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Nördlingen

13.08.2019

Nördlingen: Fotograf Peter Hueber engagiert sich für Mosambik

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2 Bilder
Peter Hueber und Izelia dos Santos an der Stadtmauer. Die 20-Jährige war für mehrere Wochen beim Fotografen zu Besuch. Hueber zeigte ihr unter anderem Nördlingen, die Stadt gefiel der jungen Frau gut.
Bild: Jan-Luc Treumann

Peter Hueber setzt sich in einem Verein für das Land ein und hat eine Studentin nach Nördlingen eingeladen. Eine Reise in das Land habe ihn verändert, berichtet der Fotograf.

Izelia dos Santos zeigt Bilder auf ihrem Handy. Zu sehen sind Zerstörungen, notdürftig errichtete Unterkünfte. Dos Santos kommt aus Mosambik. Im März zerstörte dort ein Zyklon viele Häuser. Auch ihre Wohnung war betroffen. Gewarnt wurde die 20-Jährige durch Hueber, der in Nördlingen das Fotogeschäft Finck betreibt. Dos Santos war im Juli für einige Wochen bei Peter Hueber zu Besuch, der sich für die Deutsch-Mosambikanische Gesellschaft (DMG) engagiert. Der Verein baut Schulen in dem Land.

Auf seiner ersten Reise in Mosambik lernte Hueber auch Izelia dos Santos kennen und lud sie bei seinem zweiten Aufenthalt nach Deutschland ein. Sie studiert an der katholischen Universität in Beira Medizin. Hueber berichtet, dass er und seine Frau die junge Frau unterstützen, damit sie studieren könne. Sie schicke ihm ihre Noten und sie hielten Kontakt. So schrieb Hueber der 20-Jährigen auch, als er von dem Zyklon hörte, der sich Mosambik näherte – die Studentin wusste davon nichts. Hueber bat sie, sich ins Landesinnere in Sicherheit zu bringen. Sie folgte seinem Rat. Als sie zurückkam, war ihre Wohnung von dem Zyklon zerstört worden, sagt Hueber. Laut dem Auswärtigem Amt kann es in Mosambik zwischen Januar und April zu „verheerenden tropischen Zyklonen kommen.“ So hätten im März und April die Zyklone Idai und Kenneth schwere Schäden verursacht. Izelia dos Santos sagt, dass viele Gebäude in Mosambik nicht nutzbar seien. Essen sei teuer und schwer zu bekommen.

Hueber schildert das Konzept des Vereins

Bei ihrem Aufenthalt in Nördlingen zeigten ihr Peter Hueber und seine Frau die Stadt. Nördlingen gefalle ihr gut, sagt die junge Frau aus Mosambik. Hueber schildert, wie er zu seinem Engagement kam. Er sei vom Honorarkonsul Mosambiks, Siegfried Lingel, gefragt worden, ob er einen Film über die neue Städtepartnerschaft zwischen Aalen und Vilankulo machen könne. Hueber schildert, es sei die erste Städtefreundschaft zwischen einer deutschen und einer mosambikanischen Stadt. Zudem sollte der Fotograf einen Beitrag über das Engagement der DMG machen. Der Verein, berichtet Hueber, engagiere sich im Schulbau: „Das Konzept besteht aus Vorschule, Schule und Berufsbildungszentrum. Denn nur dann gibt es die Chance, dass sich am Ende ein Schüler im Beruf weiterentwickeln kann.“

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Im April 2018 war Hueber in Mosambik und fand, dass es schwierig sei, einen Film zu machen, wenn eine ganze Delegation dabei ist. So kam es zu einer zweiten Reise im Oktober vergangenen Jahres. Hueber besuchte Schulen, führte Interviews mit Lehrern und Schülern. Bereits seine erste Reise habe ihn verändert, schildert er: „Ich habe gelernt, was es heißt, arm zu sein. Hier ist zwar nicht alles perfekt, aber es ist kein Vergleich.“

Hueber spricht auch über Verantwortung: „Ich denke, dass man Afrika über Jahre ausgebeutet, die Kolonien unten gehalten hat. Das Land hätte sich vielleicht ganz anders entwickeln können.“ Für Izelia dos Santos engagiere er sich, weil er merke, dass auch sie etwas weitergeben wolle. So möchte sie sich für Waisenkinder in Mosambik einsetzen. „Sie hat mir gesagt, dass ihr Besuch hier ein Ansporn für sie ist, dass sie ihrer Bevölkerung im eigenen Land helfen kann“, sagt Hueber.

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