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Wirtschaft
27.06.2019

Firmen im Landkreis gehen die Lehrlinge aus

Im Landkreis sind momentan noch viele Ausbildungsplätze unbesetzt.
Foto: Symbolbild: Jens Kalaene, dpa

Plus Rund 700 offenen Ausbildungsstellen stehen 265 „unversorgte Bewerber“ gegenüber. Woran das liegt und welche Branchen besonders nach neuen Auszubildenden suchen.

Im Landkreis Donau-Ries bleiben zu Beginn des kommenden Ausbildungsjahres erneut viele Lehrstellen unbesetzt, ein großer Teil davon im Handwerk. Unternehmen sind inzwischen schon glücklich, wenn sie überhaupt Bewerbungen bekommen. Malermeister Thomas Lanzer mit einem eigenen Betrieb in Harburger Stadtteil Heroldingen ist ein Beispiel dafür: „Wir würden sehr gerne ausbilden. Aber es bewirbt sich niemand bei uns – trotz zahlreicher Bemühungen.“ Lanzer will jedoch nicht aufgeben bei der Suche nach Lehrlingen. In naher Zukunft plant er einen Tag der offenen Tür in seinem Betrieb. „Mal sehen, vielleicht tut sich da was“, meint einer. Ob sich die Situation auf dem Ausbildungsmarkt eines Tages wieder verbessere? „Ich kann es nicht einschätzen“, sagt der Malermeister.

Im September startet das neue Ausbildungsjahr und im Landkreis Donau-Ries sind nach Angaben der Donauwörther Arbeitsagentur noch 669 Ausbildungsstellen noch unbesetzt. Demgegenüber stünden 265 sogenannte „unversorgte Bewerber“, also diejenigen, die bis dato noch keine Stelle haben, betont Christine Jung. Oft liege es daran, dass die Bewerber in den Unternehmen „keinen Fuß in die Tür bekommen“, weil die Noten nicht passten oder das persönliche Engagement zu wünschen übrig lasse. Sie könne nur die Empfehlung geben, sich um Praktika zu bemühen, um während dieser Zeit den Verantwortlichen in den Firmen zu zeigen, dass man engagiert sei und aktiv eine Lehrstelle anstrebe, so Jung. Die Agentur stehe bei derartigen Bemühungen mit Hilfsangeboten zur Seite.

Es gebe im Landkreis mittlerweile allerdings auch Unternehmen, die keine Ausbildungsplätze bei der Agentur meldeten. Vor diesem Hintergrund könne man davon ausgehen, dass noch mehr Stellen als die 700 nicht besetzt seien, sagt Jung im Gespräch mit unserer Zeitung. Diese Zahl werde bis zum September wohl auch noch bereinigt. Eines dürfe man bei der Betrachtung der augenblicklichen Situation dennoch nicht vergessen. Zum einen gebe es inzwischen weniger Schüler als früher. Und eine ganze Reihe davon ziehe es vor, weiter zur Schule zu gehen und später ein Studium anzustreben. Diese Jugendlichen stünden dann für eine Ausbildung in den Betrieben nicht zur Verfügung.

Dass es aber nicht überall schlecht mit dem Nachwuchs aussieht, zeigt das Beispiel des Unternehmens Holzbau Taglieber in Oettingen. Nach Angaben der stellvertretenden kaufmännischen Geschäftsführerin Franziska Taglieber hätte ihre Firma derzeit noch keine großen Probleme, Lehrlinge zu rekrutieren. Im neuen Ausbildungsjahr würden beispielsweise acht neue Auszubildende in drei verschiedenen Berufszweigen anfangen. Ob dies auch in Zukunft so bleibe, müsse man sehen. Franziska Taglieber verweist zudem auf eine Aktion von verschiedenen Unternehmern aus dem Landkreis, bei der diese in die Grundschulen vor Ort gehen, um für die unterschiedlichen Berufe und die Vorzüge einer handwerklichen Ausbildung zu werben.

Laut Angaben der Handwerkskammer Schwaben könnten in Nordschwaben zum 1. September noch 70 Ausbildungsplätze im Handwerk besetzt werden. Besonders gesucht seien Jugendliche für das Bauhauptgewerbe, Sanitär- und Heizungstechnik, Schreiner, Elektroniker aber auch Bäckerei, Metzgerei und Konditorei, teilt Pressesprecherin Monika Treutler-Waller auf Anfrage mit. In Handel und Industrie stellt sich die Situation ähnlich dar. Vor allem im Handel, der Hotellerie und der Gastronomie, als auch in der Industrie oder der Logistik seien noch zahlreiche Stellen zu besetzen. Wolfgang Haschner, Leiter des Fachbereichs Ausbildung bei der IHK Schwaben, sagt, dass bei den offenen Ausbildungsstellen für Schüler aller Schularten etwas dabei sei.

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