1. Startseite
  2. Lokales (Nördlingen)
  3. Wie entwickelt sich die Ipfmess in Bopfingen?

Volksfest

04.03.2019

Wie entwickelt sich die Ipfmess in Bopfingen?

Fahrgeschäfte, wie das Riesenrad, sollen auch weiterhin zur Ipfmess dazugehören.
Bild: Martin Bauch

Gunter Bühler lädt zur ersten Ideenwerkstatt ins Rathaus ein. Es gibt zahlreiche Vorschläge – zum Beispiel den, einen Ipfmess-Taler einzuführen.

Wie sieht die Ipfmesse in 20 Jahren aus? Wohin gehen die Trends und wie bleibt das beliebte Volksfest in der Region auch weiterhin attraktiv für seine Fans? Diese und andere Fragen greift eine Ideenwerkstatt auf und sucht nach Antworten.

Einen großen Attraktivitätsgewinn hat die Ipfmesse zweifelsohne an ihrem 200. Jubiläumsjahr 2011 erfahren. Damals hat Bopfingen dieses große Ereignis gebührend gefeiert. Änderungen in der Organisation der Ipfmesse und ein attraktives Veranstaltungsprogramm, kombiniert mit einem gelungenen Marketingkonzept, haben das Volksfest weit nach vorne auf der Beliebtheitsskala seiner Besucher und Fans katapultiert. Acht Jahre danach ist das größte Volksfest bei den Menschen in der Region beliebter denn je. Eigentlich ein Grund, sich zufrieden zurückzulehnen und den Dingen ihren freien Lauf zu lassen, oder? „Der Zeittrend macht auch vor einer Ipfmesse nicht halt. Damit das Volksfest weiterhin attraktiv bleibt, müssen wir solche Trends rechtzeitig entdecken und auch eigene Ideen kreieren“, meint Bürgermeister Gunter Bühler.

Bei dem Treffen zur Ipfmess geht es um Qualitätssicherung

Bühlers Ansatz ist einfach. Der Bürgermeister lädt Vertreter von Vereinen und Medien, Bürger, Schausteller und Festwirte zu einer gemeinsamen Ideenwerkstatt ins Rathaus ein. „Sie sind alle in sogenannten Schlüsselpositionen und habe jeweils eine eigene Perspektive auf Veranstaltung“, so Bühler. Tatsächlich geht es bei diesem Treffen nicht darum, noch mehr Menschen auf das Volksfest zu locken sondern um eine Qualitätssicherung „Obwohl man leider auch sagen muss, dass das Interesse der Menschen an der Ipfmesse im Umland mit zunehmender Entfernung nach Bopfingen scheinbar exponentiell nachlässt. Dieses Problem beginnt in meinen Augen schon in Aalen“, meint Gemeinderat Richard Maier, einer von wenigen verbliebenen Mitgliedern des damaligen Ipfmess-Festkomitees von 2011.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Diesen Eindruck teilt auch Bürgermeister Bühler. Vorschlägen wie einem erweiterten Werbekonzept bis hin zum Sonderzug zur Ipfmesse nach Bopfingen steht der Rathauschef unvoreingenommen gegenüber. Allerdings ließen sich alle Ideen in diesem Zusammenhang nicht ohne Weiteres umsetzen. „Ein Ipfmess-Sonderzug hat unbestritten einen großen Charme. Auf der anderen Seite sind es aber die Eisenbahn-Betreibergesellschaften, die hier mitmachen müssen. Das ist schon ein harter Brocken“, meint Bühler, der trotz allem einen Vorstoß in dieser Sache wagen möchte.

Der Ipfmess-Fanclub schlägt einen mobilen Geldautomaten vor

Weitere Ideen sprudeln aus den Beteiligten an der Ideenwerkstatt nur so heraus. Der Ipfmess-Fanclub schlägt vor einen mobilen Geldautomaten auf der Ipfmesse einzurichten. Der Sprecher der Schaustellerbetriebe, Ronald Kenney, möchte die schönsten Ipfmess-Motive, Bilder und Erinnerungen nicht so einfach im Web-Netz verschwinden lassen und regt einen Wettbewerb an. Gesprochen wird über eine eigene Ipfmess-Hymne, ein Abschlussfeuerwerk, Gutscheinhefte und den Ipfmess-Taler, eine eigene Ipfmess-Währung.

Es kommen auch real existierende Probleme auf den Tisch, wie zum Beispiel der chronische Parkplatzmangel während der Ipfmess-Zeit. Extra-Buslinien oder Shuttle Service können da nur bedingt Abhilfe schaffen. Tatsächlich weiß bei diesem Thema keiner, wie man hier den berühmten gordischen Knoten durchschlagen kann. Eine breite Zustimmung findet der Vorschlag, jedes Jahr ein Ipfmessdorf zu küren, welches sich während des Volksfestes nicht nur so nennen sondern sich auch seinem Publikum entsprechend und ansprechend präsentieren darf.

Auch die Illumination des Ipfs, dem Namensgeber der beliebten Messe, wird als interessant empfunden, könnte aber an den immensen Kosten für eine Licht- und Laserinstallation wiederum scheitern. Alle gemachten Vorschläge und Ideen schreibt sich Bürgermeister Bühler auf, um sie zusammen mit seinen zuständigen Mitarbeitern durchzusprechen. Gleichzeitig kündigt Bühler an, eine zweite Ideenwerkstatt einzuberufen, in der es dann vielleicht schon über konkretere Schritte zur „Evolutionierung“ der Ipfmesse geht.

In einem Punkt ist man sich aber schnell einig: Den Charakter eines echten Volksfestes will man auf jeden Fall nicht ändern. „Das ist in etwa so, als ob man im eigenen Wohnzimmer vielleicht mal ein Sofa austauscht, aber auf gar keinen Fall den Charakter des gemütlichen Wohnzimmers verändern möchte“, sagt Bühler. Zu einer guten, volksnahen Ipfmesse gehört daher immer noch das Festzelt, die Bewirtung, die Händlerstände, das große GHV-Ausstellerzelt, die Fahrgeschäfte, die gute Stimmung und auch die Gemütlichkeit.

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren