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Ries

13.12.2020

So schnell ist das Internet im Ries

Gerade in der Corona-Pandemie hat sich die Bedeutung von schnellem Internet gezeigt.
Bild: Marcus Merk (Symbol)

Plus Kommunen können von einer Förderung für schnelles Internet profitieren – im Ries wird das noch nicht genutzt. Dennoch hat sich in den vergangenen Jahren einiges verbessert.

Ein Leben ohne Internet ist für viele nicht mehr vorstellbar. In Zeiten der Ausgangsbeschränkungen merken nicht nur junge Menschen, welche Bedeutung ein gutes Netz inzwischen bekommen hat. Doch wie weit sind die Kommunen im Ries mit dem Ausbau des schnellen Internets? Seit März gibt es die Bayerische Gigabit-Richtlinie, ein Förderprogramm zum Breitbandausbau. Im gesamten Landkreis ist aber nach Auskunft des Landesamts für Digitalisierung, Breitband und Vermessung, das auch als Vermessungsamt bekannt ist, noch keine einzige Gemeinde in das Förderverfahren eingestiegen.

Ziel der Gigabit-Richtlinie ist es, Gewerbebetriebe mit einem Ein-Gigabit- und Privathaushalte mit einem 200-Megabit-Anschluss zu versorgen. Die Maximalbeträge der Förderung je Kommune liegen zwischen sechs und acht Millionen Euro, das Förderprogramm läuft bis 2025.

Eine Förderung für schnelles Internet auf dem Land liegt im Ries noch brach

Gefördert werden ebenfalls Glasfaseranschlüsse und W-Lan für öffentliche Schulen, Krankenhäuser und Rathäuser im Rahmen der sogenannten Glasfaser/W-Lan-Richtlinie, die bereits im August vergangenen Jahres erlassen wurde.

In der Verwaltungsgemeinschaft Ries hätten bereits alle Gemeinden Beratungsfirmen damit beauftragt, den Einstieg in die Gigabit-Richtlinie zu prüfen. Die entsprechenden Beratungsmittel seien aus Berlin beantragt worden. Dies teilt Moritz Gerstner, Kämmerer der VG Ries, auf Anfrage mit. Zur VG gehören die Gemeinden Forheim, Amerdingen, Hohenaltheim, Mönchsdeggingen, Reimlingen, Ederheim, Alerheim und Deiningen. Wechingen, das ebenfalls zur VG gehört, stecke noch im Altverfahren zum Breitbandausbau. Zudem sind laut Gerstner in allen Kommunen Breitbandmasterpläne vorhanden.

Breitbandausbau soll 2021 Thema in den Gemeinderäten im Ries werden

Andere Verwaltungsgemeinschaften hinken hier hinterher. In der VG Wallerstein etwa sind die Breitbandmasterpläne für die Gemeinden Maihingen und Marktoffingen noch in Bearbeitung, nur für Wallerstein liegt ein solcher schon vor, wie Kämmerer Nico Hoffmann mitteilt. Beratungen zur Gigabit-Richtlinie seien dementsprechend noch nicht beauftragt worden.

Auch in der VG Oettingen existieren laut Dominik Einsele, Mitarbeiter in der Beitragsabteilung, noch keine Breitbandmasterpläne für die Gemeinden Munningen, Megesheim, Hainsfarth, Ehingen und Auhausen. Nur die Stadt Oettingen selbst habe einen solchen bereits. Allerdings haben „fast alle VG-Gemeinden die bisherige Bayerische Breitbandrichtlinie durchlaufen, teilweise sogar mehrmals“, wie Einsele sagt. Das Thema geförderter Breitbandausbau sowie Masterplanerstellung solle Anfang 2021 nochmals in den entsprechenden Gremien aufgegriffen werden.

Seit 2013 sind deutlich mehr Orte in der Region Nördlingen mit schnellem Internet versorgt

Nach Informationen des Vermessungsamtes haben bislang 34 Gemeinden im gesamten Landkreis Donau-Ries von früheren bayerischen Verfahren zur Breitbandförderung mit einer Gesamtfördersumme von knapp 14 Millionen Euro profitiert.

Doch wie ist es derzeit um die Internet-Geschwindigkeiten im Landkreis bestellt? Dem Breitbandatlas des Bundes zufolge sind im Donau-Ries-Kreis 91 Prozent der Haushalte mit schnellem Internet versorgt, das heißt mindestens 30 Megabit pro Sekunde. Zum Vergleich: Ende 2013 betrug die Versorgungsquote mit dieser Geschwindigkeit nur 58 Prozent. Aktuell sind sogar 52 Prozent der Haushalte mit Übertragungsgeschwindigkeiten von mindestens einem Gigabit pro Sekunde erschlossen. Dies geschieht überwiegend mittels Koaxialkabeln aus Kupfer, über welche die Haushalte mit den Verteilerkästen verbunden sind. Zu den größeren Anbietern zählen die Telekom und Vodafone. Nur 4 Prozent der Haushalte sind direkt mit Glasfaserkabel erschlossen, wie das bayerische Vermessungsamt mitteilt.

Bei den Bitraten schneidet der Landkreis im Vergleich zur gesamten Region Augsburg etwas schlechter ab: Dort sind 30 Megabit pro Sekunde für 96 Prozent der Haushalte verfügbar, Geschwindigkeiten von 1 Gigabit pro Sekunde und schneller sogar für 60 Prozent der Haushalte. Bei den Geschwindigkeiten ab 50 Megabit tun sich im Breitbandatlas für das Ries jedoch deutliche Lücken auf: Diese Geschwindigkeiten sind derzeit etwa nur bedingt verfügbar in den Gemeindegebieten Wechingen (vier Prozent der Haushalte), Huisheim (51 Prozent) oder Möttingen (50 Prozent).

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