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Nördlingen

16.02.2021

Kommt die Sauna am neuen Hallenbad in Nördlingen?

Soll es im neuen Nördlinger Hallenbad eine Sauna geben oder nicht? Eine Fraktion im Stadtrat sieht dieses Projekt kritisch und will es auf den Prüfstand stellen.

Plus Für das Nördlinger Hallenbad läuft aktuell ein Architektenwettbewerb. Angesichts der klammen Finanzlage der Stadt will eine Fraktion die Sauna auf den Prüfstand stellen. Für andere steht das auf gar keinen Fall zur Debatte.

Abwarten heißt es derzeit in Nördlingen, wenn es um das Hallenbad geht. Denn noch immer läuft der Architekturwettbewerb für das Großprojekt, die Entwürfe der Büros liegen noch nicht vor. Aus gut unterrichteten Quellen heißt es, dass die Architekten später liefern als geplant – Corona geschuldet. Und schon bevor klar wird, wie das neue Bad aussehen könnte und vor allem was es kosten wird, verschärfen sich hinter den Kulissen die Fronten. Es geht um die Sauna.

Die hatte Rudi Koukol (Grüne/Frauenliste) in der vergangenen Woche in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses infrage gestellt (wir berichteten). Und auch Maximiliane Böckh (CSU) hatte in diesem Zusammenhang ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Sauna lediglich eine Option sei – und damit ein „ungelegtes Ei“. Worauf Böckh angespielt hat: Der Stadtrat hat im vergangenen Sommer beschlossen, dass es in Sachen Hallenbad ein Grundmodul geben wird. Darin enthalten sind Kasse, Kiosk, Umkleiden, sanitäre Anlagen, ein Schwimm-, ein Lehr- und ein Kinderbecken sowie Nebenräume und eine einfache Rutsche. Nach aktuellem Stand steht fest: Dieses Grundmodul soll gebaut werden. Darüber hinaus gibt es weitere Module, über die der Stadtrat noch entscheiden wird, eines davon ist die Sauna. Die Kosten für deren Bau wurden zuletzt auf rund 3,7 Millionen Euro geschätzt. Doch damit nicht genug: Die Stadt wird voraussichtlich jedes Jahr für den Betrieb dieser Sauna – genauso wie für den des Hallenbades – draufzahlen.

30.000 Besucher wären nötig, damit die Sauna am neuen Hallenbad in Nördlingen ein Plus macht

Wie viel, ist aktuell noch nicht ganz klar, eben weil erst eine Kostenschätzung und keine Kostenberechnung für den Bau vorliegt. Darüber hinaus weiß selbstverständlich derzeit auch niemand, wie viele Besucher in die Sauna gehen werden. Gut informierte Quellen verweisen auf ein Gutachten, dass der Stadtverwaltung vorliegt. Demzufolge gibt es im Umkreis lediglich 12.000 potenzielle Besucher für die Sauna – 30.000 wären aber nötig, damit die ein Plus macht.

Steffen Höhn, Fraktionsvorsitzender der CSU, sagt: „Für uns ist es wichtig, die echten Kosten zu kennen.“ Priorität habe das Bad, auf Stufe zwei stehe die Sauna. Die könne man auch in drei bis fünf Jahren noch bauen, je nachdem, wie es die finanzielle Lage zulasse. Nur beim Bad stehe die Stadt unter Druck – die Förderung des Bundes gilt nur für einen bestimmten Zeitraum, das Bad muss 2023 fertig sein. Ganz streichen will Höhn die Sauna nicht: „Die gehört zum Bad.“

Stadtteilliste und PWG: Sauna und Hallenbad gemeinsam bauen, ist günstiger

Dagegen meint der Fraktionsvorsitzende der Stadtteilliste, Thomas Mittring: Hallenbad und Sauna gemeinsam zu bauen, sei günstiger, als noch ein paar Jahre zu warten. Zwar sei der Haushalt 2021 auf Kante genäht, Mittring geht aber davon aus, dass sich die Lage wieder beruhigen werde. Auch Alexander Deffner (PWG) fordert, die Sauna sofort zu realisieren: „Wir gehen sogar einen Schritt weiter und sagen: Sie ist ein Muss.“ Zumal deren Bau auch in Zukunft nicht billiger werde. Für die Akzeptanz des Bades in der Bevölkerung sei die Sauna „unerlässlich“, meint Deffner. Das sieht Gabriele Fograscher, SPD-Fraktionsvorsitzende, ähnlich: „Die lockt einfach mehr Besucher an.“ Die Sauna mache sicher kein Plus, doch das Defizit des Bades könne mit ihr geringer ausfallen.

Wolfgang Goschenhofer bleibt dagegen dabei: Die Sauna müsse auf den Prüfstand. Die sei zwar eine tolle Sache, aber aktuell sieht der Fraktionsvorsitzende von Grünen/Frauenliste keinen finanziellen Spielraum, sie zu bauen. Alle Befürworter sollten erklären, wie die Sauna finanziert werden könne, fordert er.

Oberbürgermeister David Wittner äußert sich zurückhaltend. Das Thema sei schon „rauf und runter diskutiert“ worden, es gebe einen klaren Stadtratsbeschluss, jetzt müsse man auf die neuen Erkenntnisse – sprich die Ergebnisse des Architekturwettbewerbs – warten. Und danach werde man schauen, wie es weiter gehe.

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