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Nördlingen

28.12.2020

Für Tiere das schönste Silvester ihres Lebens

Für viele Hunde ist Feuerwerk an Silvester eine Belastung.
Bild: Monique Wüstenhagen, dpa (Symbolbild)

Plus Böller sind für Tiere eine Belastung. Haustierhalter freuen sich deshalb auf den wohl ruhigen Jahreswechsel ohne Feuerwerk an Silvester.

Die Corona-Pandemie stellt viele Gewohnheiten auf den Kopf. Um die Krankenhäuser zu entlasten und Brandverletzungen zu vermeiden, ist der Verkauf von Feuerwerkskörpern in Supermärkten heuer verboten. Damit hat sich zugleich die alljährliche Diskussion erübrigt, ob die Silvestertradition noch zeitgemäß ist. Und der Jahreswechsel dürfte 2020 bedeutend ruhiger werden als sonst. Die Diskussionen der vergangenen Jahre haben gezeigt: Einigen wird der Start ins neue Jahr ohne Böller und Raketen wenig schmecken. Der Tierwelt hingegen könnte es gar nicht ruhig genug sein.

Schon der Geruch verunsichere viele Tiere, sagt Claudia Ganzenmüller. Sie betreibt eine Hundeschule im Möttinger Ortsteil Balgheim. Die Explosionen lösten bei vielen Tieren Todesangst aus. „Sie können die Geräusche nicht zuordnen und verfallen in Panik“, sagt Ganzenmüller. An den Tagen um Silvester führe sie ihre Hunde daher beim Gassigehen immer an der Leine. „Man kann sich nie sicher sein, wie sie reagieren, wenn jemand böllert“, sagt sie. Die Zahl der Tiere, die an Silvester in Panik geraten und ausreißen, sei auffällig hoch.

Nördlinger Tierheim freut sich auf ein ruhiges Silvester mit wenig Böller

Davon berichtet auch Manuela Kaußen. Die Chefin des Nördlinger Tierheims klingt geradezu euphorisch, wenn sie an die Umstände an Silvester denkt. „Dass es wahrscheinlich kein großes Feuerwerk gibt, ist für uns wirklich super dieses Jahr“, sagt sie. Silvester sei für die Tiere normalerweise eine besondere Belastung – und auch für das Personal des Tierheims. Denn in der Einrichtung wird an dem Tag normal gearbeitet – zehn bis 15 Rettungseinsätze kämen jährlich noch hinzu, um ausgebüchste Tiere einzufangen, berichtet die Leiterin. In einigen Fällen komme es auch vor, dass die Tiere verletzt seien, etwa weil sie in Panik auf die Straße gerannt und dort von einem Auto angefahren worden seien.

Allerdings: Ein generelles Böllerverbot gibt es nicht, wer noch Feuerwerk zu Hause hat, darf das etwa auf seinem Grundstück abbrennen. Ob zudem einige Rieser trotz Verbotes auf der Straße und anderen öffentlichen Plätzen böllern oder illegale Feuerwerkskörper gekauft haben, lässt sich nicht vorhersagen. Nördlingens Polizeichef Walter Beck berichtet, über Weihnachten seien die Menschen überwiegend „sehr vernünftig“ gewesen. Womöglich werde dies an Silvester genau so sein.

Wie Tierhalter ihren Haustieren ein angenehmes Silvester ermöglichen können

Auch wenn der Jahreswechsel 2020 demnach ruhiger werden dürfte als gewohnt, wird das Nördlinger Tierheim dennoch einen Notdienst für die Nacht bereitstellen, der anders als in anderen Nächten regelmäßig nach den Tieren sehen wird, wie Leiterin Kaußen ankündigt. Es sei besonders wichtig, dass die Halter ihre Tiere registrieren, um sie schnell zurückbringen zu können, falls sie weglaufen.

Wer seinen Hunden den Umgang mit den Böllern an Silvester erleichtern möchte, solle dazu am besten bereits Monate vorher beginnen, sie auf Lärm zu trainieren, sagt Hundetrainerin Ganzenmüller. An Silvester könne man kurzfristig nur noch versuchen, die Tiere in einem ruhigen Raum etwa mit Musik oder einem Kauknochen vom Feuerwerkslärm abzulenken. „Doch das hilft nur bei Tieren, die sich davon ohnehin wenig stressen lassen“, sagt sie. Haltern von schreckhaften Tieren empfiehlt Ganzenmüller an Silvester eine aufwendigere Lösung: vom Tierarzt beraten lassen – und den Tieren unter Umständen ein Beruhigungsmittel verabreichen lassen, sodass sie vom Silvesterkrach kaum etwas mitbekommen. Denn dass es gegen Mitternacht ganz ruhig bleiben wird, wagen nicht einmal Tierfreunde zu hoffen.

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