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Kommentar: Varta wird zum „Eurocopter“ Nördlingens

Philipp Wehrmann
Kommentar Von Philipp Wehrmann
30.06.2020

Plus Varta bringt Arbeitsplätze und Steuern im Ries. Es bringt aber auch mit sich, dass die Stadt stark mit dem Schicksal des Unternehmens verbunden ist, schreibt Philipp Wehrmann in seinem Kommentar.

Wenn „Eurocopter“ einen Schnupfen hat, hat die Region eine Erkältung, sagt man über den größten Arbeitgeber Donauwörths und des Kreises Donau-Ries, der mittlerweile Airbus Helicopters heißt. Die Nördlinger Wirtschaft war lange – wenn auch leistungsfähig und krisenfest – wesentlich kleinteiliger strukturiert.

Vor acht Jahren hat der Ellwanger Konzern Varta ein Projekt am Nördlinger Technologie Centrum Westbayern (TCW) mit 35 Mitarbeitern gegründet. Bald schon wächst die Belegschaft im Ries auf „deutlich über 1000“. Mittlerweile dürfte das Unternehmen einen enormen finanziellen Beitrag zur Stadt leisten – der genaue Betrag fällt unter das Steuergeheimnis. Neben der Gewerbesteuer, die sich nach der Wertschöpfung vor Ort richtet, fließt auch ein Teil der Einkommenssteuer in die Kasse der Kommune. Manch anderem Unternehmer bereitet es Probleme, dass der Batteriekonzern Fachkräfte abwirbt – das deutet auf ein hohes Lohnniveau, was über diesen Weg der Stadt zugutekommt.

Finanzierung des Nördlinger Hallenbads wäre schwierig ohne Varta

Es bringt aber auch mit sich, dass die Stadt stark mit dem Schicksal eines einzelnen Unternehmens verbunden ist. Wie schwierig wäre es für Nördlingen, während der Corona-Krise ein neues Hallenbad zu finanzieren, würde der größte Arbeitgeber der Stadt nicht trotz aller Widrigkeiten boomen? Wie schwierig wird es erst, sollte das einmal nicht mehr der Fall sein? Bislang zumindest ist immerhin nicht absehbar, dass sich das Wachstum des Batteriestandorts verlangsamt.

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