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Verkehr

10.12.2019

OB-Wahl 2020: Zahlen fürs Parken in der Nördlinger Altstadt?

Noch reicht die Parkscheibe. Doch es gibt Bewerber für die Nachfolge von Oberbürgermeister Hermann Faul, die sich für flächendeckende Parkgebühren in der Nördlinger Altstadt aussprechen.
Bild: Szilvia Izsò (Archiv)

Plus Welche Ideen die vier Bewerber für die Nachfolge von Oberbürgermeister Hermann Faul haben, um das Parkproblem in der Nördlinger Innenstadt zu lösen.

Ein Kreuzchen machen ist freilich einfach. Schwieriger ist es schon, sich für eines von vier Kästchen für eben jenes Kreuzchen zu entscheiden. Doch das müssen die Nördlinger im kommenden März tun, wenn ein neuer Oberbürgermeister für die Stadt gewählt wird. Um die Entscheidung ein bisschen zu vereinfachen, haken wir in einer Serie bei den Kandidaten nach, wir wollen wissen: Welche Positionen nehmen die Bewerber Wolfgang Goschenhofer (Grüne), Steffen Höhn (CSU), Rita Ortler (SPD) und David Wittner (PWG) bei strittigen Themen ein? Ein solches ist sicherlich das Parken in der Altstadt. Im Juli 2016 hat der amtierende Stadtrat flächendeckende Parkgebühren innerhalb der Stadtmauern abgelehnt. Dann wurden die Anwohner-parkausweise auf drei Jahre beschränkt, sie kosten jetzt für diesen Zeitraum 40 Euro. Doch ist das Problem damit gelöst?

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Goschenhofer: Den Druck rausnehmen, Apotheken vor den Toren zulassen

Wolfgang Goschenhofer (Grüne) spricht sich klar gegen Parkgebühren in der Innenstadt aus. Die derzeitige Regelung habe sich gut bewährt und sei ein Alleinstellungsmerkmal Nördlingens. Man müsse attraktive Parkplätze vor den Stadttoren schaffen, vor allem, wenn das Döderlein-Gelände bebaut werde. Sich alleine auf das Auto zu fokussieren, sei zu kurz gedacht – man brauche komfortable Alternativen. „Da gehört ein optimaler Stadtbus dazu und auch eine optimale Möglichkeit, Fahrrad zu fahren.“ Die Grünen hätten im letzteren Bereich bereits auf Defizite hingewiesen. Goschenhofer spricht sich dafür aus, Apotheken auch außerhalb der Stadtmauern zuzulassen, etwa im Wemdinger Viertel oder beim EGM-Center. „So nimmt man auch den Druck raus.“ Die Parkhäuser beim Müllermarkt und beim Klösterle hätten immer noch freie Plätze.

Höhn: Parkinseln im Inneren Ring

Steffen Höhn (CSU) kann sich flächendeckende Parkgebühren für die gesamte Altstadt nicht vorstellen. Schließlich sei die über weite Teile ein Wohngebiet. Gäbe es Gebühren, müssten auch die Besucher der Altstadtbewohner bezahlen – etwa die Großeltern, die nur kurz ihre Enkel abholten. „Das ist schon heftig.“ Höhn spricht sich für Parkinseln im Inneren Ring aus, auf denen eine Gebühr verlangt wird – etwa am Schäfflesmarkt, in der Schrannenstraße sowie am Obst- oder Rübenmarkt. Der Christsoziale ist der Überzeugung: Das würde Parkraum schaffen – weil so mancher lieber draußen vor den Toren parkt, als drinnen zu bezahlen. Die CSU habe den Antrag gestellt, eine zusätzliche Kraft für die Parkplatz-Überwachung einzustellen. Man müsse beobachten, ob die ausreiche: „Da muss man sich die Zahlen anschauen.“

OB-Wahl 2020: Zahlen fürs Parken in der Nördlinger Altstadt?

