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Kunst

23.09.2019

Kunst zwischen Salatkopf und Schnippelküche

Werke von Otto Troll im CAP-Markt. Das Bild zeigt (von links) Stefan Heilbronner, Otto Troll und Erich Geike.
Bild: Peter Urban

Kurzausstellung mit Werken von Otto Troll im CAP-Markt

30 Besucher hatte CAP-Markt-Leiter Jürgen Maier erhofft, weit mehr als das Doppelte an Besuchern sind zur Vernissage mit Werken des Nördlinger Künstlers Otto Troll ins Foyer des Marktes am Ziegelhof gekommen. Stefan Heilbronner, Geschäftsführer der Roko GmbH, begrüßte zahlreiche Freunde, Förderer und Nachbarn zur inoffiziellen Zwölf-Jahres-Feier des CAP-Marktes Nördlingen.

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Er hob hervor, dass dieser Markt weit mehr sei als ein Inklusions-Projekt, es sei ein inzwischen weithin bekannter Ort der Kommunikation. Vor allem sei er „ein Gegenentwurf zum seelenlosen Supermarkt am Stadtrand“, wie Erich Geike, sein Vorgänger im Amt, bei seiner Laudatio auf den Künstler betonte. Geike ließ noch einmal kurz die Entstehung des CAP-Marktes Revue passieren und erinnerte daran, dass aus diesem Ort der Kommunikation (und des täglichen Einkaufs) im Laufe der vergangenen Jahre auch ein Ort der Kulinarik (er meinte das Fest zum Zehnjährigen mit Sternekoch Joachim Kaiser und Volker Westermann), ein Ort der Musik (Konzerte mit der Stadt-Jazzerey), der Literatur (Lyrik-Lesung mit Erich Pfefferlen) und eben der Kunst (auch Otto Troll hatte 2012 schon einmal ausgestellt) geworden sei. Den Ort der Entschleunigung müsse er, meinte Erich Geike, nicht gesondert erwähnen, das könne jeder Besucher, der schon einmal dort gewesen sei, täglich neu als Einkaufserlebnis genießen: „Ist Ihnen schon einmal vorgekommen, dass sich jemand beim Warten an der Kasse beschwert hätte?“.

Zurück zur Kunst. Bereits zum zweiten Mal präsentierte Otto Troll einen Ausschnitt seiner Arbeiten. Ihn fasziniere an diesem ungewöhnlichen Ambiente, meinte Otto Troll, dass sich „seine Köpfe mit den Salatköpfen auseinanderzusetzen“ hätten, dass er im CAP-Markt ein ganz anderes Publikum erreichen würde, als in gewohnten Galerie-Umgebungen. Er hatte seine Werke extra für diese Ausstellung nach Themen zusammengestellt. Eine Gruppe zeigt starke Frauen, eine andere Köpfe, die er Ratsherren bzw. Senatoren nannte. Zu diesen hatte er eine klare politische Botschaft: „Neue, kluge, andersdenkende Köpfe braucht das Land, um Wege aus den großen Krisen unserer Zeit finden zu können“.

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Er will aber nicht nur aufrütteln, eine Skulptur zeigt auch eine „harmonische Begegnung“ zwischen Rot und Blau, wobei sich im spontanen Dialog mit dem Publikum herausstellte, dass er hier keine aktuellen politischen Farben gemeint habe.

So verlief die Vernissage der Kurzausstellung genauso entspannt. Ein Dialog ohne Konventionen, ohne den überhöhten Blick des Künstlers aus dem Elfenbeinturm heraus. Sondern die Auseinandersetzung mit dem Alltag, im wahrsten Wortsinn auf dem kurzen Weg zwischen Salatköpfen und Schnippelküche. Auch eine Idee, ein Jubiläum zu begehen, die Besucher an diesem Abend haben es sichtlich genossen.

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