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Wahl in Oettingen

20.02.2020

Thomas Heydecker: Ein Steuermann für Oettingen

Thomas Heydecker arbeitet beruflich als Controller und sieht sich deshalb in der Rolle des Steuermanns – wie er meint, lässt sich dieses Berufsbild gut auf die Arbeit als Bürgermeister übertragen.
Bild: Szilvia Izsó

Plus Thomas Heydecker (33) tritt als Bürgermeisterkandidat für die Kommunalwahl in Oettingen an. Er arbeitet beruflich als Controller und sieht sich deshalb in der Rolle des Steuermanns. Der Kandidat im Porträt.

Was planbar ist, überlässt Thomas Heydecker nicht dem Zufall. Nicht in seiner Wahlkampforganisation, nicht in den Wahlversammlungen und schon gar nicht auf dem Podium. Der Oettinger SPD-Bürgermeisterkandidat ist in der Stadt nicht mehr nur ein Name. Viele Bürger haben den 33-jährigen Controller inzwischen kennengelernt, bei den Hausbesuchen oder eben bei den Wahlversammlungen in Oettingen und in den Stadtteilen. Sie kennen sein Gesicht spätestens, seitdem die Wahlplakate hängen.

Deshalb tritt Thomas Heydecker als Bürgermeisterkandidat für Oettingen an

Heydecker will seinen Wählern ein möglichst vielschichtiges Bild von sich vermitteln. Dazu hat er für jeden Auftritt sein fast vollendetes Rezept. Heydecker verwendet gern Zitate und Metaphern. Anekdoten aus seiner Jugend oder Kindheit sollen Vertrautheit erzeugen und seine Ideen für die Stadt Weitblick signalisieren. Bei einer Wahlversammlung in Niederhofen im Januar zitiert er nach seiner Begrüßung Loriot – die erfrischende Note im Rezept, wenn man so will: „Der beste Platz für Politiker ist das Wahlplakat. Dort ist er tragbar, geräuschlos und leicht zu entfernen.“

Er lässt die beiden Sätze kurz wirken, bevor er von einer Wahlkampf-Erfahrung berichtet. Er erzählt den Niederhofenern, dass die Stadtteile eine Unbekannte für ihn gewesen seien. Und dass ihm eine unliebsame Begegnung während der Hausbesuche signalisierte, dass er mit Gegenwind zu rechnen hat. „Wenn du so bisch, wie dei Vadder, dann kannsch gleich wieder verschwinden“, soll ein Mann von einem Traktor gerufen haben. Die Gespräche an den Haustüren, so erzählt Heydecker weiter, seien dann jedoch allesamt gut gewesen. Die Begrüßung des Traktorfahrers, so hofft er, eine rare Ausnahme.

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Sohn von Elisabeth und Hermann Laznicka - in Oettingen aufgewachsen

Thomas Heydecker ist der Sohn von Elisabeth und Hermann Laznicka, letzterer war vor Günther Schwab Geschäftsstellenleiter der Verwaltungsgemeinschaft Oettingen. Heydecker ist in Oettingen aufgewachsen, spielte in Lehmingen Fußball, kickte später bei der AH in Niederhofen mit und läuft für den TSV Oettingen. Für Heydecker ist es wichtig, sich in der Gesellschaft zu engagieren. So setzt er sich beispielsweise in der Diakonie ein, wo seine Frau Lisa arbeitet, beim inklusiven Lauftreff. Sich als echten Oettinger zu bezeichnen gilt im Wahlkampfrezept als eine seiner Hauptzutaten.

Heydecker studierte in Würzburg Volkswirtschaft und machte seinen Master in Betriebswirtschaft. Jetzt arbeitet er als Controller, einem Beruf, in dem viel mit dem Bürgermeisteramt vergleichbar sei, wie er sagt. Er müsse sich schnell in neue Gebiete einarbeiten, sich schnell eine Meinung bilden. Würde man den Geschäftsführer einer Firma als Kapitän bezeichnen, so könnte man ihn in der Rolle des Controllers einen „Steuermann“ nennen. Heydeckers Vergleich soll seine Qualifikation für das Bürgermeisteramt trotz seines jungen Alters noch einmal unterstreichen. Er zeigt sich zuversichtlich.

Die Oettinger SPD hat Thomas Heydecker für die Bürgermeisterwahl 2020 einstimmig nominiert. Der 33-Jährige tritt gegen Amtsinhaberin Petra Wagner an.
Bild: Bernd Schied

Und wie es sich für einen Ökonomen gehört, hat Heydecker für seine Heimatstadt auch ein Modell ausgearbeitet: „Das Zukunftshaus für Oettingen“. Stehen soll es auf dem Fundament „Transparenz und Bürgerbeteiligung“. Die vier Säulen seien Wirtschaft, soziales Miteinander, Ökologie und Wohnraum und müssen laut Heydecker ausgeglichen sein, „sonst steht das Haus in Schieflage“, führt er im Gemeindehaus in Niederhofen aus. Heydeckers Oettingen-Modell steht schließlich unter dem Dach von zwei in der Politik gern verwendeten Floskeln: „Attraktiv in der Gegenwart – Fit für die Zukunft“. Letztendlich vielleicht eine Zutat zu viel.

Nach seinen Ausführungen stellen sich in Niederhofen Kreis- und Stadträte vor. Der 33-jährige Heydecker ist sichtlich erleichtert, als er sich endlich setzen kann. Schon seit Tagen versucht ihn eine Erkältung auszubremsen. Er will sich das jedoch nicht anmerken lassen. Bleibt freundlich, versucht dynamisch zu wirken. Als Steuermann für Oettingen muss er Haltung zeigen, zäh und ausdauernd sein – bei Wind und Wetter.

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