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16.07.2010

Mixa hat sich seinen Ruhesitz schon angeschaut

Ein herrschaftliches Anwesen: das Kloster der Franziskanerinnen in Fünfstetten. Dort wird wohl der frühere Eichstätter und Augsburger Bischof Walter Mixa einziehen. Rechts ist der Mittelbau zu sehen, links das historische Schloss. Foto: Schneid
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Ein herrschaftliches Anwesen: das Kloster der Franziskanerinnen in Fünfstetten. Dort wird wohl der frühere Eichstätter und Augsburger Bischof Walter Mixa einziehen. Rechts ist der Mittelbau zu sehen, links das historische Schloss. Foto: Schneid
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Fünfstetten Seit Jahren wird es im Kloster der Franziskanerinnen in Fünfstetten immer ruhiger. Viele Zimmer in dem Altenheim für die Schwestern werden nicht mehr gebraucht, das historische Schloss ist sogar völlig verwaist. Bald wird dort wohl aber ein äußerst prominenter Kirchenvertreter wohnen. Die Verantwortlichen der Diözese Augsburg haben in Absprache mit dem Bischof von Eichstätt den Komplex als Altersruhesitz für Bischof Walter Mixa auserkoren. Noch ist offiziell nicht sicher, ob der 69-Jährige, der nach heftigen Turbulenzen als Bischof von Augsburg abgetreten ist, auch tatsächlich in das Fünfstettener Schloss einziehen wird. Einiges deutet jedoch inzwischen darauf hin.

Für den örtlichen Pfarrer Wolfgang Woppmann steht es fest, dass Mixa nach Nordschwaben kommt: "Nach meinen Informationen ist das schon sicher." Wie die RN erfuhren, hat sich der emeritierte Bischof in seiner neuen Heimat bereits blicken lassen. Am späten Mittwochnachmittag stattete er den Schwestern von Maria Stern einen Blitzbesuch ab und schaute sich kurz die Räumlichkeiten an.

Von denen gibt es in dem Komplex, in dem einst mehr als 60 Franziskanerinnen lebten, genügend. In dem als Altenheim genutzten Flügel aus den 1970er Jahren sind derzeit gerade noch 13 Schwestern untergebracht. Im Mittelteil lebt nur Kaplan Rainer Herteis. Das eigentliche Schloss ist gänzlich verwaist. Die Räume wären für den Bischof durchaus geeignet, so Pfarrer Woppmann. So gebe es beispielsweise einen Bereich, in dem früher Ehrengäste untergebracht gewesen seien. In einem Kloster spreche man vom "Bischofszimmer". Bevor jemand einzöge, wären gewisse Sanierungsarbeiten nötig, schildert der Geistliche.

Der bekam am vorigen Sonntag einen ersten Hinweis, dass Walter Mixa ein Fünfstettener werden könnte. Am Montagabend rief dann Gregor Maria Hanke, Oberhirte des Bistums Eichstätt - zu diesem gehört Fünfstetten - persönlich bei Woppmann an und teilte mit, dass die Angelegenheit konkret werde. Woppmann bekam den Auftrag, sich in den kirchlichen Gremien (Pfarrgemeinderat, Kirchenverwaltung) sowie bei "angesehenen Leuten" im Ort diskret umzuhören, wie sie Mixa aufnehmen würden. Ergebnis: "Die meisten Leute hier sind ihm sehr wohlgesonnen."

Mixa hat sich seinen Ruhesitz schon angeschaut

In guter Erinnerung

Die Katholiken in der Kommune hätten Mixa aus seiner Zeit als Eichstätter Bischof in guter Erinnerung. Damals besuchte der Oberhirte die Kirchengemeinde mehrfach. Beispielsweise weihte er den neuen Altar in der Fünfstettener Pfarrkirche.

"Wir haben nichts dagegen, wenn er kommt", fasst Woppmann die Stimmung zusammen. Der Klerus im Dekanat Wemding sei gegenüber Mixa "überwiegend neutral oder wohlwollend eingestellt", so der Pfarrer. Dieser würde Mixa "herzlich willkommen heißen", wie er selbst sagt. Kurios: Erst vor einigen Wochen sah sich der Priester, den Mixa vor sechs Jahren in Eichstätt zum Priester weihte, zu einem Dementi der besonderen Art genötigt. Er sei nicht der Sohn von Walter Mixa, tat der gebürtige Regensburger kund, nachdem in der Gemeinde und darüber hinaus vor Pfingsten entsprechende Gerüchte aufgekommen waren (wir berichteten).

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