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13.06.2018

Unwetter trifft das Nordries

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Der Augraben, hier in Niederhofen, trat an mehreren Stellen über die Ufer. Der Bach war allerdings nicht der Hauptauslöser der Überschwemmungen in dem Ort.
Bild: Szilvia Izsó

In Niederhofen laufen nach heftigen Schauern zahlreiche Keller voll, der Augraben tritt an mehreren Stellen über die Ufer. Auch die B466 muss gesperrt werden.

Zäher brauner Schlamm überzieht die Niederhofener Hauptstraße. Wer nicht aufpasst, kann auf der glitschigen Masse schnell den Halt verlieren – oder bis zum Knöchel darin versinken. Zwei kurze aber heftige Wolkenbrüche haben das Dorf im Chaos versinken lassen – schon wieder.

Bereits am Samstag hatten die starken Regengüsse zahlreiche Keller in Niederhofen zum Vollaufen gebracht, die Brücke über den Augraben wurde von den Wassermassen verschlungen. Das ganze Wochenende waren die Feuerwehr und Helfer aus dem Dorf im Einsatz, hatten Gräben ausgebaggert und den Schlamm beseitigt, erzählt Ortssprecher Bernhard Raab. Doch gestern kam das Wasser erneut.

Gegen 12.45 Uhr schüttete es zum ersten Mal. Wie lange, weiß Angelika Grau nicht mehr. Das Wasser sei den Hügel von Osten her hinuntergeflossen und über die Mauer geschwappt, die sie und ihr Mann im Garten errichtet haben, um genau dies zu verhindern. Doch die Flut war einfach zu stark. Das ganze Anwesen der Graus steht unter Wasser – schon wieder. Zum fünften Mal seit dem Historischen Markt sei die Feuerwehr bereits auf ihrem Grundstück im Einsatz und pumpe Halle und Garage aus, erzählt Grau. „Jedes Mal, wenn es zu regnen beginnt, bangt man...“, sagt sie und zuckt mit den Schultern, ehe sie sich ihre Schaufel schnappt und sich wieder dem Schlamm in ihrer Einfahrt widmet.

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Schuld daran, dass zahlreiche Keller in Niederhofen überflutet wurden, ist dabei nicht einmal der Augraben, der schon häufig für ein Hochwasser sorgte. „Niederhofen liegt quasi in einem Talkessel“, erklärt der Ortssprecher. „In den Feldern rings herum haben sich in den vergangenen Wochen Gräben und Rinnen gebildet.“ Wenn es nun stark regne, laufe das Wasser die Hügel hinab direkt ins Dorf und transportiere auch noch eine Menge Schlamm mit.

Dieses Phänomen wird an der Ortsverbindungsstraße in Richtung Lohe deutlich. Die Pflanzen in den Feldern wurden vom Regen regelrecht zu Boden gedrückt, die angrenzenden Straßen sind von Schlamm und Wasser bedeckt. So schlimm habe es die Niederhofener zuletzt vor 20 Jahren getroffen, erzählt Bernhard Raab und lässt seinen Blick durchs Dorf schweifen. „So schlimm hab ich es selber noch nie erlebt.“

Getroffen hat es diesmal auch das Haus von Familie Miller. Von den bisherigen Überschwemmungen seien sie verschont geblieben, doch diesmal stehe die Werkstatt meterhoch unter Wasser, sagt Diana Miller. Auch der Keller sei bis zu den Knöcheln überflutet.

Ein Nachbar schüttelt nur den Kopf darüber, dass es nun schon wieder das Dorf getroffen habe. 60 Liter auf den Quadratmeter habe es in seinem Garten geregnet, erzählt der Mann. Er konnte zu diesem Zeitpunkt nicht ahnen, dass es noch mehr werden sollte.

Am späten Nachmittag fängt es erneut an zu regnen. Die Helfer hatten die Straßen gerade weitestgehend von Schlamm und Wasser befreit, als die Fluten erneut von Osten her ins Dorf kommen. Mit Behelfsmäßig errichteten Sperren versuchen die Einsatzkräfte, zumindest einen Teil des Wassers vom Dorf abzuhalten. „Die Pumpen laufen schon wieder, aber wir haben die Lage einigermaßen unter Kontrolle“, sagt Bernhard Raab am Abend. Wenn der Regen noch länger anhalte, könne es jedoch eine „dramatische Nacht“ werden.

Einige Hausbesitzer in Oettingen und Hainsfarth wurden ebenfalls Opfer von Überschwemmungen, teilte Kreisbrandinspektor Thomas Fink mit, der Augraben sei am Abend „bis zum Rand gefüllt“ gewesen. An mehreren Stellen war der Bach über die Ufer getreten. Auch die Polizei war im Einsatz. Die Bundesstraße 466 war bei Dürrenzimmern und Nittingen überflutet und wurde gesperrt. Ein Auto musste abgeschleppt werden, weil es in das zu tiefe Wasser auf der Straße eingefahren war.

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