft auch mit versteckten Anspielungen steht jede der Fahnen als beredter Ausdruck der vielfältigen Kunstszene Nördlingens.

Wohl fast 200 Meter lang ist diese Pop-up-Galerie, die noch einige Wochen rund um die Uhr geöffnet sein wird, bevor die Fahnen dort abgehängt und anschließend auf die regulären Fahnenmasten der Stadt verteilt werden. Rudi Scherer, der mit Theresa Traber die gesamte administrative Organisation übernommen hat, wies darauf hin, dass für alle Interessierten eine kleine Broschüre bei der Tourist-Information zu erhalten ist, die alle Werke, alle Künstler, deren Persönlichkeit und ihre jeweiligen Statements zusammenfasst. Der Qualität der entstandenen Arbeiten hätte freilich ein etwas aufwendigeres Handout durchaus entsprochen. Auf der anderen Seite soll man sich die Nördlinger Fahnenkunst ja besser im Original ansehen, die einen Spaziergang an der Mauer entlang jederzeit zu einem veritablen Augenschmaus werden lässt. Nicht nur Kunstliebhaber kommen auf ihre optischen Kosten, jeder Besucher wird sicher „seine/ihre“ Fahne finden, die der jeweiligen Sichtweise entspricht. Eine wunderbare Aktion, für die allen Beteiligten ein großes Dankeschön gebührt.

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