1. Startseite
  2. Lokales (Nördlingen)
  3. Mehrere Rippenbrüche durch Fußtritte

Justiz

18.03.2019

Mehrere Rippenbrüche durch Fußtritte

Vor dem Amtsgericht Nördlingen musste sich ein Mann wegen Körperverletzung verantworten.
Bild: Alexander Kaya (Symbolbild)

Plus Ein Nördlinger versucht mit einem Trick an die Handynummer eines Mädchens zu kommen. Ein unbeteiligter Passant will helfen – und wird angegriffen.

Mit einer Auseinandersetzung und Rippenbrüchen endete ein Ausflug zu einem Fußballspiel für zwei Männer. Gestern musste sich deshalb ein 20-Jähriger vor dem Amtsgericht Nördlingen verantworten.

Das war passiert: Im Herbst vergangenen Jahres gingen drei junge Männer aus Nördlingen in Augsburg von einem Fußballspiel des FC Augsburg im Strom der anderen Zuschauer aus dem Stadion. Einer von ihnen, damals 20 Jahre alt, sprach ein Mädchen mit einer speziellen Masche an: Er bat sie kurz um ihr Handy, damit er seine Mutter anrufen könne – so kam er an ihre Telefonnummer.

Dem Mädchen war das sichtlich unangenehm, sodass ein bislang unbeteiligter Passant sie ansprach, ob alles in Ordnung sei. Kurz darauf stieß ihn der 20-Jährige nieder und trat mit dem Fuß so heftig auf den am Boden Liegenden ein, dass dieser sich zwei Rippen brach und ins Krankenhaus eingeliefert werden musste.

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

Der Angeklagte gesteht vor Gericht

In der Verhandlung unter Vorsitz von Richter Andreas Krug fuhr der Anwalt des Angeklagten eine einfache Strategie: Er ließ seinerseits gar nicht erst Entlastungszeugen laden, sondern klärte in einem Rechtsgespräch mit Richter und Staatsanwalt, mit welchem Strafmaß bei einem vollumfänglichen Geständnis denn zu rechnen wäre. Eine Bewährungsstrafe nach Jugendstrafrecht zwischen sechs und zehn Monaten wurde ihm signalisiert. Daraufhin beriet sich der Anwalt kurz mit seinem Mandanten und dessen Eltern, der Angeklagte gestand und wurde zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten auf Bewährung verurteilt.

Als Auflage verhängte Richter Krug ein Anti-Aggressionstraining. Grund: Erst Ende letzten Jahres hatte der junge Mann in Nördlingen zwei Schwestern in einer Disco beleidigt und eine mit der Faust ins Gesicht geschlagen und war dafür zu einer Geldstrafe mit einer Schmerzensgeldzahlung als Auflage verurteilt worden.

Richter Krug erkannte durch die Parallelen der Fälle „schädliche Neigungen“, sprich eine Veranlagung.

Therapie ist "kein Zuckerschlecken"

Mit der Anti-Aggressions-Therapie müsse der Angeklagte unbedingt lernen, seine Aggressivität zu kanalisieren, so der Richter. „In einem Streit zu heftig zu reagieren und jemanden zu Boden zu stoßen, ist eine Sache“, so Andreas Krug. „Aber dann noch mit dem Fuß auf ihn einzutreten und die Unterlegenheit des Opfers auszunutzen ist eine schwere Straftat“, sagte er.

Mit der Bewährungsstrafe schwebe jetzt ein Damoklesschwert über ihm – bei künftigen Straftaten käme das Erwachsenenrecht mit deutlich härterem Strafmaß zum Zuge. Und wenn der Angeklagte bei der Therapie, die laut Krug durchaus „kein Zuckerschlecken“ sei, unentschuldigt fern bleibe, werde die Bewährung widerrufen. Das bedeute unausweichlich Gefängnis, so der Richter.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren