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Oettingen

05.07.2020

Südstahl übernimmt Oettinger Firma nach Insolvenz

Die Hallen und das Grundstück der Firma Schwab gehören schon länger der direkt benachbarten Firma Taglieber Holzbau (linker Bildrand). Diese plant dort eine Schreinereierweiterung mit sechs neuen Arbeitsplätzen.
Bild: Matthias Link

Plus Die Firma Schwab meldete Anfang des Jahres Insolvenz an. Der neue Eigentümer spricht bereits über die Pläne nach der Übernahme.

Die Oettinger Firma Schwab Förder- und Lagertechnik ist von der Firma Südstahl aufgekauft worden. Schwab befand sich seit Anfang März in einem Insolvenzverfahren, im Rahmen einer übertragenden Sanierung übernimmt Südstahl den Geschäftsbetrieb. Der Vertrag wurde mit Wirkung zum 10. Juni unterzeichnet, über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Schwab Förder- und Lagertechnik wurde 1933 in Chemnitz gegründet. Seit 1947 befand sich der Hauptsitz des Unternehmens in Oettingen. Die Firma bot individuelle Systemlösungen an, mit denen Waren und Güter platzsparend und flexibel gelagert werden. Dafür entwickelte das Team maßgeschneiderte Lagersysteme. In Oettingen, dem einzigen Standort des Unternehmens zuletzt, waren 24 Mitarbeiter beschäftigt. „Aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage des Betriebes musste den Mitarbeitern im Rahmen des Verfahrens entsprechend der geltenden Fristen gekündigt werden. Drei Mitarbeiter fanden beim Käufer eine Weiterbeschäftigung, einige Mitarbeiter haben bereits eine neue Beschäftigung in anderen Unternehmen gefunden“, so die Insolvenzverwaltung. Ulrich Käuferle, Geschäftsführer von Südstahl, sagt zu den Entlassungen: „Bisher war der Arbeitsmarkt an unseren beiden Standorten von einem erheblichen Fachkräftemangel geprägt. Unglücklicherweise sehen wir uns in der aktuellen Situation dennoch nicht in der Lage, einen größeren Anteil der Belegschaft zu übernehmen. Wir hoffen, dass es bald zu einer Normalisierung der Nachfrage kommen wird, um Gespräche mit weiteren ehemaligen Mitarbeitern aufnehmen zu können.“ Südstahl plant keinen Standort in Oettingen, weshalb dieser geschlossen wird.

Die Oettinger Firma Taglieber Holzbau kaufte Hallen und Grundstück

Die Hallen und das Grundstück der Firma Schwab kaufte die direkt benachbarte Firma Taglieber Holzbau bereits vor zwei Jahren, die Firma Schwab hatte die Hallen zuletzt nur noch gemietet. Geschäftsführer Erwin Taglieber hofft, dass bis Ende des Jahres die Hallen leergeräumt sind. „Wir wollen die Hallen für eine Schreinereierweiterung nutzen und als Lagerfläche für den Holzbau“, sagt Taglieber. Dabei plane er auch, sechs neue Arbeitsplätze zu schaffen.

Südstahl übernimmt Oettinger Firma nach Insolvenz

Die restlichen Güter der Firma Schwab – außer dem Grundstück und den Hallen – übernahm nun Südstahl. Georg Jakob Stemshorn, ein Sanierungsexperte der Pluta Rechtsanwalts GmbH, war vom Amtsgericht Nördlingen zum Insolvenzverwalter bestellt worden. Er war zuvor bereits als vorläufiger Verwalter tätig und sagt zu der Nachfolgelösung: „Zusammen mit meinem Team führte ich mehrere Gespräche mit Interessenten. Die nun getroffene Vereinbarung ist nach intensiver Prüfung das bestmögliche Ergebnis für das Unternehmen und die Gläubiger.“ Grund für die Insolvenz seien Liquiditätsschwierigkeiten gewesen, einen Zusammenhang mit der Corona-Pandemie habe es nicht gegeben. Ulrich Käuferle von Südstahl sagt zum Unternehmenskauf: „Mit der Übernahme tätigen wir eine Investition in die Zukunft. Mit dem nun gebündelten Know-how werden wir unser Unternehmen weiterentwickeln und unsere Marktposition stärken.“ Die strategische Entscheidung, ein eigenes Produkt anzubieten, habe das Unternehmen bereits vor rund zwei Jahren getroffen und seither mehrfach Angebote geprüft, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Nun habe sich für Südstahl eine ideale Chance geboten, die innovative Systemlösung von Schwab zu erwerben. „Die gesamte Produktpalette der Firma Schwab Förder- und Lagertechnik kann mit dem Maschinenpark von Südstahl hergestellt werden: es handelt sich um Lagersysteme wie Paternoster, Roll-aus-Regale, Förderanlagen und Schneidemaschinen. In den kommenden Monaten wird sich zeigen, ob Produkte eingestellt werden müssen, etwa weil diese vom Markt nicht mehr nachgefragt werden“, so Ulrich Käuferle.

Südstahl beschäftigt 120 Mitarbeiter

Das mittelständische Unternehmen Südstahl ist Spezialist für die Verarbeitung von Stahl und Lieferant für den Anlagen-, Maschinen-, Werkzeug- und Vorrichtungsbau. Zum Kundenkreis zählen rund 400 kleinere und mittelständische Unternehmen der Region. 1946 gegründet, beschäftigt Südstahl heute an seinen beiden Standorten Mertingen und Aindling 120 Mitarbeiter. (mit pm)

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