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Nördlingen

20.11.2019

Jobcenter in Nördlingen schließt nach 15 Jahren

Das Jobcenter in Nördlingen gibt es nur noch bis Mitte März. Dann wird die Dienststelle geschlossen.

Die Dienststelle hat nur noch bis Mitte März geöffnet. Was das für die betroffenen Kunden bedeutet.

Im Landkreis nimmt die Zahl der Hartz-IV-Bezieher ab. Diese eigentlich erfreuliche Tendenz führt nun zur Schließung des Jobcenters in Nördlingen. Geschäftsführerin Ingrid Eicher erklärt, dass die Dienststelle ab Mitte März mit der in Donauwörth zusammengelegt und am dortigen Standort weitergeführt wird.

Das Nördlinger Jobcenter gibt es seit 2005. Es sei eines der kleinsten der rund 400 Jobcenter in Deutschland, so Eicher. Es sei für Menschen zuständig, die keinen Anspruch auf Leistungen der Arbeitslosenversicherung haben oder bei denen die Geldleistung nicht hoch genug sei. Die Einrichtung hat zwei Aufgaben, erklärt die Geschäftsführerin: Zum einen soll sie den Lebenserhalt der Menschen sicherstellen. Zum anderen soll es helfen, die Betroffenen wieder zurück in die Erwerbstätigkeit zu bringen.

Gerade der letzte Punkt sei momentan schwierig, sagt Eicher. Der Grund: In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Menschen, die Hartz IV beziehen, erwerbsfähig und arbeitslos sind, gesunken. Im Juli hat das Jobcenter rund 1900 Menschen betreut. Nicht alle davon sind jedoch als arbeitslos gezählt, erklärt Eicher. Dazu zählen zum Beispiel Kinder oder Menschen, die eine Beschäftigung haben, deren Lohn aber sehr gering ist. Rund 440 Menschen im Landkreis versuchen die Jobcenter Donauwörth und Nördlingen momentan Arbeit zu vermitteln. Zum Vergleich: Im Januar 2007 waren es noch 1276 Betroffene, im Januar 2011 768 Menschen.

Jobcenter in Nördlingen schließt nach 15 Jahren

Durch die gesunkene Zahl an Kunden, habe es in Nördlingen auch weniger Mitarbeiter gegeben

Das Problem sei nicht, dass es keine Arbeit gibt, so Eicher. Die Menschen, die vom Jobcenter betreut werden und eine Beschäftigung suchen, hätten jedoch oftmals mit sogenannten Hemmnissen zu kämpfen. Das können gesundheitliche Probleme sein, Suchtprobleme oder die zeitlichen Möglichkeiten, weshalb bestimmte Jobs wegfallen.

Da die Kundenzahl ein „Allzeittief“ erreicht habe, sei auch die Zahl der Mitarbeiter immer weiter gesunken, sagt Eicher. Für die Jobcenter gebe es unter anderem bestimmte Betreuungsschlüssel, die festlegen, wie viele Kunden auf einen Vermittler kommen. Für Leistungssachbearbeiter gebe es ebenfalls bestimmte Maßstäbe. Durch die Senkung der Mitarbeiterzahlen habe sie stellenweise große Probleme gehabt, den Betrieb an beiden Dienststellen aufrecht zu erhalten, sagt Eicher. Die Arbeiten seien sehr spezialisiert, weshalb Arbeitsvermittler und Leistungssachbearbeiter sich zum Beispiel nicht gegenseitig vertreten können. Ein weiteres Problem sei der nicht behindertengerichte Zugang und die Sicherheit. Wenn in Nördlingen im Eingangsbereich etwas passiere, bekommen das die Mitarbeiter im hinteren Bereich nicht mit, so die Geschäftsführerin. In Donauwörth gebe es seit einiger Zeit als Präventivmaßnahme einen Sicherheitsdienst.

37 Menschen arbeiten an beiden Jobcentern im Landkreis. Fünf davon sind in Nördlingen beschäftigt. Vier werden im März nach Donauwörth wechseln, eine Mitarbeiterin geht in den Ruhestand, sagt Eicher. Kunden des Nördlinger Jobcenters müssen ab 17. März nach Donauwörth fahren. Ihr sei bewusst, dass das für einige eine Herausforderung sei, so Eicher. Zusätzliche Kosten würden jedoch nicht entstehen. Das Jobcenter übernehme die Fahrtkosten.

In begründeten Einzelfällen seien zudem weiterhin Termine in Nördlingen möglich. Dafür habe das Jobcenter einen Raum bei der Arbeitsagentur angemietet.

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