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Justiz

29.10.2019

Unfall in Schmähingen: Rücksichtslos Menschen gefährdet

Ein betrunkener Autofahrer hat im Frühjahr erheblichen Schaden in Schmähingen angerichtet.
Bild: dpa

Plus Nach Überholmanövern überrollt ein Rieser ein Schild, eine Laterne und einen Zaun. So endet die Alkoholfahrt

Diese Alkoholfahrt an einem Freitagnachmittag im Ries hätte schlimm enden können. Mit etwa 1,6 Promille hatte sich ein Rieser hinter das Steuer seines Autos gesetzt. Er überholte zwischen Reimlingen und Schmähingen einen Motorradfahrer so knapp, dass dieser beinahe von seiner Maschine fiel. Danach wollte er schnellstmöglich an dem anderen Auto vor ihm vorbei. Doch er verlor während des Überholvorgangs die Kontrolle und kam nach links von der Fahrbahn ab. Er überrollte im Ort ein Straßenschild und eine Laterne, fuhr über einen Gartenzaun und beschädigte eine Hauswand, an der er letztlich zum Stehen kam. Anschließend fuhr er einfach weiter.

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Unfall Ende Mai: Zunächst flüchtet der Mann vom Unfallort

Die Polizei berichtete Anfang Juni über den Unfall. Erst nach einer weiteren Dorfrunde sei der Mann zur Unfallstelle zurückgekehrt, hieß es. Polizeibeamte stellten schließlich den Führerschein des 35-Jährigen sicher, Ende August erreichte ihn ein Strafbefehl. Ein Richter verhängte eine Geldstrafe in Höhe von 4400 Euro. Der rücksichtslose und betrunkene Fahrer wollte das aber nicht zahlen und war auch nicht mit der Länge des Fahrerlaubnisentzugs einverstanden. Er nahm sich einen Anwalt.

Wegen dieses Einspruchs fand am Dienstagmorgen ein Prozess gegen den Mann statt. Doch der kommt nicht ans Nördlinger Amtsgericht. Sein Verteidiger, der Rechtsanwalt Bernd Hegendörfer, weiß nicht, warum sein Mandant der Verhandlung fern bleibt. Er habe den Rieser letztlich einmal gesehen. Bei diesem Treffen habe Hegendörfer eine Vollmacht erhalten. Das Strafbefehlsverfahren kann also auch ohne den Verkehrssünder starten. Es geht hauptsächlich um das Strafmaß. Die Taten (fahrlässige Gefährdung des Straßenverkehrs und Fahrerflucht) an sich räume sein Mandant ein, sagt Hegendörfer.

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Das Gericht weicht nur minimal vom Strafbefehl ab

Im Strafbefehl des Amtsgerichts ist neben der Geldstrafe auch der Entzug der Fahrerlaubnis vorgesehen. Der 35-Jährige muss also seinen Führerschein neu beantragen und das Landratsamt darf (mit Berücksichtigung der Medizinisch-Psychologischen Untersuchung, kurz MPU) vor Ablauf einer Frist von 16 Monaten keinen neuen ausstellen. Hegendörfer beantragt in seinem Plädoyer eine geringere Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu 40 Euro und er will die Dauer des Entzugs der Fahrerlaubnis verkürzen.

Staatsanwalt Johannes Pausch folgt dem Strafbefehl des Amtsgerichts. Das Geständnis und keine Eintragungen im Bundeszentralregister seien zugunsten des Angeklagten zu sehen. Zu seinen Lasten legt der Staatsanwalt allerdings die verschiedenen Straftaten und die nicht unerhebliche Menge an Alkohol im Blut aus.

Richterin Katrin Wegele weicht bei der Geldbuße vom Strafbefehl nicht ab. Der Mann muss 4400 Euro zahlen und die Gerichtskosten tragen. Den Entzug der Fahrerlaubnis verkürzt sie auf zwölf Monate. Das Urteil wird noch im Gerichtssaal rechtskräftig.

Prozesse im Ries

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