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Nördlingen

14.01.2021

Nördlingens Oberbürgermeister Wittner kritisiert die 15-Kilometer-Regel

Oberbürgermeister David Wittner (PWG) will die Kinderbetreuung in Nördlingen verbessern.
Bild: Diana Hofmann

Plus Die Infektionszahlen im Landkreis sind weiterhin hoch. Eine 15-Kilometer-Beschränkung hält Nördlingens Oberbürgermeister David Wittner im Ries jedoch für nicht zielführend.

Nördlingens Oberbürgermeister David Wittner ist aktuell in großer Sorge. Wenn er aus dem Fenster seines Büros blickt, sieht er zugesperrte Geschäfte und eine leere Fußgängerzone. Er sagt: „Der Druck auf die Betriebe wird immer größer. Gleichzeitig gibt es immer mehr Regeln, mit nur beschränkter Wirksamkeit.“ Wittner meint damit auch die 15-Kilometer-Beschränkung, die im Landkreis Donau-Ries unlängst in Kraft getreten ist. Der OB zweifelt stark am Sinn der Regelung für das Ries.

Wandertouren von Nördlingen nach Donauwörth – das wird es in den kommenden Tagen nicht geben. Der Donau-Ries-Kreis ist Corona-Hotspot, seine Bewohner dürfen sich in ihrer Freizeit nur maximal 15 Kilometer um ihren Wohnort bewegen. Die Regel gilt so lange, bis der Landkreis mindestens sieben Tage lang unter dem Inzidenzwert von 200 liegt. Wie der Donauwörther Polizeichef Thomas Scheuerer auf Nachfrage unserer Redaktion mitteilt, könne das Landratsamt erst dann ein Außerkrafttreten verordnen.

Wittner: "So rumpeln wir von einer Corona-Maßnahme in die nächste"

Eine 15-Kilometer-Beschränkung sieht der Oberbürgermeister vor allem deshalb kritisch, weil es im Landkreis – anders als etwa im Großraum München – aktuell sowieso wenig Tourismus gebe. Viel wichtiger sei es Wittner zufolge, wie sich die Menschen im Alltag verhielten, „dass Kontakte weiter reduziert, Hygieneregeln umgesetzt und Masken getragen werden“.

Die Karte zeigt grob den 15-Kilometer-Radius um Nördlingen.

Die bayerische Regierung habe vor dem „Lockdown light“ die Chance gehabt, mit Bürgermeistern, Ärzten und Geschäftsleuten zu sprechen und herauszufinden, wo es auf lokaler Ebene „klemmt“, wie Wittner sagt. Diese Chance sei jedoch vertan worden. Mangelhafte Kommunikation mit den Kommunen sei seit Längerem ein Grundsatzthema. „So rumpeln wir von einer Corona-Maßnahme in die nächste“, sagt der Rathauschef.

Um die lokalen Betriebe, den Einzelhandel und die Gastronomie zu stärken, will der Oberbürgermeister in Abstimmung mit den einzelnen Kommunen im Landkreis bald eine Unterstützungs-Kampagne starten. Nähere Informationen dazu wird Wittner in Kürze bekannt geben.

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