Newsticker

Seehofer will Grenzkontrollen zu anderen EU-Staaten Mitte Juni aufheben
  1. Startseite
  2. Lokales (Nördlingen)
  3. Montessori: Was hinter dem italienischen Namen steckt

Für die kleinen Leser

07.10.2019

Montessori: Was hinter dem italienischen Namen steckt

Im Montessori-Kinderhaus in Nördlingen hat Paula Print sportliche Kinder getroffen. Bewegung drinnen und draußen gehört zum festen Programm im Montessori-Kinderhaus. Paula Print weiß jetzt auch, was der Name bedeutet.
Bild: Christina Zuber

Seit zehn Jahren gibt es in Nördlingen ein Montessori-Kinderhaus. Unsere Zeitungsente war dort zu Besuch und hat erfahren, was hinter dem Namen und dem Konzept steckt

„MON-TES-SO-RI.“ Unsere Zeitungsente Paula Print steht vor der Tür des quaderförmigen Hauses in der Bürgermeister-Reiger-Straße in Nördlingen und liest, was an der Hauswand steht. Montessori? Das hört sich irgendwie italienisch an, überlegt Paula. Vielleicht sprechen dort alle Kinder italienisch oder es gibt immer Pizza und Nudeln? Doch schon geht die Türe auf und Margriet Deixler, die Leiterin des Montessori-Kinderhauses in Nördlingen, heißt Paula herzlich willkommen.

Die Ente watschelt durch den Gang, an den Garderobenplätzen und der Krippengruppe vorbei, weiter zum Raum der Löwengruppe. „Eigentlich ein ganz normaler Kindergarten“, denkt sich Paula und fragt: „Was bedeutet Montessori, Frau Deixler?“ Die Kinderhausleiterin erklärt: Maria Montessori hat vor über 100 Jahren ihr erstes Kinderhaus in Rom geleitet. Sie war Ärztin und hat einen besonderen Plan entwickelt, wie Kinder und Jugendliche begleitet und unterrichtet werden. „100 Jahre ist das her?“, fragt Paula. Noch heute werde in den Montessori-Kinderhäusern auf der ganzen Welt nach Maria Montessoris Vorstellungen gearbeitet, erklärt Margriet Deixler. Dazu gehört zum Beispiel, dass jedes Kind individuell nach seinen Fähigkeiten gefördert wird. Maria Montessori war davon überzeugt, dass Kinder nur dann etwas Neues lernen, wenn sie selber dafür offen sind. Außerdem gibt es besonderes Montessori-Material, das das Kinderhaus von anderen Kinder-Einrichtungen unterscheidet. In Nördlingen gibt es das Montessori-Kinderhaus jetzt schon zehn Jahre, am Wochenende wird das Jubiläum gefeiert.

Jetzt ist Paula aber neugierig. In der Löwengruppe wird sie von den Kindern und Erzieherinnen im Morgenkreis empfangen. Mit einem Fingerspiel und einem Lied von der kleinen Nuss stimmen sich alle auf den Herbst ein. Überhaupt ist die Natur und Bewegung im Freien ganz wichtig im Kinderhaus. „Bei uns gibt es Bauernhoftage und ganz viele Waldtage“, erzählt das Mädchen Margherita. „Wir laufen bis zur Marienhöhe, auch die Kleinsten.“

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

In der Bau-Ecke arbeiten Jannis, Theodor und Kris mit Bauklötzen an einem Brückenbogen. Wenn sie wollen, können sie eine Foto-Anleitung benutzen, oder einfach ausprobieren, wie es geht. Die Bausteine sind aus unlackiertem Holz, keine Farbe lenkt somit von der eigentlichen Aufgabe ab. Das hat sich Maria Montessori vor über 100 Jahren ausgedacht. „Und ihre Idee, wie Kinder gut lernen können, wurde immer wieder wissenschaftlich bestätigt“, sagt Leiterin Deixler.

Ellen zählt aus einer kleinen Schale Holzperlen ab und legt immer eine bestimmte Anzahl in eine Streichholzschachtel. Steht eine „2“ drauf, legt sie zwei Perlen hinein. So sollen Kinder ein gutes Gefühl für Zahlen und Mengen bekommen. Überhaupt kann man ganz viel anfassen, das aus schönen Materialien ist. Ein Würfel wird aus glatten Holzteilen zusammengepuzzelt. Das ist gar nicht so einfach. Paula Print lässt sich das von Kilian und Elian zeigen, genauso wie die schönen Malschablonen aus Metall. Die Buben machen für Paula gleich ein ganzes Buch zur Erinnerung an ihren Besuch. Da freut sich die Ente und lächelt. Zum Brotzeitmachen geht es einen Raum weiter. Die Kinder essen von Tellern und schenken sich aus Glas-Karaffen selber Saft und Wasser ein. Dass jeder sein Geschirr abspült, ist auch selbstverständlich. „Übungen des täglichen Lebens“, heißt das bei Maria Montessori. Im Kreativraum haben die großen Kinder ihre Namens-Anfangsbuchstaben gestickt. Wow, das ist toll. So ein „P“ hätte sie auch gern. Bei „P“ denkt Paula wieder an Pizza. Ja, Nudeln und Pizza gibt es auch manchmal, aber nicht jeden Tag. Ein schöner Vormittag geht zu Ende. „Tschüss, Paula!“, rufen die Kinder und winken.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren