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Interview

23.09.2019

Neues Freibad soll mehr Menschen nach Oettingen ziehen

Petra Wagner im Spätsommerinterview
Bild: Szilvia Izsó

Oettingens Bürgermeister Petra Wagner hat große Erwartungen an das neue Naturbad. Für die Straße Am Schloßbuck will sie Tempo 30 und hofft auf Wohlwollen der Behörden.

Frau Wagner, Sie haben beschlossen, dass es am 25. September um 20 Uhr eine Infoveranstaltung für die Bürger zum Thema Krone in der Mittelschule geben soll. Warum durften die Bürger nicht gleich bei der vergangenen Sitzung dabei sein?

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Petra Wagner: Im nichtöffentlichen Teil der Stadtratssitzung im Juli habe ich die Stadträte über den aktuellen Sachstand informiert. Über die Sommerpause sollten die Fraktionen die weitere Vorgehensweise beraten. Eine nichtöffentliche Sondersitzung im September wurde angekündigt. Im August wurde eine Abfrage bei den Fraktionen durchgeführt, es kamen keine Rückmeldungen. Deswegen bin ich davon ausgegangen, dass die Vorgehensweise für die Stadträte so in Ordnung ist. Für mich war im Vorfeld klar, dass es eine Infoveranstaltung für die Bürger geben wird. Bei einer öffentlichen Sondersitzung im Stadtrat hätten sich die Bürger nicht äußern dürfen.

Wäre nicht beides wichtig? In einer Infoveranstaltung gibt es ja keine Diskussion unter den Stadträten, da stellt die Stadt lediglich den Stand der Dinge vor. Den demokratischen Prozess bekommt der Bürger nicht mit.

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Wagner: Die Diskussion wird am Donnerstag in der öffentlichen Stadtratssitzung stattfinden.

Was ist, wenn der Eigentümer doch nicht verkauft?

Wagner: Dann wird dieses Projekt nicht umgesetzt.

Anderes Thema: Das Freibad ist eine große Baustelle, die Brücke wurde abgebaut, wie ist das für Sie zu sehen?

Wagner: Es war schon viel Wehmut dabei, ich habe dort schwimmen gelernt. Die Brücke und das Eingangsgebäude müssen aber wirklich ersetzt werden, das hat man in den letzten Jahre deutlich gesehen. Natürlich hat es mich gefreut, als es endlich los ging. Die Bauarbeiten gehen zügig voran. Erfreulich ist auch, dass der Kioskbetreiber im Vereinsheim der Sportschützen eine neue Heimat gefunden hat. Ganz idyllisch am Weiher, das ist einen Ausflug wert.

Wird er im Winter geöffnet haben?

Wagner: Ich denke, wenn das Wetter passt, wird er auch im Winter geöffnet haben. Das war bisher auch so. Die Insider wussten, wenn die Lichterkette brennt, ist der Kiosk geöffnet. Im Winter könnte man bei passenden Temperaturen in der Nacht Schlittschuhlaufen ermöglichen, eine Flutlichtanlage ist vorhanden.

Wie geht die Sanierung weiter?

Wagner: Das Wichtigste wird die Brücke sein, da ist das Zeitfenster eng gestrickt.

Was erhoffen Sie sich vom sanierten Bad?

Wagner:

Ganz viele Gäste, die wissen wollen, wie das Freibad jetzt aussieht. Natürlich hoffen wir, dass sich der eine oder andere auch die Stadt anschauen wird. Ein Flussbad ist nach wie vor etwas Besonderes.

Denkt die Stadt wieder darüber nach, den Wohnmobilstellplatz aufzuwerten?

Wagner: Die Planung eines Campingplatzes und die Ausweitung des Wohnmobilstellplatzes ist für den Tourismus in Oettingen wichtig. Ich kann mir vorstellen, dass auf dem Campingplatz kleine Häuser entstehen, die man mieten kann. Wichtig wäre eine Verbesserung der sanitären Situation. Vielleicht kann ein separates Gebäude mit einer Spülgelegenheit, Dusche und Toilette errichtet werden. Bis jetzt ist das nicht vorhanden. Die Gäste haben die Räumlichkeiten im Freibad genutzt. Ein separates Gebäude lässt sich schneller umsetzen als eine komplette Überplanung von Wohnmobilstellplatz und Campingplatz. Dann können wir die Diskussion über Gebühren gerne führen.

Wann soll das Gewerbegebiet fertig sein?

Wagner: Die Erschließung soll Mitte 2020 abgeschlossen sein. Der Kauf von Gewerbeflächen sollte im Frühjahr möglich sein.

Gibt es schon Anfragen?

Wagner:

Ja, es gibt Handwerksbetriebe, die sich ansiedeln wollen. Der Bebauungsplan ist schon seit langem rechtskräftig und legt fest, welche Art der Nutzung möglich ist. Im Fall der Krebslache wären das Betriebe, die nicht lärmintensiv sind.

Sie haben bei der Kommunalwahl 2020 einen Herausforderer. Thomas Heydecker wird für die Sozialdemokraten ins Rennen um das Bürgermeisteramt gehen. Kennen Sie ihn?

Wagner: Ich kenne ihn nicht näher. Er ist ein bisschen älter als meine Tochter. Schauen wir mal und hoffen wir auf einen fairen Wahlkampf.

Wenn Sie wiedergewählt werden, welche Projekte wollen Sie anpacken?

Wagner: Die Entwicklung der vergangenen fünf Jahre war sehr erfolgreich und muss vernünftig weitergeführt werden, um unsere Stadt fit für die Zukunft zu machen. So wurden Baugebiete ausgewiesen und die Breitbanderschließung vorangetrieben. Viele Fördermittel fließen nach Oettingen. Ich werde hier kein Wettbieten der Versprechungen machen. Ich mache seriöse und erfolgreiche Arbeit. Zusammen mit dem Stadtrat. Dazu sind wir gewählt worden und das erwarten die Bürger von uns.

Sie haben den Dorfladen einmal angestoßen und eine Umfrage unter den Bürgern gestartet. Verfolgen Sie dieses Projekt weiter?

Wagner: Wir haben den Bedarf und die Versorgungslage abgefragt. Der Rücklauf war sehr ernüchternd. Im Großen und Ganzen sind die Bürger mit der allgemeinen Situation zufrieden. Was uns bei der Auswertung erstaunt hat, war die Treue der Oettinger zu Ihren Bäckern und Metzgern.

Also vorerst nicht?

Wagner: Nein. Ich hätte den Dorfladen gern als Magnet gehabt, um die Innenstadt mit Leben zu füllen.

Durch Oettingen führt derzeit wieder viel Umleitungsverkehr. Gibt es noch Bestrebungen für dauerhaft Tempo 30 Am Schloßbuck?

Wagner: Der Verkehr ist durch den Umleitungsverkehr stark angestiegen und ist eine große Belastung für die Anwohner. Wir möchten Tempo 30 in der Straße Am Schloßbuck ohne zeitliche Beschränkung erreichen, deswegen werden sehr intensive Gespräche mit den Behörden geführt. Durch die Bodenbeschaffenheit und der engen Bebauung vibriert es dort stark und der Geräuschpegel ist sehr hoch. Es wird in Zukunft eine Radarüberwachung geben.

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