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05.06.2019

Pläne für die Premium-Krone vorgestellt

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Links ist der Müller-Stadel zu sehen, hinter dem Bauzaun liegt der Eingang zum Hotel und rechts das denkmalgeschützte Gebäude der Krone neben dem Rathaus. Zwischenbau und Müller-Stadel sollen abgerissen und neu gebaut werden. Die von der Stadt veranlassten Studien haben zum Vorschein gebracht, dass für Oettingen ein Premiumhotel, vielleicht sogar im Vier-Sterne-Bereich, mit fast 50 Zimmern am wirtschaftlichsten sein soll.
Bild: Verena Mörzl

Plus In der Sondersitzung des Oettinger Stadtrates wurden die Ergebnisse von Wirtschaftlichkeits- und Machbarkeitsstudie veröffentlicht. Die Kosten für das neue Hotel mit fast doppelt so vielen Zimmern betragen mehr als 15 Millionen Euro.

Die Stadt hat große Pläne für das Hotel Krone. Es soll wieder zum Glanzpunkt am Marktplatz werden, zu einer Premium-Krone. In der Sondersitzung des Stadtrats am Dienstagabend haben Hotelexperten und Architekten einen ersten Entwurf vorgestellt, wie das Hotel nach der Sanierung und einem Teilneubau 2023 aussehen könnte: Es soll ein deutlich größerer Komplex mit knapp 50 Zimmern entstehen.

Anstelle des Müller-Stadels hinter dem Rathaus soll ein mehrstöckiges Gebäude gebaut werden, in dem einige Zimmer und die öffentlichen Toiletten der Stadt untergebracht werden könnten. Im Untergeschoss sind eine große Küche und ein Lager vorgesehen, sodass das Restaurant vergrößert werden kann, weil es dort statt der Küche nur noch eine Ausgabestelle geben soll. Die Stadtmauer könnte nach den Plänen sogar im Neubau integriert werden.

Das Gebäude zwischen Kronensaal und dem Restaurantgebäude an der Schloßstraße soll ebenfalls ersetzt werden. Wie Architektin Beate Kümmel (Heisler Architekten aus Ulm) in der Sitzung sagte, soll der Hoteleingang offen und groß gestaltet werden, sodass er sofort ins Auge sticht. Krone, Kronensaal und Stadtmauer werden denkmalgerecht hergerichtet.

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Die Sanierungskosten werden auf 15 Millionen Euro geschätzt

Entscheidet sich die Stadt für die Sanierung und den Teilneubau, wird es auch weiterhin einen Biergarten und den Ritterkeller geben. Neben den Mittelklasse-Zimmern im Drei- bis Vier-Sterne-Bereich soll ein Tagungsraum entstehen.

In den ersten Planungen wurden die Kosten der Sanierung auf rund 15,3 Millionen Euro geschätzt, netto allerdings. Die Brutto-Kosten, die die Stadt laut Kämmerin Birgit Mayer aber voraussichtlich nicht komplett zahlen muss, weil sie dann als Hotel-Betreiber vorsteuerabzugsfähig wäre, lägen bei 18,3 Millionen Euro. Der Grunderwerb ist in diesen Kosten Bürgermeisterin Petra Wagner zufolge noch nicht inbegriffen.

Wie hoch die Finanzierungslücke der Stadt ist, also der tatsächliche Eigenanteil, steht bislang noch nicht fest. Wie Wagner sagte, werde in verschiedenen Bereichen geprüft, welche zusätzlichen Förderungen möglich seien.

Die Stadt hat die Machbarkeitsstudie im Zuge der Bewerbung für das Bundesprogramm Nationale Projekte des Städtebaus in Auftrag gegeben. Oettingen hat den Zuschlag bekommen und kann bei der Umsetzung des besonderen Sanierungskonzepts mit einer Förderung von fast zehn Millionen Euro planen.

Die Innenausstattung der Zimmer kommt noch dazu

Bei der Bewerbung ist die Stadt von Sanierungskosten in Höhe von rund 12,5 Millionen Euro ausgegangen. Die Kostensteigerung hänge vor allem mit der Vergrößerung des Hotels aus Wirtschaftlichkeitsgründen zusammen, sagte Gunter Wild von der Städtebau-Kommunalberatung. Er nannte weitere Gründe wie die vollständige Unterkellerung von Müller-Stadel und Krone. Außerdem liege der Schädigungsgrad der tragenden Bauteile bei 60 Prozent und nicht bei 40 bis 50, wie zunächst angenommen.

Nach der Vorstellung des Projekts stellten die Stadträte den Planern einige Fragen. Robin Bhattacharyya (SPD) wollte wissen, ob in dem Preis auch die Innenausstattung inbegriffen sei. Hotelexperte Adnan Azrak verneinte dies und sagte, dass pro Zimmer bis zu 12000 Euro für die Einrichtung aufgewandt werden müssen – insgesamt rund 500000 Euro würden deshalb wohl noch dazukommen.

Erwin Taglieber (CSU/FWG) hielt das Hotel-Konzept für schlüssig und die Wirtschaftlichkeit für überzeugend. Er wollte aber wissen, wie hoch das Risiko für Kostensteigerungen sei. Der Ulmer Architekt Wolfgang Heisler erklärte dem Gremium, dass in der Planung immer vom kostspieligeren Risiko ausgegangen worden sei. Adnan Azrak sagte, dass das Projekt gute Chance habe, sich zu etablieren. Und: „Wir kalkulieren vorsichtig.“

Georg Wiedemann (SPD) fragte nach, ob ein Wellness-Bereich eingeplant sei, was Azrak verneinte. Der Ertrag sei zu gering und die sehr hohen Kosten nur mit Behandlungen finanzierbar.

Seebauer wird sich wohl nicht als Betreiber bewerben

Fabian Schäff hakte wegen der Stadtmauer nach, wie es denkmalrechtlich vereinbar sei, Fenster in die Stadtmauer zu bauen. Markus Weis vom Landesamt für Denkmalpflege schilderte, dass die Details noch geklärt werden müssten und es hier einen Kompromiss mit langen Fensterschlitzen geben könnte.

Bernhard Raab (SLO) äußerte Bedenken über die Größe des Projekts. Azrak erklärte ihm, dass weniger Umsatz generiert werden könne, sollte lediglich der Bestand saniert und das Hotel somit kleiner werden.

Reinhold Bittner (CSU/FWG) ließ sich schließlich erklären, dass der Kronensaal besser gedämmt werden soll, um den Schimmelbefall in den Griff zu bekommen und dass es von Seiten der Stadt nicht nötig sei, eine Betreibergesellschaft zu gründen.

Kronenbesitzer Harald Seebauer verfolgte neben vielen Bürgern die Sitzung. Auf Nachfrage sagte er, dass er sich wohl nicht als Betreiber der neuen Krone bewerben werde.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar von Verena Mörzl: Projekt ist mit hohem Risiko verbunden

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