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Oettingen

30.03.2015

Zank um einen Bau-Auftrag

Erwin Tagliebers Firma erhielt den Auftrag für Zimmer- und Dachdeckerarbeiten am neuen Bauhof. Das sorgte nicht für Streit - nur die Art der Ausschreibung.
Bild: Jochen Aumann

Die Zimmerei eines Stadtrats erhält von der Verwaltung Oettingens den Zuschlag für Arbeiten am neuen Bauhof. Die Art der Ausschreibung sorgt für Streit.

Auf einmal entwickelte sich im Stadtrat von Oettingen dann doch so etwas wie eine Kontroverse. Stadtbaumeister Klaus Obermeyer hatte gerade vorgetragen, welche Firma den Zuschlag für welchen Bauauftrag der Stadt bekommen solle, eine Routineangelegenheit. Die Stadträte winkten die meisten Anträge zum Thema ohne große Diskussion und einstimmig durch, zumal sich die Kosten für viele Bauaufträge niedriger darstellten, als die Stadt ursprünglich geplant hatte.

Der größte Posten dabei: die Sanierung der Königsstraße, die in diesem Jahr beginnen soll und sich bis 2016 erstrecken wird. Der Auftrag für die Kanal- und Wasserleitungsarbeiten sowie für die Breitbandverlegung wurde für knapp 630000 Euro vergeben. Keine Kontroverse bis dahin. Doch als Obermeyer schließlich dazu kam, welche Firma am neuen Bauhof zimmern und dachdecken sollte, verließ Stadtrat Erwin Taglieber von der CSU-Fraktion kurz den Saal. Der Grund: Die Verwaltung wollte der von Taglieber geführten Zimmerei den Zuschlag für den Auftrag geben, der Stadtrat sollte nun darüber abstimmen. Eigentlich keine große Sache, denn die Firma Taglieber hatte das deutlich niedrigste, also für die Stadt beste Angebot für die Arbeiten abgegeben. Die Verwaltung, rechnete Obermeyer vor, habe für die Zimmerarbeiten am neuen Bauhof Kosten in Höhe von 60000 Euro eingeplant. Das Angebot der Firma Taglieber: 45 179 Euro.

Zwar hatte mit der Auftragsvergabe an sich keiner der Stadträte ein Problem, doch einigen schmeckte die Art und Weise der Ausschreibung nicht. Die Stadt Oettingen hatte nämlich eine sogenannte „beschränkte Ausschreibung“ durchgeführt, den Wettbewerb unter möglichen Firmen also eingeschränkt und die Auswahl bereits im Vorfeld begrenzt. Obermeyer begründete das im Stadtrat mit zeitlichen Zwängen bei der Auftragsvergabe und der Tatsache, dass nicht jede Zimmerei das entsprechende Equipment für die Arbeiten habe, um die es gehe.

Die gesamte Baumaßnahme kostet mehr als eine Million Euro

Eine Erklärung, die SPD-Fraktionschef Robin Bhattacharyya fragwürdig fand. Die Auftragsvergabe an sich sei in Ordnung, sagte er. „Aber es ist unglücklich, wenn man im Vorfeld eine Begrenzung bei den Firmen einführt.“ Zumindest alle Oettinger Baufirmen hätten berücksichtigt werden müssen, bemängelte Bhattacharyya.

Es sei ja nicht ungewöhnlich, dass diese sich für einen Bauauftrag auch das technische Equipment besorgten, dass ihnen fehlte. Auch Stadtrat Ludwig Däubler (Aktive Bürgerliste ABL) sah das so. Stadtbaumeister Obermeyer und Bürgermeisterin Petra Wagner ( CSU/PWG) konterten, mit der beschränkten Ausschreibung gute Erfahrungen gemacht zu haben.

Viel Streit gab es am Ende um die Auftragsvergabe auch nicht: Es kam so, wie von der Verwaltung vorgeschlagen. Und auch der Auftrag für die Dachdeckerarbeiten am neuen Bauhof gingen an die Firma Taglieber. Schätzung der Verwaltung in dem Fall: Kosten in Höhe von 70000 Euro. Sechs Firmen hatten daraufhin ein Angebot abgegeben, jenes der Zimmerei Taglieber lag bei 59150 Euro.

Für die gesamte Baumaßnahme, die Gebäude, zwei Salzsilos und Außenanlagen umfasst, sind insgesamt 1,165 Millionen Euro veranschlagt. Das ist vergleichsweise wenig, was auch daran liegt, dass die Bauhof-Mitarbeiter beim Neubau selbst mitarbeiten werden.

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