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Handwerk

06.10.2019

Junge Frau beendet die Schreinerlehre als Prüfungsbeste

Die Schreiner-Innungen Donau-Ries und Dillingen haben ihre Auszubildenden freigesprochen. Prüfungsbeste war Dorit Pflüger vom Ausbildungsbetrieb Hartmuth in Dillingen.
Bild: Ronald Hummel

Auf der Donauries-Ausstellung werden die Auszubildenden freigesprochen. Eine Alerheimerin wird für eine Vitrine ausgezeichnet.

Bei der Freisprechungsfeier der Schreiner-Innungen Donau-Ries und Dillingen haben 21 von 22 jungen Schreinern nach der Lehre ihren Gesellenbrief erhalten. Drei von ihnen waren Frauen, eine stach gleich doppelt hervor: Dorit Pflüger vom Ausbildungsbetrieb Hartmuth in Dillingen war die Prüfungsbeste. Darüber hinaus gewann sie mit ihrem Gesellenstück einen Preis im Wettbewerb „Die gute Form“.

Erwin Gufler, Obermeister der Schreiner-Innung Donau-Ries, begrüßte zur Feier in der Schreiner-Halle auf der Donauries-Ausstellung. Gesellen und Facharbeiter seien ein wichtiger Bestandteil der Wirtschaft. Gufler appellierte an den Nachwuchs, das Handwerk mit seinen individuellen Produkten und der dauerhaften Qualität gegenüber industrieller und global gesteuerter Massenfertigung hochzuhalten. Wolfgang Winter, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Dillingen-Nördlingen, der auch für die Sparkasse Donauwörth sprach, begrüßte es, dass die jungen Gesellen dem Trend zur Akademisierung widerstanden hätten. Sparkassen vergäben heute noch zwei Drittel aller Handwerkskredite. Dem Handwerk falle eine hoch aktuelle Rolle zu, denn es trage die Umsetzung von Maßnahmen gegen den Klimawandel entscheidend mit; schon allein durch die Verarbeitung eines nachwachsenden Rohstoffs.

Landrat Stefan Rößle, in der „Meister-Eder-ähnlichen“ Schreinerei seines Vaters aufgewachsen, fuhr mit den zeitgemäßen Vorteilen des Handwerks fort: Werden Industrie-Betriebe beliebig ins Ausland verlegt, wenn es mehr Profit bringe, sei ein Handwerksbetrieb fest mit Heimat und sozialem Umfeld verwurzelt. Wegrationalisierung durch Digitalisierung brauche ein Schreiner nicht zu befürchten: „Kein Roboter kann Sie ersetzen.“ Schließlich sei es eine sinnstiftende Tätigkeit, man sehe am Ende des Tages, was man geschaffen habe.

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Die Gesellenstücke wurden auf einer Leinwand gezeigt

Kreishandwerksmeister Werner Luther nahm die Freisprechung vor, entband die Gesellen von ihren bisherigen Pflichten und endete mit dem alten Spruch: „Gott schütze das ehrbare Handwerk!“ Stefan Stricker, Obermeister der Schreiner-Innung Dillingen, vergab die Urkunden. Parallel dazu wurden die Gesellenstücke auf einer Leinwand gezeigt, außerdem waren sie in der Halle zu bewundern. Der Mitvorsitzende im Prüfungsausschuss, Peter Laube aus Donauwörth, ehrte die Prüfungsbeste Dorit Pflüger.

Sie kam auch gleich beim nächsten Programmpunkt zu Ehren: Pflüger gewann den dritten Preis beim Wettbewerb „Die gute Form“, gesponsert von den Sparkassen Dillingen-Nördlingen und Donauwörth, dessen Gewinner vorgestellt wurden von Lehrlingswart Fritz Funk und Modedesignerin Uschi Rothgang, Obermeisterin der Schneiderinnung Augsburg und Nordschwaben. Pflüger hatte einen Tisch in schlichter Form, aber teils komplizierter Verarbeitung angefertigt.

Rainer gewinnt mit besonderer Hausbar

Den zweiten Preis gewann Sara Bräunling aus dem Alerheimer Ausbildungsbetrieb Herrmann mit einer Vitrine, die durch eine Kontur bestach, die aus einer einzigen fortlaufenden, verwinkelten Rahmenleiste bestand.

Den ersten Preis gewann Lukas Grebel aus dem Ausbildungsbetrieb Maierhofen in Rain mit einer Hausbar; er hatte dafür an modernen Architekturformen Anlehnung genommen, indem er drei Holzquader ineinander verschachtelte.

Unseren Bericht von der Halle der Schreiner auf der Donauries-Ausstellung finden Sie hier: Viel Holz in der Halle S

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