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  3. Gülle-Prozess: Was hinter den Freispruch-Forderungen im Birkhausener Gülle-Prozess steckt

Gülle-Prozess
18.05.2020

Was hinter den Freispruch-Forderungen im Birkhausener Gülle-Prozess steckt

Die Ermittlungsakten sind beim Verfahren vor dem Augsburger Landgericht umfangreich.
Foto: Ulrich Wagner

Plus Der 55-jährige Angeklagte beteuert weiter seine Unschuld und sagt in eine Fernsehkamera: „Ich habe mit dem Tod meiner Frau nichts zu tun.“ Auf welche Argumente sich die Verteidiger stützen.

„Ich bin unschuldig“, sagte der Angeklagte vor dem 26. Verhandlungstag in eine Fernsehkamera, und: „Ich habe mit dem Tod meiner Frau nichts zu tun, es war ein Unfall.“ Keine Frage, dass seine drei Verteidiger am Freitag ebenso plädierten (wir berichteten): Freispruch für den 55-Jährigen anstatt 13 Jahren und sechs Monaten Haft wegen Totschlags, wie sie die Staatsanwaltschaft gefordert hatte. Freispruch wegen Fehlen eines Tötungsvorsatzes, wegen fehlenden Zeitfensters für ein Verbrechen, wegen einer Spurenlage, die klar für einen Unfall spreche.

Der angeklagte 55-jährige Landwirt muss sich seit Oktober 2019 vor dem Augsburger Landgericht verantworten, weil er im September 2018 in Birkhausen seine Ehefrau (51) an der Güllegrube auf dem heimischen Hof umgebracht haben soll. Er selbst weist diese Vorwürfe von Anfang an zurück. Sehr emotional stellte Pflichtverteidigerin Martina Sulzberger in ihrem Teil des Plädoyers dar, dass es kein Zeitfenster für eine Tötung durch den Ehemann an seiner Frau gebe – anders als dies die Staatsanwaltschaft sieht. Sulzberger brachte via Präsentation auf einer Zeitachse die Aussagen von sechs Zeugen in Einklang. Dabei kam sie zu dem Ergebnis, dass der Angeklagte nach der letzten Güllefahrt erst gegen 11.14 Uhr auf den Hof zurückgekommen war – und bereits um 11.17 Uhr den Notruf gewählt hatte, weil er seine Frau leblos am Boden liegend aufgefunden habe. Sulzberger: „Es gab kein Zeitfenster (für ein Verbrechen, Anm. der Redaktion).“ Die Anwältin stellte auch klar, dass die 51-Jährige laut Zeugenaussagen alle Jahre in die Güllegrube gestiegen sei, um diese „winterfest“ zu machen, es also keinesfalls so sei, dass sie diese nie betreten habe.

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