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Nördlingen

19.08.2020

Nördlinger Eiscafé Da Claudio: „Corona hat uns den Boden weggezogen“

Gastronom Stefan Cosmin im Eiscafé „Da Claudio“ in der Maria-Penn-Straße in Nördlingen.
Bild: Peter Urban

Plus Wie so viele Gastronomen hadert auch das Eiscafé „Da Claudio“ in Nördlingen mit der Krise. Mit welchen Ideen der erst seit Januar geöffnete Gastronomiebetrieb Stammgäste gewinnen will.

Anfang Januar 2020 erst hat Stefan Cosmin sein Eiscafè mit erweitertem Angebot wie Pizza und italienisches „Food & Snacks“ sowie Cocktails eröffnet. Seit elf Jahren ist der Rumäne mit italienischen Wurzeln in der Gastronomie tätig und hat neben dem Geschäft in der Maria-Penn-Straße 3 mit seiner Familie noch eines in Neuburg an der Donau. „Es ist wunderbar angelaufen“, sagt Cosmin, „es war schön zu sehen, dass das Nördlinger Publikum unser Angebot annimmt. Trotz Winterzeit und ohne Terrassengeschäft.“

Doch dann kamen der Lockdown und mit ihm der Schock, der ihm fast „den Boden unter den Füßen weggerissen hat“, sagt er. Er hat zwar ein To-Go-Angebot auf die Beine gestellt, doch um damit einigermaßen über die Runden zu kommen, war er noch zu wenig etabliert in der Stadt. „Es hat uns nicht viel gebracht“. Es war eigentlich nur eine Beschäftigungstherapie für seine insgesamt acht Mitarbeiter, die er – wie viele andere – in Kurzarbeit schicken musste. Natürlich hat er die Soforthilfe beantragt und sie auch bekommen, ohne sie hätte sein Geschäft wohl kaum überlebt.

Auch Tourismusgeschäft ist eingebrochen

Seit die Familie wieder öffnen kann, sieht die Lage wieder etwas besser aus. Obwohl der kalkulierte Umsatz immer noch „weit über 30 Prozent“ unter dem erhofften Ergebnis ist. Denn die Geschäftsidee des Eiscafés „Da Claudio“ beruht naturgemäß stark auf dem so genannten Terrassengeschäft. „Wenn schönes Wetter ist, wie die vergangenen Tage, dann haben wir glücklicherweise sehr viel zu tun. Doch sobald die Gäste nach innen sollen oder müssen, spürt Stefan Cosmin, dass die Menschen immer noch Angst vor dem Aufenthalt in geschlossenen Räumen haben. „Das ganze – natürlich wichtige und notwendige – Prozedere mit Mund-Nasen-Schutz, Desinfektion und all dem schreckt viele Leute ab. Das verstehe ich auch.“ Und das erhoffte Tourismusgeschäft ist sowieso eingebrochen. Der große Nachbar, das neue Hotel, hat, wie Cosmin sagt, täglich nur zehn oder ein paar mehr Gäste. „Da fällt für uns nichts ab.“ Er hatte vor seinem Engagement in Nördlingen selbstverständlich ganz stark mit diesen Hotelgästen gerechnet. Und einer vollen Auslastung.

Zutaten für Küche und Eisdiele kommen direkt aus Italien

So bleibt der Crew um den rührigen Chef nichts anderes übrig, als sich in Geduld zu üben und weiterhin auf gutes Wetter - in jeder Beziehung - zu hoffen. An der Qualität seiner Ware jedenfalls kann und will er nicht sparen. Alle Zutaten für Küche (vom Mehl bis zum Mozarella) und Eisdiele kommen direkt aus Italien, da legt er allergrößten Wert darauf und will auch keine Abstriche machen. Aber man hat sich im Haus überlegt, zukünftig jeden Dienstag zum „1-Euro-pro-Eiskugel-Tag“ zu machen, um auch neue Gäste von der „Da Claudio“-Qualität zu überzeugen. Und außerdem will er ab sofort täglich von 14 bis 18 Uhr eine „Happy Hour“ mit Sonderpreisen einführen. „Es muss ja weitergehen“, sagt er, „klagen hilft nicht. Wir alle in der Gastronomie sitzen im gleichen Boot und wir sind darauf angewiesen, dass die Gäste kommen.“

Und dass sie dann möglichst zu Stammgästen werden, die einen soliden Umsatz-Grundstock für ein funktionierendes Unternehmen bilden. „Es gibt doch nichts Schöneres, als zum Beispiel mit einem gepflegten Cocktail in der Hand auf unserer schönen Terrasse in den Abend zu chillen.“

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