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Nördlingen/Donauwörth

08.10.2015

Rufbusse für den Landkreis Donau-Ries

Zusätzlich zum herkömmlichen öffentlichen Nahverkehr, wie etwa den Linienbussen in Nördlingen, soll es ab 2017 im gesamten Landkreis Rufbusse geben. Bürger können dann telefonisch Fahrgelegenheiten anfordern.

Ab 2017 sollen Bürger telefonisch Fahrgelegenheiten zu speziellen Zeiten anfordern können. Nun wurde ein großer Schritt gemacht. Unumstritten ist das Vorhaben jedoch nicht.

Ab 2017 will der Landkreis Donau-Ries im Rahmen seines Nahverkehrsplanes sogenannte Rufbusse anbieten. Dabei handelt es sich um Fahrgelegenheiten für die Bürger außerhalb des regulären Fahrplanes, die telefonisch bei den Busunternehmern angefordert werden können. Einen entsprechenden Beschluss fasste der Wirtschaftsausschuss des Kreistages gegen die Stimmen von Manfred Seel, Nico Ach (beide Grün-Soziale Fraktion) und Ursula Straka (SPD).

Seitens der Landkreisverwaltung wird angestrebt, zunächst über einen Zeitraum von drei Jahren montags bis freitags von 19 bis 23 Uhr und an Samstagen von 15 bis 23 Uhr entsprechende Fahrten vorzusehen. Das Konzept entspricht den Vorstellungen der Verkehrsgemeinschaft Donau-Ries, in der sich bekanntlich die Busunternehmen des Landkreises zusammengeschlossen haben. Bereits im August vergangenen Jahres hatte deren Sprecher Jörg Schwarzer dieses im Ausschuss vorgestellt. Eingebunden werden könnten auch Taxis, beispielsweise als Subunternehmen der Busfirmen.

Dabei ist das Kreisgebiet in die fünf Sektoren Nordries, Südries, Wörnitz, Monheimer Alb, Donau und Lech eingeteilt. Für jeden Sektor sind Fahrtrouten vorgesehen, die nicht deckungsgleich mit den tagsüber verkehrenden Linien sind. Eine Fahrt wird allerdings nur dann stattfinden, wenn sie vorher angefordert wird. Nach Angaben von Veit Meggle, ÖPNV-Verantwortlicher im Landratsamt, soll es ein einfaches Tarifsystem geben. Dieses sehe innerhalb eines Sektors zwei unterschiedliche Tarife vor: einen für kurze Strecken und einen für längere Fahrten.

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Das Vorhaben ist nicht unumstritten. Ursula Straka begründete ihre ablehnende Haltung unter anderem damit, dass die Fortschreibung des Nahverkehrsplanes „nicht in einem Guss“ erfolgt sei. Eigentlich hätte das Rufbusangebot dort gleich miteinfließen müssen, sagte Straka. Jetzt gebe es unterschiedliche Angebote – tagsüber feste Zeiten, am Abend flexible. „In den Abendstunden soll es künftig Fahrten geben, die sich Pendler und Schüler am Tag wünschen würden“, kritisierte Straka.

Nico Ach lehnte den Vorschlag deshalb ab, weil ihn das ganze Konzept nicht überzeuge. Es bestehe die Gefahr, dass dadurch vorhandenen Anbietern Marktanteile durch den künftigen Betreiber der Rufbusse weggenommen würden. Zudem enthielten die Vorschläge keinerlei Aussagen über die finanziellen Aspekte des Projektes. Diese müssten erst geklärt werden, bevor er zustimmen könne, sagte Ach.

Gottfried Hänsel (CSU/AL-JB-Fraktion) sprach hingegen von einem ÖPNV-Angebot für alle, die am gesellschaftliche und kulturellen Leben teilnehmen wollen. „Senioren und Jugendliche profitieren gleichermaßen davon“, zeigte sich Hänsel überzeugt. Außerdem sei es das Projekt für den ländlichen Raum sehr gut geeignet.

Regina Thum-Ziegler (Fraktion Frauen/ÖDP/50plus/Freie Wähler) war daran gelegen, dass endlich ein Rufbuskonzept verabschiedet werde, wenngleich noch verschiedene Fragen zu klären seien. Anton Ferber (PWG) sagte, die beste Lösung wäre gewesen, die Taxiunternehmen auf Bestellung in den Abendstunden fahren zu lassen. Da diese Alternative nicht zustande gekommen sei, bliebe nur das VDR-Konzept übrig.

Alois Schiegg (CSU/AL-JB-Fraktion) bemängelte die fehlende Anbindung des Sektors Lech nach Donauwörth, weil der dort bereits installierte „Lechbus“ nicht in die Kreisstadt fahre. Landrat Stefan Rößle sagte zu, nach einer „sektorübergreifenden Lösung“ zu suchen, damit auch Donauwörth angefarhen werden könne.

Die weiteren Verfahrensschritte würden von der Landkreisverwaltung unternommen, sagte der Landrat. Für die politischen Gremien sei das Thema nun erledigt.

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