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23.07.2010

Was diente für Kosmetik, Brotaufstrich und Rechtsprechung?

Die Schafgarbe wächst wild am Wegesrand und ist doch ein ganz besonderes Heilkraut - wenn man davon weiß. Foto: hum
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Die Schafgarbe wächst wild am Wegesrand und ist doch ein ganz besonderes Heilkraut - wenn man davon weiß. Foto: hum
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Nördlingen Der Geopark Ries birgt für jedes Interesse etwas - Geologie, Weltraumkunde, Geschichte und natürlich jede Menge Natur. So gilt auch bei Kräuterpflanzen das Gleiche wie bei Felsformationen oder Resten alter Mauern und Wälle: Je mehr man über die Dinge vor unserer Nase weiß, umso faszinierender wird unser Alltag.

Unter den speziellen Naturführungen greifen wir heute die von Kräuterpädagogin und Geoparkführerin Sandra Salcher heraus, die bei Utzwingen die Geheimnisse am Wegesrand lüftet.

Überraschungen der Linde

Den Anfang macht eine alte Linde, die schon damit überrascht, dass ihre Blätter sehr schmackhaft sind -in Bowle, Dessert, Limo, Likör, Gelee, Kaiserschmarrn, Salat, Suppe, Brotaufstrich. Die Linde bereichert sogar die Kosmetik: Das aus ihrem ätherischen Öl isolierte Farnesol ist ein hervorragendes Deodorant. Linden waren in früheren Zeiten oft der Lebensmittelpunkt als Dorf-, Tanz- oder Gerichtslinde.

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Auf einem Feldweg geht es mit Ries-Panoramablick zu den riestypischen Sommerpflanzen, die je nach Bedarf erklärt werden. So nennt sich die Schafgarbe wegen der Form der Blätter auch "Augenbraue der Venus". Eine Göttin im Namen bedeutet immer, dass die Pflanze bei Frauenleiden hilft, so wurden Tees und Bäder aus der Schafgarbe den Frauen schon von Sebastian Kneipp empfohlen. Übrigens wurde die Schafgarbe früher gelegentlich anstelle von Hopfen zum Bierbrauen verwendet. Als Gewürz ist sie verdauungsförderlich.

Ein klassisches Küchenkraut ist auch der kleine Wiesenknopf oder Pimpinelle. Er enthält viel Vitamin C und die Blätter geben eine schöne essbare Dekoration ab. Der Feldthymian (Quendel) hilft als Tee bei Reiz- und Keuchhusten oder macht als Gewürz fette Speisen leichter verdaulich. Dem Volksglauben nach rührt die Heilkraft des Quendels daher, dass sich die Gottesmutter Maria auf der Flucht nach Ägypten darauf ausgeruht haben soll.

Auf einer speziellen Kinderwanderung geht die Geoparkführerin auf besonders geläufige Pflanzen wie Brennnessel, Löwenzahn oder Spitzwegerich ein. Nach einem Kräutermärchen erläutert sie die Pflanzen kindgerecht für alle Sinne, lässt typische Merkmale bewusst sehen, fühlen und riechen. Geoparkführer sind grundsätzlich auch dazu ausgebildet, Kindern die Besonderheiten des Rieses unterhaltsam nahe zu bringen. (hum)

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