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Nördlingen

28.11.2020

Nördlinger Stadträte loben die Pläne im Egerviertel

Seit 2016 ist die Produktion der Anker-Brauerei eingestellt. Nun gibt es neue Pläne, wie das Gelände genutzt werden soll. Unter anderem das Sudhaus zählt noch zu den wenigen Punkten, über die Planer und Fraktionen im Stadtrat noch nicht ganz einig sind.
Foto: Martina Bachmann (Archiv)

Plus Die neue Planung für das Gelände der Anker-Brauerei hat den Lackmustest im Nördlinger Stadtrat bestanden. Ein wenig Potential sehen Stadtbaumeister und Fraktionen aber noch.

Die Vorstellungen des Hochschulprofessors und Architekten Florian Burgstaller zur künftigen Bebauung des Anker-Geländes sind im Nördlinger Stadtrat auf eine insgesamt positive Resonanz gestoßen. Nach dem Bauausschuss hatte Burgstaller am Donnerstagabend auch den Stadtratsmitgliedern seine Ideen für ein künftiges Egerviertel erläutert und dabei abermals betont, wie wichtig es ihm sei, die vorhandene historische Bausubstanz so gut es gehe zu erhalten. Mit einer kleinteiligeren Planung soll ein Altstadtquartier mit eigenen Charakter entstehen und damit die Geschichte des Viertels „ernstgenommen“ werden, wie Burgstaller sich ausdrückte. Unstrittig sei, dass bei den vorgesehenen Neubauten die geltende Altstadtsatzung eingehalten werden müsse. Der Professor will seine Expertise als Diskussionsgrundlage verstanden wissen. Er befinde sich dabei in enger Abstimmung mit Investor und Architekt.

Auf dem Gelände der ehemaligen Anker-Brauerei soll ein neues Stadtviertel mit zahlreichen Wohneinheiten entstehen. Die Brauerei aus dem Nordwesten der Altstadt hat vor inzwischen vier Jahren die Produktion eingestellt, seitdem sucht die Stadt nach einer neuen Nutzungsmöglichkeit für das Gelände. Erste Vorschläge eines anderen Architekturbüros stießen auf bedeutend weniger Zuspruch als Burgstallers Pläne.

Erstmals äußert sich der Stadtbaumeister zu den Überlegungen

Erstmals äußerte sich Stadtbaumeister Hans-Georg Sigel während der Sitzung zu den Überlegungen. Sigel verfolgt in Details teils andere Ansätze als Burgstaller, wenngleich er dessen Vorschläge im Großen und Ganzen befürwortet. Hinterfragen will er beispielsweise, ob die Gebäude neben dem erhaltenswerten Schalander unbedingt dreigeschossig sein sollten. Auch für die Fassaden der Gerberhäuser könne er sich eine andere Ansicht vorstellen, meinte Sigel, der zudem klar durchblicken ließ, dass ihm der vorgeschlagene Erhalt des Sudhauses gewisse Bauchschmerzen bereiten würde. Dieses sei „derzeit ein städtebaulicher Missstand“. Sehr begrüßenswert nannte der Bauamtsleiter die Dachlandschaften sowie die Platzgestaltung mit den Wegführungen innerhalb des Areals, speziell der Zugang zum Wasser. Für die künftige Diskussion brachte er ein Modell des Areals in einem entsprechenden Maßstab ins Spiel, um ein Gefühl für die Ausmaße der einzelnen Gebäude zu bekommen.

Positive Signale gingen inzwischen auch vom Landesamt für Denkmalpflege ein, wie Oberbürgermeister David Wittner mitteilte. Dort begrüße man den „grundsätzlichen Ansatz“ für die Gestaltung des Viertels durch Professor Burgstaller. Ausdrücklich gelobt werde die angedachte Dachlandschaft. Das vorläufige Urteil der obersten bayerischen Denkmalschutzbehörde: Die Planung sei es wert, weiter verfolgt zu werden.

Stadträte hatten lediglich Details anzumerken

Der Reigen der positiven Einschätzungen setzte sich bei den Statements der Stadtratsfraktionen fort. Sowohl Steffen Höhn für die CSU als auch Helmut Beyschlag für die PWG, Wolfgang Goschenhofer für die Gemeinschaft aus Grünen und Frauenliste sowie Sozialdemokratin Gabriele Fograscher begrüßten die Überlegungen ganz grundsätzlich. Die Stadträte hatten lediglich noch Details anzumerken. So waren CSU-Chef Höhn einige Gebäude „zu groß“ geraten, PWGler Beyschlag hält die Verkehrsanbindung für ein Problem. SPD-Chefin Fograscher merkte an, dass im neuen Quartier möglichst wenig Verkehr herrschen und die parkenden Autos „unter die Erde“ kommen sollten. Goschenhofer als Vertreter von Grünen und Frauenliste bezeichnete Burgstaller hingegen überschwänglich als den „Rettungsanker für das Ankerviertel.“

Auch Thomas Mittring, der Fraktionschef der Stadtteil-Liste, reihte sich in die positive Bewertung ein. Dass jetzt die Kleinteiligkeit im Vordergrund stehe und man von „großen Kubaturen“ weggekommen sei, hält Mittring für einen „guten Neustart“ des Großprojektes. Zweifel ließ er allerdings über einen Erhalt des Sudhauses anklingen. Noch ganz wichtig für ihn: Die Anwohner um das Gelände sollten bald wissen, wie viele Wohneinheiten überhaupt geschaffen würden. Dies sei im Zusammenhang mit dem Zu- und Abfahrtsverkehr von großer Bedeutung. „Wohl zwischen 50 und 60“, antwortete ihm Florian Burgstaller spontan. Ob ein Bebauungsplan notwendig werde? Der Stadtbaumeister bejahte eine entsprechende Frage Mittrings.

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