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Wirtschaft

10.12.2018

Sparkasse Dillingen-Nördlingen soll kommen

Bild: Arno Burgi/dpa

Plus Die Kreissparkasse Donau-Ries ist vom Tisch. Die Entscheidung für die Bank aus dem Nachbarlandkreis sei die "drittbeste Lösung", meint Landrat Stefan Rößle.

Post von der Sparkasse könnte so mancher Nördlinger bekommen. Im Briefumschlag: eine neue Bankkarte. Und auf der: ein neuer Name – Sparkasse Dillingen-Nördlingen. Gestern gab Oberbürgermeister Hermann Faul auf einer Pressekonferenz bekannt, dass die Sparkasse Nördlingen mit der Stadt- und Kreissparkasse Dillingen in Fusionsverhandlungen eintreten wolle. Das habe der Verwaltungsrat einstimmig entschieden. Damit ende nicht nur ein Verhandlungsmarathon, nein sogar ein Verhandlungskrimi, urteilte der Donau-Rieser Landrat Stefan Rößle.

Schon seit rund zwei Jahren wird hinter den Kulissen über eine Fusion der Sparkassen Dillingen, Donauwörth-Oettingen und Nördlingen debattiert. In fast allen Bereichen konnte man eine Einigung erzielen – nur bei einer Frage nicht: Wo der handelsrechtliche Sitz der neuen Sparkasse Nordschwaben sein soll. Sowohl die Donauwörther als auch die Dillinger beanspruchten den für sich. Deshalb machten beide den Nördlingern ein Angebot für eine Zweierlösung. Man habe sich für das wirtschaftlichere entschieden, sagte Faul gestern. Und das sei aus dem Nachbarlandkreis gekommen: „Ich bin felsenfest überzeugt, dass wir mit den Dillingern eine gute, vertrauensvolle Lösung erreichen werden.“ Faul betonte, dass es nicht darum gehe, einen politischen Stachel gegen Donauwörth zu setzen. Doch wenn die beste Lösung – die Sparkasse Nordschwaben – nicht zustande komme, müsse man sich für die zweitbeste entscheiden.

Nur die „drittbeste Lösung“

Aus Sicht von Landrat Stefan Rößle wäre die jedoch die Einigung mit den Donauwörthern gewesen – die Fusion mit Dillingen bezeichnete er als „drittbeste Lösung“. Rößle ist zwar Mitglied im fünfköpfigen Verwaltungsrat der Sparkasse Nördlingen, hat dort aber kein Stimmrecht. Die Dillinger seien den Nördlingern sehr weit entgegengekommen, daher könne er die Entscheidung nachvollziehen, wenngleich ihm eine Donau-Rieser Sparkasse besser gefallen würde. Rößle vertritt die Meinung, dass Donauwörth auf den handelsrechtlichen Sitz zugunsten einer nordschwabenweiten Lösung verzichten sollte: „Ich meine, man hätte diese Kröte schlucken müssen. Die Dillinger Sparkasse ist auch die größte.“ Ganz aufgeben will Rößle offensichtlich noch nicht. Heute tagt der Verwaltungsrat der Sparkasse Donauwörth-Oettingen, auch der Landrat sitzt in diesem Gremium – und will sich wieder für eine Dreierlösung einsetzen.

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Neudert: Chance verpasst, die Marke zu leben

Donauwörths Oberbürgermeister Armin Neudert zeigte sich angesichts der Entscheidung aus dem Ries überrascht. „Wir haben wirklich ein gutes Angebot auf den Tisch gelegt und ja nochmals nachgebessert“, so der Vorsitzende des Verwaltungsrates der Sparkasse Donauwörth-Oettingen im Gespräch mit unserer Zeitung. „Dass Nördlingen sich aus wirtschaftlichen Gründen so entscheidet, ist für uns nicht nachvollziehbar.“ Eine landkreisweite Sparkasse wäre in seinen Augen „äußerst sinnvoll“ gewesen und auch ein Beitrag, die Einheit des Landkreises Donau-Ries voranzutreiben. Man habe nun eine Chance verpasst, nicht nur von einer Marke Donauries zu sprechen, sondern diese auch zu leben. Neudert betont, dass die Sparkasse Donauwörth nicht auf eine Fusion angewiesen sei. „Wir bleiben aber weiter offen für Gespräche.“

Dillingens Landrat Leo Schrell dagegen begrüßt die Entscheidung der Nördlinger. Er ist optimistisch, dass die Fusionsverhandlungen erfolgreich zum Abschluss gebracht werden können. Schließlich sei in Sondierungsgesprächen bereits über wesentliche Inhalte eine Einigung erzielt worden. Die neue Sparkasse Dillingen-Nördlingen biete die Chance, die Leistungsfähigkeit für die Kunden nachhaltig zu stärken. Wichtig ist Schrell auch das gesellschaftliche und gemeinnützige Engagement, das ein wesentliches Kernelement des Sparkassenauftrags sei. Weiter teilt der Dillinger Landrat mit, dass „er gerne mit den Verantwortlichen der Sparkasse Donauwörth im Gespräch bleiben“ würde, „um künftige Entwicklungen zu beobachten“.

Neue IBAN-Nummer

Die Dillinger und die Nördlinger wollen jetzt einen Antrag für eine Fusion beim Sparkassenverband stellen. Der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Nördlingen, Wolfgang Winter, kündigte gestern an, dass man in den nächsten drei Monaten ein Fusionskonzept erarbeiten wolle. Darin soll unter anderem geklärt werden, welche Niederlassung für was zuständig ist. Danach gehe es an die technische Fusion. Wenn alles schnell über die Bühne gehe, könnten die Kunden zum 1. Januar 2020 neue Bankkarten erhalten, so Winter. Ob sich die Kontonummern der Nördlinger ändern, müsse noch geprüft werden. Sicher ist: Die Kunden erhalten eine neue IBAN, weil sich die Bankleitzahl ändert. Faul betonte, dass kein Mitarbeiter der Sparkasse Nördlingen entlassen werde. Deren Zahl ist in den vergangenen zehn Jahren deutlich geschrumpft – um 25 Prozent, so Winter.


Einen Hintergrund zum Thema lesen Sie hier: Platzt die Sparkasse Nordschwaben? Den Kommentar von Martina Bachmann gibt es hier: Sparkasse: Dann lieber mit Dillingen

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