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Kommunalwahl 2020

17.03.2020

So sieht der neue Oettinger Stadtrat aus

Die Altstadt Oettingens.
Bild: Werner Rensing

Plus Die Sozialdemokraten haben erstmals mehr Sitze im Oettinger Stadtrat als die CSU/FWG, die eigenen Angaben zufolge unter Schock steht. Das sagen die Fraktionsvorsitzenden zum Wahlausgang.

Die CSU und die Freie Wählergemeinschaft in Oettingen müssen nach der Niederlage ihrer Bürgermeisterkandidatin Petra Wagner eine weitere Schlappe hinnehmen: Das Gremium ist nur noch mit sieben Sitzen im Stadtrat vertreten, einem weniger als bisher. 17.248 Stimmen gingen an die Vereinigung. Der aktuelle Fraktionsvorsitzende Thomas Fink sagt, dass die Fraktion unter Schock stehe.

„Warum wir solche gravierenden Verluste eingefahren haben, ist für uns nicht nachvollziehbar.“ Ebenfalls keine Erklärung hat Fink für das Ergebnis des stellvertretenden Landrats Reinhold Bittner. Mit 812 Stimmen schafft er es nicht mehr in den Stadtrat. „Es ist rätselhaft. Er hat seine Arbeit immer sehr gut gemacht“, sagt Fink weiter. Man wolle nun ein paar Tage durchschnaufen und dann Ursachenforschung betreiben.

So sieht der neue Oettinger Stadtrat aus

Man habe gewusst, dass die Wahl kein Zuckerschlecken werde. Thomas Heydecker habe „die Leute mehr motivieren können als wir“ meint Fink. Keine Angaben machte er dazu, ob Petra Wagner als Stadträtin weitermache. „Sie braucht eine gewisse Aus- und Bedenkzeit“, meinte der Fraktionsvorsitzende. Die konstituierende Sitzung sei nach momentanem Stand für den 12. Mai geplant. Die neue Amtsperiode beginnt am 1. Mai. Nach dem neuen Bürgermeister Thomas Heydecker (3372 Stimmen in der Stadtratswahl) hat Wagner von allen gewählten Kandidaten mit 2330 die meisten Stimmen bekommen.

Die Wähler haben entschieden: Diese Kommunalpolitiker sind künftig im Oettinger Stadtrat
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Bildergalerie: So sieht der neue Stadtrat in Oettingen aus
Bild: Izsó, Färber, Mörzl, Bhattacharyya, Krautbauer, SPD Oettingen, Hauber

SPD hat erstmals die meisten Sitze im Oettinger Stadtrat

Während die CSU/FWG ihre Niederlage verdauen muss, feiert die SPD ihren „grandiosen Sieg“, wie es Fraktionsvorsitzender Robin Bhattacharyya formuliert (17549 Stimmen). „Uns wurde großes Vertrauen geschenkt. Wir werden uns äußerst bemühen, dieses Vertrauen nicht zu enttäuschen.“ Bhattacharyya könne sich nicht daran erinnern, dass die SPD in Oettingen schon einmal die Mehrheit im Stadtrat hatte. Er schreibt den Erfolg der Sozialdemokraten den Kandidaten zu, die zur Wahl standen. Die wiederum hätten viel Engagement mitgebracht. „Diese Kandidaten sind zu einem Team zusammengewachsen“, schwärmt Bhattacharyya. „Man konnte sich blind darauf verlassen.“ Neu im Stadtrat für die SPD sind ab Mai 2020 die junge Juristin Rebecca Heller und der pensionierte Mediziner Dr. Karl Lill. Mit beiden könne die SPD ihr Fachwissen im Rat erweitern.

Bernhard Raab, Fraktionsvorsitzender der Stadtteilliste, sieht die Arbeit der Gruppierung bestätigt (8462 Stimmen). Im Vergleich zu 2014 habe die SLO an Stimmen zugelegt. Das Ziel eines vierten Sitzes habe man nicht erreichen können. Statt Karl Kleemann (637 Stimmen) ist nun der SLO-Vorsitzende Martin Löffler (640) in das Gremium gewählt worden. Raab bedauert, dass Kleemann nicht genügend Stimmen bekommen konnte. Er sei aus gesundheitlichen Gründen zu Beginn des Jahres im Wahlkampf ausgefallen. Raab dazu: „Das ist sehr, sehr schade.

Er hat sich vor allem für Lehmingen intensiv eingebracht. Es ist ein Verlust für uns.“ Raab sagte außerdem, dass es für die SLO nun wichtig sei, dass Lehmingen nicht fallen gelassen werde. So schnell wie möglich soll ein neuer Ortssprecher gewählt werden. Zum Ergebnis der CSU/FWG meinte Raab: „Wir haben gemerkt, dass die SPD die ganze Zeit einen Schritt voraus war.“ Der Bürgermeisterwahlkampf habe sich auch auf das Stadtratsergebnis übertragen.

Martin Löffler ist nun Mitglied des Oettinger Stadtrats

Ebenfalls nicht mehr Mitglied des Stadtrats ist Karl Kleemann von der Stadtteilliste (637 Stimmen). Mit einem knappen Vorsprung von drei Stimmen des vorläufigen Endergebnisses hat Martin Löffler mit 640 Stimmen seinen Platz eingenommen. Der Stadtteilliste stehen mit insgesamt 8462 Stimmen wie gehabt drei Sitze zu.

PWG-Fraktionsvorsitzender Rudolf Oesterle zeigt sich enttäuscht über das Wahlergebnis (6419 Stimmen, zwei Sitze). „Wir hätten uns ein Mandat mehr erwartet“, sagt er. Auch weil Mitglieder der Werbegemeinschaft auf der Liste gestanden seien. „Vielleicht ist die PWG zu unscheinbar“, meinte er. Katharina Kaufmann (1110 Stimmen) und Rudolf Oesterle bleiben im Stadtrat. Auch die Aktive Bürgerliste hat einen Sitz im Oettinger Stadtrat, Ludwig Däubler war mit 1151 Stimmen Spitzenkandidat.

Die Aktive Bürgerliste (ABL) hat ebenfalls wieder einen Sitz im Oettinger Stadtrat. Ludwig Däubler wird ihn wieder einnehmen. Er sagte, dass er mit einem Kopf-an-Kopf-Rennen gerechnet habe, nicht aber mit solch einem deutlichen Ausgang. Der Stadtrat sei nun ausgeglichener. "Es war eine gute Wahl der Bürger", meinte Däubler auf RN-Nachfrage.

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