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Erneuerbare Energien

07.03.2019

In Forheim sollen drei Windräder gebaut werden

Auf einem Waldstück zwischen Kösingen und Schweindorf sollen drei Windräder gebaut werden. Der Gemeinderat Forheim hat einen entsprechenden Aufstellungsbeschluss einstimmig verabschiedet.
Bild: Szilvia Izsó

Plus Der Gemeinderat hat sich für einen Windpark entschieden. Warum es trotzdem noch nicht sicher ist, ob das Projekt realisiert werden kann.

Trotz des Widerstandes aus den umliegenden Orten sollen auf einem Waldstück auf der Gemarkung Forheim drei Windräder entstehen. Bürgermeister Werner Thum sagte im Gespräch mit unserer Zeitung, dass der Gemeinderat einen entsprechenden Aufstellungsbeschluss einstimmig verabschiedet habe. Es sei nun ein Büro mit der Ausarbeitung eines Bebauungsplanes beauftragt worden. Zudem müsse der Flächennutzungsplan geändert werden, damit Windräder aufgestellt werden dürfen.

Wie berichtet, kommt aus den Neresheimer Ortsteilen Schweindorf und Kösingen Kritik. Der Grund sind unterschiedliche Abstandsregelungen: In Bayern dürfen Windräder nur gebaut werden, wenn der Abstand von der Wohnbebauung zum Windrad das Zehnfache der geplanten Höhe des Windrades beträgt. In Baden-Württemberg ist dagegen lediglich ein Abstand von 750 Metern zur Wohnbebauung vorgeschrieben. Die drei geplanten Windräder wären Bürgermeister Thum zufolge von Kösingen und Schweindorf weiter weg als der vorgeschriebene Mindestabstand.

Muss für Neresheim die gleiche Regelung wie in Bayern gelten?

Den betroffenen Bürgern ist das zu wenig: Bei der Einwohnerversammlung in Schweindorf im Januar sagte Neresheims Bürgermeister Thomas Häfele, dass die Windräder auf bayerischem Gebiet stünden und deshalb auch bayerisches Recht gelten müsse. Gegenüber unserer Zeitung sagte Häfele gestern, er habe in dieser Angelegenheit beim Gemeindetag Baden-Württemberg nachgefragt und die Rückmeldung erhalten, dass beim Abstand zu den Neresheimer Ortsteilen die gleiche Regelung wie in Bayern gelten müsste.

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Forheims Bürgermeister sieht das anders: Er sagt, ein Abstand von 750 Metern zu den Orten in Baden-Württemberg reiche aus. Da die Meinungen bei diesem Thema so unterschiedlich sind, glaubt Häfele, dass der Fall wahrscheinlich nur auf rechtlichem Weg gelöst werden könne. Es gebe zudem keinen ähnlichen Präzedenzfall. Sobald Forheim den Bebauungsplan beschlossen habe und dieser ausliege, werde Neresheim außerdem seine Bedenken zum Bauvorhaben erneut äußern.

Die Fläche gehört dem Haus Wallerstein

Auch in Forheim sehen einige Bürger das Bauvorhaben kritisch. Forstwirtschaftsmeister Walter Wolfinger schätzt, dass der überwiegende Teil der Gemeinde eher gegen den Bau der Windräder ist. „Ich finde es fraglich, dass dafür Wald gerodet werden muss“, sagt er. Es sei außerdem schade, dass sich der Gemeinderat nicht solidarisch mit Neresheim zeige.

Bürgermeister Thum zufolge sollen die Windräder 2022/23 in Betrieb gehen. Die Fläche zwischen Kösingen und Schweindorf, auf denen die Windräder gebaut werden könnten, gehören jedoch dem Haus Oettingen-Wallerstein. Dr. Christian Wippermann, der das Unternehmen zusammen mit dem geschäftsführenden Eigentümer, Carl-Eugen Erbprinz zu Oettingen-Wallerstein führt, sagte, dass vonseiten des Hauses Wallerstein noch nicht entschieden sei, ob und wann Windräder auf dem Gelände gebaut werden.

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