Ortler: Nördlingen braucht ein Parkmanagement

„Ich bleibe dabei, wir brauchen ein Parkmanagement“, sagt Rita Ortler (SPD). Man müsse auf die Anforderungen der heutigen Zeit reagieren. Immer mehr Menschen lebten in der Altstadt, die müssten das Recht auf einen Stellplatz in unmittelbarer Nähe zu ihrer Wohnung haben. Die Sozialdemokratin spricht sich dafür aus, dass es etwa speziell für die Kunden von Apotheken Kurzzeitplätze gibt, auf denen die ihr Fahrzeug für 15 Minuten kostenlos stehen lassen können. Für längere Parkzeiten jedoch sollten flächendeckend in der gesamten Altstadt Gebühren eingeführt werden. Wenngleich die moderat sein sollten: „Ich denke, 50 Cent pro halber Stunde sind absolut angemessen.“ Die Gebühren sind aus Ortlers Sicht ein Zeichen dafür, dass man weniger Autos in der Innenstadt haben wolle, die aber für alle gut erreichbar sein soll.

Wittner: Kröte, die man schlucken muss

Braucht es Parkgebühren innerhalb der Stadtmauern? David Wittner (PWG) meint: „Es ist die Frage, ob das eine Kröte ist, die wir schlucken müssen.“ Schon heute sei es in der Altstadt eng und es werde auch noch enger. „Wenn sich das Problem nicht anders regulieren lässt, werden wir die Gebühren in Kauf nehmen müssen.“ Und zwar auch, um eine adäquate Lebens- und Aufenthaltsqualität in der Altstadt zu erhalten. Wittner spielt auf den Parksuch-Verkehr an, da sei mancher länger unterwegs, als auf dem Weg in die Stadt. Der PWGler will sich dafür einsetzen, den Radverkehr auszubauen, er fordert zusätzlich zum Projekt „Nö mobil“ – das eher für das Umland gedacht sei – einen Ausbau des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs in der Stadt. Zudem schlägt Wittner vor, die Nö-Card einzubinden – etwa, um mit ihr die Parkgebühren zu begleichen.


Alle Infos zur OB-Wahl gibt es auch hier: OB-Wahl 2020 in Nördlingen: Das sind Termin und Kandidaten

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10.12.2019

Das einfachste ist nach meiner Ansicht, auf dem Döderlein-Gelände ein größeres Parkhaus zu errichten (kurzer Weg in die Altstadt und das Parkproblem Nördlingens wäre gelöst). Der Trend geht lt.div. Verkehrsforschungsinstituten eindeutig zu autofreien Innenstädten (außer für Anwohner mit Sondergenehmigungen). Es gibt genügend, auch internationale Beispiele aus Größstädten. Man sollte die Altstadt in eine Mehrgenerationen-Begnungsstätte umfunktionieren und für den motorisierten Verkehrs außer Taxis, Rettungs- u. Sozialldienste, Stadtbusse und Lieferdiensten für Apotheken sperren. Ausnahmen für Lieferverkehr wie gehabt. Es sind Apotheken und Ärzte von allen Parkplätzen vor den Stadttoren mit einem Fußweg von 315 m - 450 m zu erreichen. Man sollte für Ältere und Behinderte mehr Sitzmöglichkeiten schaffen. Somit würde auch dieser Personenkreis mit Pausen die Wege schaffen. Die Lebensqualität würde steigen, die Emmissionswerte sinken und die Staus, sowie der Parksuchverkehr entfallen. Die Stadt könnte mehr begrünt werden. Der Einzelhandel würde profitieren, denn entspannte Fußgänger und Radfahrer geben mehr Geld aus als Autofahrer.
Der Ruf Nördlingens als Einkaufsstadt würde enorm steigen.
Die Unfallgefahr für Fußgänger und Radfahrer in der Altstadt sinkt enorm.

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