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Hintergrund

22.10.2019

Nördlingen: Wer wird Festwirt der Mess‘ 2020?

Seit mehr als 50 Jahren ist die Familie Papert laut Oberbürgermeister Hermann Faul bereits Festwirt auf der Nördlinger Mess’. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit wird heute Abend darüber diskutiert, ob das auch so bleibt.
Bild: Westhäußer (Archiv)

Plus In einer nicht-öffentlichen Sitzung soll heute Abend über das Thema beraten werden. Neben der Familie Papert gibt es noch zwei weitere Bewerber

Heute Abend tagt der Bauausschuss des Nördlinger Stadtrates. Die öffentliche Tagesordnung ist nicht gerade kurz und es stehen auch durchaus spannende Themen darauf, etwa die Sozialwohnungen auf dem ehemaligen BayWa-Gelände. Doch richtig interessant wird es heute Abend erst, wenn sich die Türen schließen und unter Ausschluss der Öffentlichkeit über dieses Thema gesprochen wird: Wer soll 2020 Festwirt der Nördlinger Mess’ werden?

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Neben der Familie Papert gibt es noch zwei weitere Bewerber

In der Vergangenheit wurde diese Frage stets schnell beantwortet: Festwirt bleibt die Familie Papert. Nur ein Mal gab es in den vergangenen vier Jahren einen Mitbewerber. Heuer jedoch wollen gleich zwei weitere Unternehmen Mess’-Festwirt werden. Wie unsere Zeitung aus gut unterrichteten Quellen erfuhr, handelt es sich dabei zum einen um die „Festhalle Bayernland“, hinter der Firma steht die Familie Schöniger. Die betreibt unter anderem auf dem Gillamoos in Abensberg ein Festzelt. Teile des Stadtrates haben sich den Betrieb dort angesehen. Weiterer Bewerber soll die Familie Mörz mit ihren Festzeltbetrieben Amberg sein.

Nun könnte man meinen, dass der Stadtrat durchaus nüchtern darüber debattieren könnte, welcher Wirt nun für die Gäste das beste Angebot hätte. Doch es geht um die Nördlinger Mess’, die fünfte Jahreszeit in der Stadt – und so reagiert mancher hinter vorgehaltener Hand vergleichsweise emotional, wenn er auf das Thema angesprochen wird. Viele Stadträte haben beobachtet, dass das Festzelt bei der vergangenen Mess’ nicht sehr gut besucht war – während in den Biergärten kaum noch ein Platz zu finden war. Doch lag das an der Hitze oder am Angebot im Zelt? Muss ein neues Konzept her oder muss dem Festwirt Papert aufgrund der langjährigen Verbundenheit zu Nördlingen die Treue gehalten werden? Mancher munkelt sogar, hinter den Kulissen hätte es nicht nur einmal gekracht. Und offensichtlich hat der Besuch in Abensberg Eindruck hinterlassen – da sei alles picobello gewesen, die Bedienungen freundlich und zuvorkommend, heißt es.

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Stadträte sind sich nicht einig

Selbst innerhalb mancher Fraktion sind sich die Räte nicht einig. Und so fallen die offiziellen Statements der Fraktionssprecher auch recht vage aus. Maximiliane Böckh teilt für die CSU mit: „Ganz generell wollen wir eine hohe Qualität im Festzelt bei der Mess’ für die Nördlinger Bürger.“ Wenn Mängel gemeldet seien, müssten die natürlich zur grundsätzlichen Verbesserung angegangen werden. Dafür seien verschiedene Lösungen denkbar. „Da nun verschiedene Bewerbungen eingegangen sind, müssen wir uns diese genau anschauen, um dann die beste Lösung für die Mess’ und die Nördlinger zu bekommen. Derzeit ist die CSU-Fraktion noch ergebnisoffen, weil wir uns erst genau alles anhören wollen.“

Die Stadtteilliste werde erst noch intern über das Thema sprechen, sagt deren Fraktionsvorsitzender Thomas Mittring Ende vergangener Woche. Helmut Beyschlag, Fraktionsvorsitzender der PWG, meint, man müsse eine objektive Abwägung treffen. Die weiteren Bewerbungen verpflichteten den Stadtrat, eine Entscheidung zu treffen. SPD-Fraktionsvorsitzende Rita Ortler antwortet am vergangenen Freitag, dass eine Entscheidung ihrer Fraktion noch ausstehe. „Konkurrenz belebt das Geschäft“, meint Wolfgang Goschenhofer, Fraktionsvorsitzender von Grüne/Frauenliste. Man stehe dem Thema „ergebnisoffen“ gegenüber. Wichtig sei eine „hohe Attraktivität“ – denn für die gesamte Mess’ spiele das Bierzelt eine wichtige Rolle.

Papert war seit mehr als 50 Jahren Festwirt von Staben und Mess‘

Oberbürgermeister Hermann Faul wird an der Sitzung heute nicht teilnehmen, er ist bei einer Preisverleihung. Die Familie Papert sei seit mehr als 50 Jahren Festwirt von Staben und Mess’, sagt er. Immer habe sie einen Ein-Jahres-Vertrag bekommen, bislang seien die Bewerber, sofern es überhaupt welche gab, nicht vergleichbar gewesen. Jetzt sei das anders, man müsse sich die Kandidaten anschauen, ihre Leistung beurteilen und nach objektiven Gesichtspunkten entscheiden. Heute Abend, so Faul, werde das Thema den Stadträten nicht-öffentlich lediglich vorgestellt. Entschieden werde erst im November, dann in öffentlicher Sitzung.

Sollte sich der Rat tatsächlich für einen neuen Mess’-Wirt aussprechen, könnte auch das Stabenfest zum Thema werden. Nach Informationen unserer Zeitung gibt es einen Bewerber aus dem Ries, der dieses Fest stemmen möchte. Ein neues Konzept, so meint mancher Rat, sei fürs Stabenfest dringend notwendig.

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