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Nördlingen

25.01.2021

Warum sich die Unfallzahlen im Ries trotz Glätte beinahe halbiert haben

Die Straßen im Ries sind aufgrund des Schneefalls glatt.
Foto: Wolfgang Widemann (Symbolbild)

Plus Es schneit. Der Winter lässt sich im Ries also doch noch einmal blicken. Trotz Glätte registriert die Polizei deutlich weniger Verkehrsunfälle als im Vorjahr. Woran das liegt.

Wer dieser Tage einen Spaziergang im Ries unternimmt, sieht schneebedeckte Häuser, Türme, Straßen und Hügel. Dicke Flocken tauchen die Landschaft in zartes Weiß. Gemütlich, könnte sagen, wer das Getümmel zu Hause, im Warmen, verfolgt. Für andere gehen mit dem Schneefall eine Menge Arbeit und teils auch Gefahren einher. Die Nördlinger Polizei hat in diesem Zusammenhang eine erstaunliche Entwicklung festgestellt.

Drei Grad unter Null. Diese Temperatur zeigte das Thermometer am Montagmorgen in Nördlingen an. Für Manfred Kopf begann der Tag damit früh, nämlich um 3.45 Uhr mit einer Wetterschau. Der Leiter des Nördlinger Stadtbaubetriebshofes kümmert sich gemeinsam mit seinen Mitarbeitern darum, dass die Straßen im Stadtgebiet frei von Schnee bleiben. In diesem Winter, resümiert Kopf, habe es bislang keine Probleme gegeben. „Wir haben noch einen guten Streusalzvorrat.“ Das liegt auch daran, dass der Räumdienst im November – wie zur gleichen Zeit in den zwei Jahren zuvor – keine Einsätze hatte. „Da könnte auch die Klimaveränderung eine Rolle spielen,“ sagt Kopf.

Der Winterdienst kümmert sich um 310 Kilometer Strecke im Landkreis

Genug Streusalz steht auch dem Winterdienst im Donau-Ries-Kreis zur Verfügung. Gerhard Schappin ist der Fachbereichsleiter Tiefbau und für den Winterdienst auf den Kreisstraßen verantwortlich. Die Gesamtlänge der zu räumenden und streuenden Strecke im Landkreis beträgt rund 310 Kilometer. Dafür sind im Bauhof Monheim und Nördlingen insgesamt zehn Räumfahrzeuge mit etwa 30 Mann im Einsatz. Im Gegensatz zur vergangenen Winterperiode, teilt Schappin mit, habe es in diesem Winter wesentlich mehr Räumfahrten gegeben. „Es fällt mehr Schnee, als in den vergangenen Jahren, insbesondere als im Vorjahr.“

Zum Streuen setzt der Landkreis seit dem vergangenen Winter auch Sole (ein Salz-Wasser-Gemisch) ein. So könne der Verbrauch an Streumittel verringert werden, heißt es dazu vonseiten des Landratsamtes. Passend dazu ist vor einigen Monaten ein ungewöhnliches staatliches Pilotprojekt gestartet: Es soll den Einsatz von Gurkenwasser für den Winterdienst erproben. Das salzhaltige Gurkenwasser, eigentlich ein industrielles Abfallprodukt, könnte im Winterdienst anstelle der bisherigen Sole verwendet werden. Sowohl in Nördlingen, als auch im Landratsamt weiß man um diese Möglichkeit. Eingesetzt wird der Sole-Ersatz im Landkreis allerdings bislang noch nicht. Auch, weil aktuell noch passendes Streugerät fehlt.

Im Ries kommt es immer wieder zu witterungsbedingten Unfällen

Trotz Arbeit der Winterdienste kommt es im Ries aktuell immer wieder zu witterungsbedingten Staus und Verkehrsunfällen. Durch die Pandemie sind es jedoch vergleichsweise deutlich weniger als noch im Vorjahr. Seit dem ersten November hat es im Zuständigkeitsbereich der Nördlinger Polizei insgesamt 268 Verkehrsunfälle gegeben. Im Vorjahr waren es im gleichen Zeitraum 410. Polizeichef Walter Beck hat eine einfache Erklärung für diese Entwicklung parat: „Durch die Pandemie sind weniger Menschen auf den Straßen unterwegs. Vor allem in den Nachtstunden.“

Auch für den Nördlinger Ortsverband der DLRG sind die Witterungsverhältnisse bislang nicht zum Problem geworden. Matthias Tegeler, erster Vorsitzender des Vereins, sagt: „Erst, wenn der Katastrophenfall ausgerufen würde, kämen wir zum Einsatz.“ So sei es in den vergangenen Jahren immer wieder vorgekommen, dass die Mitglieder beispielsweise dabei geholfen hatten, Dächer von ihrer Schneelast zu befreien. Das Hauptaugenmerk der DLRG, sagt Tegeler, liege aktuell vornehmlich auf der Wasserrettung und der Bergung von im Eis eingebrochenen Personen. „Da hatten wir in diesem Winter bislang aber auch noch keinen Einsatz. Entweder sind die Menschen sehr vernünftig, oder haben einfach großes Glück.“

So wird das Wetter im Ries

Etwa zwei bis drei Zentimeter Neuschnee in der Region kündigt der Deutsche Wetterdienst (DWD) für Dienstag Nachmittag an. Zudem warnt er vor Schneeverwehungen aufgrund von stürmischer Böen. Auch am Mittwoch soll es dem DWD zufolge noch einmal zeitweise schneien. Danach ist jedoch erst einmal Schluss mit Winterzauber: Für das Wochenende ist Regen angesagt.

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