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Verkehr

26.06.2019

Künftig drei Verkehrsteilnehmer auf diesem Weg?

Radler, die in Richtung stadtauswärts unterwegs sind, müssen den Geh- und Radweg unter der Wemdinger Unterführung benutzen. Künftig könnten noch die Fahrer der E-Scooter dazu kommen. Die sind seit Mitte Juni in Deutschland zugelassen.
Bild: Bachmann

Plus Nicht nur Radler und Fußgänger müssen sich in Nördlingen Wege teilen, jetzt kommen auch noch die E-Scooter dazu. An welcher Stelle in Nördlingen ein neuer Kreisel entstehen könnte.

Einer für zwei: In Nördlingen müssen sich Radfahrer und Fußgänger immer wieder einen Weg teilen. Bald könnte auch noch ein dritter Verkehrsteilnehmer dazukommen. Denn die sogenannten E-Scooter sind seit Mitte Juni in Deutschland zugelassen. Eine Entwicklung, die mancher Fußgänger in Nördlingen mit Sorge beobachte, schreibt Walter Uhrmeister in einer E-Mail an die Rieser Nachrichten.

Er verweist im Besonderen auf die Wemdinger Unterführung, genauer gesagt auf den Gehweg neben der Fahrbahn in Richtung stadtauswärts: „Das abschüssige Gelände, der relativ breite Gehweg und oft das E-Bike verführen manche zur flotten Fahrt, die öfters Fußgänger verängstigt, vor allem, da sie manchmal von vorne und von hinten in die Zange genommen werden. Falls zusätzlich noch Elektroroller auf dem Weg verkehren, wird das Gefahrenpotenzial auf jeden Fall noch höher.“ Uhrmeister schlägt einen Mittelstreifen und damit eine Markierung des Radweges vor. „Außerdem sollte möglichst nur eine Fahrtrichtung für Radfahrer und E-Scooter möglich sein. Diese Meinung teilen viele von mir befragte Bürger des Wemdinger Viertels, die sich durch eine solche Maßnahme besser geschützt fühlen. Ich hoffe nicht, dass die Stadtverwaltung die ersten Unfälle abwarten will, sondern die preiswerte Verbesserung der Fußgängersicherheit baldmöglichst angeht.“

Oberbürgermeister Hermann Faul meint, der Geh- und Radweg der Wemdinger Unterführung sei ausreichend breit. Es fehle an der gegenseitigen Rücksichtnahme, dies sei grundsätzlich ein großes Manko. Wie berichtet, wird derzeit ein Radwegekonzept für die Stadt Nördlingen erarbeitet. Faul sagt, der Trend gehe dazu, dass die Radler auf der Straße fahren müssten. So soll es zum Beispiel künftig am Reimlinger Tor sein. Bislang mussten Fahrradfahrer mit Ziel Innenstadt den kleinen Durchlass neben dem großen Tor nutzen. Künftig sollen sie just durch dieses auf der Fahrbahn fahren. Auch für den Weg entlang der Kerschensteiner Straße wurden die Regeln geändert, sagt der Oberbürgermeister. Bislang durften die Radler auf der Seite, die von der Christian-Ewig-Straße zur Wemdinger Straße führt, den Gehweg in beiden Richtungen nutzen. Nun gilt: nur noch in Fahrtrichtung. Die entsprechenden Schilder seien bereits aufgestellt worden, so der Oberbürgermeister.

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Abzweigung Ulmer Straße/Nähermemminger Weg: Immer wieder Unfälle

Immer wieder kommt es in Nördlingen an der Abzweigung von der Ulmer Straße in Richtung Nähermemminger Weg zu Unfällen. Derzeit diskutiere man darüber, ob man dort probehalber einen Kreisverkehr einrichten solle, sagt Faul: „Das könnte heuer noch umgesetzt werden“ – mit minimalem Aufwand. Die Radfahrer müssten diesen Kreisel ebenfalls nutzen. Bislang, so Faul, habe er in Nördlingen nur einen E-Scooter gesehen. Die Fahrzeuge seien nicht ungefährlich, zumal mit ihnen Geschwindigkeiten gefahren werden könnten, die nicht beherrscht werden. Ähnlich äußert sich der stellvertretende Dienststellenleiter der Polizei Nördlingen, Robert Schmitt: „Ich sehe die Elektro-Tretroller grundsätzlich mit Sorge.“ So bestehe keine Helmpflicht für die Fahrer, die Roller würden durchaus 20 Stundenkilometer schnell und: „Es bleibt eine wackelige Sache.“ Zumal die E-Scooter-Fahrer auch aufgrund ihrer kleineren Silhouette eher übersehen werden als Radler.

Zum Geh- und Radweg der Wemdinger Unterführung sagt auch Schmitt, dass der breit genug sei. Wer in Richtung stadtauswärts fahre, der müsse den Geh- und Radweg benutzen. Wer in der Gegenrichtung radle, der könne auswählen: Fahrbahn oder Geh- und Radweg.

RN-Redaktionsleiterin Martina Bachmann meint: Lieber aufs Fahrrad statt ins Auto. Ihren Kommentar lesen Sie hier: Auf Nördlingens Straßen radeln

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