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Sommer

19.06.2019

Hochsaison auf dem Nördlinger Erdbeerfeld

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Manche Stammkunden kommen täglich vorbei und pflücken dort Früchte. Auf dem Gelände gibt es in diesem Jahr sogar einen tierischen Untermieter

Ursula Saarstedt steckt mitten in der Arbeit. Sie teilt leere Erdbeer-Körbchen aus oder wiegt mitgebrachte Behältnisse vor, mit denen die Kunden sofort aufs Feld ausschwärmen und zu pflücken beginnen. „Je größer die Schüssel oder der Eimer, desto weiter schicke ich sie nach hinten“, sagt Saarstedt.

Seit mittlerweile sechs Jahren arbeitet die Wallersteinerin am Nördlinger Erdbeerfeld unweit des Rieser Sportparks. Sie freut sich drauf, denn sie trifft dort viele Leute. Die meisten sind freundlich und gut aufgelegt, sie bringen ihre Kinder mit und genießen die Pflückerei. Bis zu 1000 Kunden zählt die Mitarbeiterin des Spargel- und Erdbeerhofes Appel aus Rain, der in der weiteren Umgebung einige Felder betreibt. Im Ries allerdings nur dieses eine bei Nördlingen.

Die Saison dauert etwas mehr als sechs Wochen und in dieser Zeit kommen meist Stammkunden, manche sogar jeden Tag. Ein Pärchen pflückt sich sogar nur eine kleine Schale, „für Erdbeerquark“, das reicht, weil „morgen kommen wir ja wieder“. Vor allem Marmelade und Erdbeerkuchen (oder „Eis mit Erdbeeren und Eierlikör“, so eine Kundin) wird aus den gesammelten Schätzen gemacht, einige wollen die Früchte auch einfrieren. Nicht wenige Kinder haben nach dem Pflücken deutliche Spuren „der Arbeit“ um den Mund herum und allen scheint die Plackerei („Ins Kreuz kriegt man’s schon“) Spaß zu machen. So auch Regina Ressler, die mit ihren Kindern Alicia und Victoria gekommen ist, sogar die Tante haben sie mitgenommen. Auch Simone Amerdinger ist mit ihren drei Kindern da. Auf die Frage, ob die Erdbeerpflanzen bei so viel Betrieb mit dem Wachsen überhaupt nachkommen, schmunzelt Ursula Saarstedt nur. „Da sind so viele dran an den Stöcken, das reicht leicht, vor allem bei diesem Wetter, wenn es immer wieder mal regnet.“

Vergangenes Jahr, bei dem heißen Frühjahr, habe man nur knapp drei Wochen ernten können, „danach war alles vertrocknet“. Deshalb setzt man in dieser Saison auf Bewässerung. Jede der drei riesigen Parzellen wird nachts vier Stunden „unter Wasser gesetzt, wir haben extra einen Nachtdienst, der das für uns erledigt. Wenn der morgens geht, beginnt mein Dienst,“ sagt sie. „Dieses Jahr haben wir sogar Untermieter auf dem Gelände“, sie zeigt auf eine abgesteckte Parzelle, „ein Vogelnest, da brütet eine Goldammer, sechs Eier haben wir gezählt und da nehmen wir natürlich Rücksicht“. Spricht’s und hat dann keine Zeit mehr, so groß ist der Andrang zum Wiegen, zum Schlüssel oder Taschen verwahren (gehört zum Service) und natürlich Kassieren. „Nur die wenigsten Kunden beschweren sich über den Preis“, sagt Ursula Saarstedt, „und wenn sie wüssten, wie viel Aufwand hinter alldem steckt, würden sie das wohl auch eher lassen.“

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