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Nördligen

25.10.2020

Rieser Sternenfreunde: Warum der Mars ein widriger Ort für Leben ist

Der Mars, aufgenommen vom «Hubble»-Weltraumteleskop.
Bild: EPA/NASA /HUBBLE/dpa

Plus Wer aktuell in den Nachthimmel blickt, hat gute Sicht auf den Mars. Warum das so ist, erklären die Rieser Sternfreunde.

Die Möglichkeit von Leben auf dem Roten Planeten beschäftigt die Menschen schon lange. Im 17. und 18. Jahrhundert dachten Philosophen und Theologen offen über Marsmenschen, Venusianer und andere außerirdische Wesen nach. Erst, als es auf das 20. Jahrhundert zuging, wurden die Menschen skeptisch bezüglich möglichen Lebens auf anderen Planeten. Sonden, die man zum Mars schickte, fanden keine Anzeichen auf Leben.

1976 ging die NASA die Frage frontal an, indem sie zwei sogenannte „Viking-Sonden“ auf der Mars-Oberfläche landen ließ. Die Roboter waren speziell darauf ausgelegt, nach Leben zu suchen.

Zwischenzeitlich gab es nur noch wenige Menschen, die auf mehr als ein paar Mikroben im Marsboden glaubten. Auch die Daten, die die Sonden zur Erde funkten, schienen den Skeptikern recht zu geben. Die Bodenproben brachten keinerlei Hinweis auf Leben zum Vorschein.

Viele sagten damals, der Mars sei ein toter Planet. Bis zwanzig Jahre nach Viking wurde der Gedanke an Leben auf dem Planeten allgemein als Science-Fiction abgetan. Daran hätte sich auch nichts geändert, wäre es nicht zu einer Reihe erstaunlicher Entdeckungen gekommen, und zwar nicht auf Mars, sondern hier auf der Erde. Diese Entdeckungen ließen das Thema in einem ganz neuen Licht erscheinen.

Der Mars strahtl derzeit am Sternenhimmel

Der Mars macht optisch einiges her. An unserem Nachthimmel strahlt er so prächtig blutrot, dass die Menschen der Antike ihn mit ihrem Kriegsgott identifizierten. Durch ein Fernrohr erkennt man weiße Polkappen und ausgedehnte Flecken. Zuweilen ist der ganze Planet in Staubstürme gehüllt.

Nahaufnahmen von Raumsonden im Marsorbit zeigen, dass die Oberfläche voller Krater und von gigantischen Schluchten und Tälern durchzogen ist. Es erheben sich gigantische Vulkane, der größte, Olympus Mons, ist so groß wie ganz Bayern und fast 30 Kilometer hoch. Das Terrain erinnert an die australische Wüste: mit Geröll übersäter ockerfarbener Boden und Dünen aus feinem Sand, gehüllt in wässrigem Sonnenschein unter einem orangefarbenen Himmel.

Es ist ein widriger Ort für Leben. Die Temperaturen liegen fast durchgehend unter dem Gefrierpunkt und können bis auf minus 140 Grad Celsius sinken. Die Atmosphäre besteht aus Kohlendioxid, mit geringen Spuren von Sauerstoff und Stickstoff, und ist extrem dünn. Mit 7,5 Millibar entspricht der Luftdruck dem auf der Erde in über 35 Kilometern Höhe am Rand des Weltraums. Der Boden ist äußerst rostig und trocken. Der Wind kann Geschwindigkeiten von 650 Kilometern pro Stunde erreichen und der Staub reicht bis zu 50 Kilometer hoch.

Letztlich liegt die Ursache der unfreundlichen Bedingungen auf dem Planeten in seiner geringen Größe. Er ist etwa halb so groß wie die Erde und seine Schwerkraft beträgt 38 Prozent der Erdschwerkraft.

Die dünne Atmosphäre bedeutet auch, dass es keinen Treibhauseffekt geben kann, der den Planeten erwärmen würde. Die Kälte ist umso schlimmer, da der Mars mit einem Bahnradius von durchschnittlich 228 Millionen Kilometern etwa 50 Prozent weiter von der Sonne entfernt ist, als unser blauer Planet.

Sonden erforschen den Mars

In den letzten 25 Jahren sind zahlreiche Sonden zum Mars geschickt worden. Auch in diesem Jahr sind ein paar Raumfahrtgeräte auf den Weg gebracht worden, um auf dem Nachbarplaneten zu landen: Mobile Sonden, sogenannte Rover, orbitale Sonden, die den Mars bis auf das letzte Detail kartografiert haben und Rover wie „Couriosity“ haben unser Wissen erheblich erweitert.

Wer zur Zeit am Nachthimmel ein auffälliges, rötlich erscheinendes Objekt wahrnimmt, sieht den Mars, der kürzlich seine größte Nähe zur Erde hatte. Diese besondere Opposition des Mars zu uns können wir erst wieder 2032 beziehungsweise 2035 beobachten. In einem Teleskop kann man bei klarer Sicht schöne Oberflächendetails erspähen: etwa Vulkane, Canyons und Wüstenregionen.

Mehr Wissen gibt es auf der Internetseite der Rieser Sternenfreunde zu entdecken.

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