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WLAN-Zugänge

28.06.2016

Nördlingen setzt auf „Freifunk“

Bild: Sing

Es ist die kostengünstigste Lösung, hat aber auch Nachteile.

Nördlingen Die Stadt Nördlingen setzt beim Ausbau der öffentlichen WLAN-Zugänge in der Altstadt auf die sogenannte „Freifunk“-Lösung. Der Haupt- und Finanzausschuss des Stadtrates hat dies jetzt so beschlossen.

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Diese basiert auf der Freiwilligkeit von Nutzern, der Öffentlichkeit in bestimmten Bereichen einer Kommune ihren Internetzugang kostenlos zur Verfügung zu stellen. Technisch erfolgt dies über sogenannte „Router“, die installiert werden müssen.

Bereits im vergangenen Jahr hatten die Fraktionen des Stadtrates die Einrichtung öffentlicher WLAN-Zugänge für den Marktplatz und Teile der Fußgängerzone vorgeschlagen und die Verwaltung mit der Ausarbeitung von Lösungsvorschlägen beauftragt.

Nördlingen setzt auf „Freifunk“

Im Sommer 2015 wurden schließlich Zugänge über den Dienstleister „Hotsplots“ aus Berlin favorisiert. Wegen der hohen Kosten (9000 Euro pro Jahr) wurde die Entscheidung jedoch vertagt.

Inzwischen hat sich neben der Freifunk-Lösung und Hotsplots eine weitere Alternative aufgetan, an der der Freistaat Bayern beteiligt ist. Dieser möchte bis 2020 ein engmaschiges Netz von kostenfreien WLAN-Hotspots aufbauen und arbeitet dabei mit dem Unternehmen Vodafone zusammen. Die Einrichtung und der Betrieb dieser Hotspots erfolgt auf Mietbasis. Einmalig gewährt der Freistaat dabei jeder Kommune einen Investitionskostenzuschuss von 5000 Euro.

Laut dem EDV-Verantwortlichen Georg Kugler würde diese Variante die Stadt pro Jahr 7530 Euro kosten. Darin enthalten sind monatliche Betriebsaufwendungen von 620 Euro. Für die Freifunk-Lösung fielen Kugler zufolge nur 2640 Euro pro Jahr an bei monatlichen Kosten von 120 Euro. Die einmaligen Kosten für die Hard- und Software lägen bei 6000 Euro brutto.

Unterdessen ist die Stadt bereits vorgeprescht und hat probeweise in der Stadtbibliothek, in der Eisengasse und vor der Tourist-Information Freifunk-Router installiert. „Damit machen wir gute Erfahrungen“, betonte Kugler. Darauf aufbauend sollen zusätzlich an der Sankt-Georgs-Kirche, am Tanzhaus, am Schneidhaus und an der Alten Schranne Hotspots eingerichtet werden.

Georg Kugler wies auch auf die Nachteile der Freifunk-Lösung hin. So drohe bei Großveranstaltungen eine schnelle Überlastung und die zur Verfügung stehende Geschwindigkeit sei abhängig von der Anzahl der Nutzer. Mit anderen Worten: Je mehr Nutzer sich im Netz befinden, desto langsamer ist die Verbindung. Als größter Vorteil stünden die geringeren Kosten im Vergleich zu den übrigen Lösungen gegenüber.

Jörg Schwarzer (CSU) sagte in der Diskussion, seine Fraktion plädiere nachdrücklich für den Freifunk, weil dieser „günstig, schnell und sicher“ sei.

Rudi Koukol (Grüne) stimmte Schwarzer inhaltlich uneingeschränkt zu („bei diesem Thema sind wir Brüder im Geiste“) und gab als Ziel aus, die gesamte Altstadt mit öffentlichen WLAN-Zugängen abzudecken. Joachim Sigg (PWG) sprach sich dafür aus, bei den Geschäftsleuten für das Ansinnen zu werben, damit diese ebenfalls ihre Zugänge öffentlich zur Verfügung stellen. Zudem biete dies eine „gute Marketingmöglichkeit“.

Rita Ortler (SPD) meinte, die Stadt solle versuchen, auch für den Freifunk staatliche Fördergelder zu erhalten. Für Thomas Mittring (Stadtteil-Liste) kommen in erster Linie die öffentlichen Gebäude in der Stadt für Freifunk-Router infrage. (bs)

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