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Nördlingen

20.08.2020

Wieso sich die Störche im Ries derzeit so auffällig verhalten

Ein Landwirt pflügt sein Feld zwischen Balgheim und der B25. Die Störche suchen hier nach Futter.
Bild: Hans Bergdolt

Plus In Nördlingen und Umgebung sind viele Störche auf Feldern und Hausdächern zu sehen. Aber warum eigentlich?

Sind sind derzeit überall zu sehen. Sie hinterlassen hier und dort weiße Flecken auf Autos oder Hausdächern und sind bei Pflugarbeiten der Landwirte auf den Feldern dabei. Eine Vielzahl an Störchen ist wieder in unserem Landkreis unterwegs. Doch wieso verhalten sich die Flugtiere derzeit so auffällig?

Ganz einfach: Sie fressen sich ein Futterpolster für eine lange Reise an. Kleinere Strochengruppen finden sich nun zu größeren zusammen. Tagsüber sind die Störche auf der Suche nach Essen. Besonders bevorzugt bei den Flugtieren sind frisch gepflügte Felder. Dort fällt es ihnen leicht, Mäuse zu fangen. Das Motorengeräusch des Traktors scheint die Vögel nicht zu stören. Heidi Källner, Storchenexpertin aus Nördlingen, erklärt, dass das Motorengeräusch eine Art Ruf zum Mittagessen sei. Hören die Störche solches, begeben sie sich in ihren Gruppen zu den Feldern. So kann es vorkommen, dass ein Landwirt von bis zu 120 Störchen besucht wird.

Störche sind Frühaufsteher

Abends suchen die Flugtiere hohe Gebäude in den Dörfern und Städten in der Nähe des Feldes auf. Sie bevorzugen eine hoch oben gelegene Schlafgelegenheit, um sich vor anderen Wildtieren in Sicherheit zu bringen. Auf den Dächern verbringen sie ihre Nachtruhe, sammeln Kraft für den nächsten Tag mit Futtersuche und „chillen“, wie es Källner nennt. Am nächsten Morgen ist von den Störchen dann schon nichts mehr zu sehen. Sie sind Frühaufsteher. Einzig die weißen Flächen auf den Hausdächern oder den Autos zeugen vom Dasein der Flugtiere in der Nacht.

Ihre Nachtruhe verbringen die Störche am liebsten auf hohen Gebäuden, wie hier auf dem Kirchenschiff von Sankt Georg in Nördlingen.
Bild: Heidi Källner

„Die Tiere bereiten sich auf die große Reise in den Süden vor“, betont Källner. Strochenliebhaber seien daher aufgerufen, die Tiere bei ihrer Futtersuche nicht zu stören. Zwar scheint ihnen das Motorengeräusch der Traktoren nichts auszumachen. Sie sehen sich jedoch in Gefahr, wenn sich ihnen Fotografen nähern. Während wir die Tiere also mit dem nötigen Abstand betrachten, befinden sie sich in der Vorbereitung für eine große Reise. Sie sammeln Kraft und warten auf Aufwind – Ein aufregendes Spektakel.

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