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Megesheim

11.01.2020

Helmut A. Binser: Hüttenbrand wird zum Dorffest

Binser mit Harmonika: In Megesheim hat der Musik-Kabarettist sein neues Programm gezeigt.
Bild: Toni Kutscherauer

Der Musik-Kabarettist präsentiert sein neues Programm in Megesheim. Wieder geht es um die alltäglichen Katastrophen.

Seit seinem umjubelten Auftritt beim Starkbieranstich 2013 ist er in Megesheim regelmäßiger Gast und eine Art kleinkünstlerische Institution, der Musik-Kabarettist Helmut A. Binser. Wieder einmal ist der Oberpfälzer der Einladung der Kraterkultur Megesheim gefolgt, um sein brandneues Programm in der mit rund 300 Zuschauern voll besetzten Turnhalle vorzustellen.

Auch die mittlerweile fünfte Bühnenshow ist in bewährter Binser-Manier gestrickt. Dabei wechseln sich humorvolle Geschichten mit satirischen Liedern ab, zu denen sich der Rundinger auf Gitarre und steirischer Harmonika begleitet. Im obligaten Outfit betritt „der Binser“ das Podest: schwarz sind T-Shirt, Jeans und Hut, knallrot die Schuhe. Munter plaudert er sofort drauf los: über den unerfüllten Berufswunsch Zahnarzt, die Leiden der „Sechzga-Fans“, den chinesischen Wirt „Kim Schenk Ei“ und das „Touristen-Frühwarnsystem“ am Stammtisch. So herrscht innerhalb kürzester Zeit ausgelassene Stimmung in der Halle, die bis zum Ende des Abends anhält.

Die Lieder sind teils richtige Zungenbrecher („Des is ja wia, alkoholfrei’s Bier“) und teils Mitmach- und Schunkellieder („Misthaufa“). Seine stärksten Momente hat der Kleinkünstler, wenn er in seinen Geschichten – natürlich in unverwechselbarer Oberpfälzer Mundart – die alltäglichen Katastrophen verarbeitet. Etwa wenn ihn die Ehefrau erwischt, wenn er nachts einen Geschenkkorb „komplett leerfrisst“, oder wenn aus dem einfachen Abbrennen einer Holzhütte ein regelrechtes Dorffest wird – Feueralarm und Hubschrauber-Einsatz inklusive.

Helmut A. Binser: Hüttenbrand wird zum Dorffest

Der Gaudibursch aus der Oberpfalz demonstriert einmal mehr, wie gutes, leichtfüßiges Musik-Kabarett funktioniert: witzig und hintersinnig, frech und augenzwinkernd. Und er zeigt auch, dass sich Dialekt und Sprachgewandtheit, gepaart mit treffsicherem Humor, keinesfalls ausschließen. Das ist vielleicht inhaltlich nicht tiefgründig und schon gar nicht politisch, aber höchst unterhaltsam und trotzdem fernab von plattem Klamauk.

Mangelnde Bordverpflegung beim Amerika-Flug

Auch im zweiten Teil zündet Helmut A. Binser noch einmal ein Feuerwerk an schrägem Liedgut und hanebüchenen Geschichten. So gerät ein Amerika-Flug aufgrund mangelnder Bordverpflegung zum „Rauchfleisch-Massaker“, im Lied „Manchmoi bist da Baum, manchmoi bist da Hund“ schwingt urbayerischer Fatalismus mit, ehe die Defizite der modernen Zeiten besungen werden („an Rausch auf’m Oktoberfest, den gibt’s ned digital“).

Der Oberpfälzer Wirtshaus-Barde und das Ries, diese Verbindung passt einfach: Der Kleinkünstler fühlt sich hier sichtbar wohl („Ich bin ein Megesheimer“) und wird vom Publikum geliebt. Der Binser wiederum bedankt sich gleich mit mehreren Zugaben. Von „Mei Nachbar is’ a Depp“ über „Man muass oft bloß a bisserl warten“ bis hin zum lautstark geforderten „Valentinstag“ packt er nochmal die besten Lieder vergangener Programme aus und wird dafür zum Abschied ausgiebig gefeiert.

Die nächste Veranstaltung des Vereins Kraterkultur findet im März in Megesheim statt. Der Kartenvorverkauf für den diesjährigen Rieser Starkbieranstich in der Megesheimer Turnhalle (21. bis 22. März) hat bereits begonnen. Tickets gibt es bei den Rieser Nachrichten sowie an den üblichen Vorverkaufsstellen.

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