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Fasching

05.03.2019

Faschingsumzug Megesheim: Deftige Kritik am Landratsamt

Mehrere Wagen der Faschingsfreunde Megesheim beschäftigten sich mit dem Sicherheitskonzept, das der Verein erfüllen muss. Auch Landrat Stefan Rößle wurde mit den Wagen kritisiert.
Bild: Josef Heckl

Plus In Megesheim machen die Wagenbauer ihrem Ärger über die neuen Sicherheitsvorschriften Luft. Wie es jetzt mit dem Gaudiwurm im Nordries weitergeht.

Zwei blaue Särge liegen auf dem Faschingswagen, beschriftet mit den Worten „Gaudiwurm“ und „Fasching“. Auch Grabsteine mit Inschriften wie „Tradition“ sind darauf zu sehen – und ein Gebäude, das mit Blitzen umrankt und von aufgemalter Glut erleuchtet wird: das Landratsamt. Darin ist eine Faschingsnärrin zu sehen, die sich an Gitterstäbe klammert, aber auch eine Karikatur von Landrat Stefan Rößle mit einem Baseballschläger. Darauf: Paragrafenzeichen.

Es gab noch weitere Bauten, die beim Gaudiwurm in Megesheimdie Sicherheitsbestimmungen für die Faschingsumzüge kritisierten. Bereits in der Vergangenheit galt für die Verantwortlichen der Umzugswagen ein striktes Alkoholverbot, zudem mussten sie beispielsweise Feuerlöscher dabei haben. Blumen und Süßigkeiten durften nur zur Seite und möglichst in Richtung der Hauswände geworfen werden. Neu war aber in diesem Jahr, dass die Vereine zudem ein Sicherheitskonzept erstellen mussten.

Trotz strengen Auflagen wurde beim Umzug in Megesheim gefeiert.
56 Bilder
10.000 Besucher beim Megesheimer Fasching
Bild: Josef Heckl

Der Vorsitzende der Faschingsfreunde Megesheim, Thomas Aust, sagte: „Wir mussten uns auf verschiedene Szenarien vorbereiten. Was passiert, wenn ein Haus anfängt zu brennen?“ Auch Fluchtwege mussten ausgeschildert werden. Daneben musste der Verein für ausreichend Sicherheitsvorkehrungen sorgen, Sicherheitsdienste liefen Patrouille und kontrollierten, ob Jugendliche Alkohol konsumierten. Auch neue Gefährte mussten die Vereine bauen, damit die die Kontrolle des TÜVs überstehen. So mussten Wagen, auf denen Personen stehen sollten, zwei Achsen haben, sagt Aust.

Faschingsumzug Megesheim: Deftige Kritik am Landratsamt

Externer Sachverständiger sollte den Vereinen helfen

Um die Faschingsvereine zu unterstützen, organisierte das Landratsamt einen externen Sachverständigen. Der sollte den Vereinen beim Erstellen der Sicherheitskonzepte helfen. So auch in Megesheim: „Wir waren als Laien von den Informationen ganz erschlagen“, erzählt Aust. Die Kosten für die Beratung übernahm das Landratsamt – die für die Erstellung des eigentlichen Konzeptes aber nicht. Aust sagt: Zum einen hätte der Verein sehr viel Geld investieren müssen, zum anderen wäre das Konzept sehr umfangreich geworden. So habe der Berater dem Verein auch empfohlen, einen möglichen Flugzeugabsturz in das Sicherheitskonzept aufzunehmen. Der Verein biss in den sauren Apfel und erarbeitete das Konzept für seinen Umzug selbst.

Auf Anfrage unserer Zeitung nimmt das Landratsamt Donau-Ries Stellung zur Kritik der Wagenbauer: „So was muss man aushalten! Für den Landrat steht im Vordergrund, dass Gott sei Dank alle Umzüge ohne größere Zwischenfälle abgelaufen sind.“ Zudem sei die Erstellung von Sicherheitskonzepten eine rechtliche Bestimmung, die auch im Landkreis umgesetzt werden müsse. Dabei sei eine Liste mit verschiedenen Szenarien abzuarbeiten, zu denen auch ein möglicher Flugzeugabsturz gehöre. Doch solch unwahrscheinliche Szenarien müssten nicht bearbeitet werden. Dies sei dem Faschingsverein Megesheim auch so mitgeteilt worden. Bürgermeister Karl Kolb sagt: „Natürlich muss so etwas gemacht werden. Aber das kostet viel Zeit und Geld. Ich bin sehr froh, dass die Faschingsfreunde das machen, denn das ist ein einzigartiger Umzug im Ries.“

Thomas Aust ist zuversichtlich, dass die Faschingsfreunde auch in Zukunft den Gaudiwurm stemmen können: „Wir kämpfen für unseren Fasching, und ich denke, dass es den Umzug weiterhin geben wird.“ Für das nächste Sicherheitskonzept habe er auch schon eine Idee, meint er schmunzelnd: „Vielleicht schreiben wir noch einen Meteoritenabsturz rein.“

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