Newsticker

England führt Maskenpflicht in Geschäften ein
  1. Startseite
  2. Lokales (Nördlingen)
  3. Zauberhafter Hexenkessel

Alte Bastei

01.07.2013

Zauberhafter Hexenkessel

Seit Sonntag ist in der Alten Bastei das Kinderstück „Die kleine Hexe“ zu sehen. Bei der Premiere überzeugten nicht nur die Akteure des Vereins Alt Nördlingen – auch Bühnenbild und Maske verzauberten das Publikum. 
2 Bilder
Seit Sonntag ist in der Alten Bastei das Kinderstück „Die kleine Hexe“ zu sehen. Bei der Premiere überzeugten nicht nur die Akteure des Vereins Alt Nördlingen – auch Bühnenbild und Maske verzauberten das Publikum. 
Bild: Fotohaus Hirsch

Das Kinderstück in Nördlingen fasziniert mit einer frechen und charmanten Inszenierung, die besonders bei der Zauberei aus dem Vollen schöpft

Nördlingen „Verboten ist vieles – aber wenn man sich nicht dabei erwischen lässt?“, fragt die kleine Hexe kess und schleicht sich klammheimlich zur großen Walpurgisnacht auf den Blocksberg. Dass sie dort mit ihren gerade einmal 127 Jahren noch gar nicht sein dürfte, ist ihr dabei ganz egal – wünscht sie sich doch nichts sehnlicher, als einmal mit den anderen Hexen ums Feuer zu tanzen. Doch die Freude währt nicht lang, denn prompt wird sie erwischt ...

Mit „Der kleinen Hexe“ nach dem bekannten Kinderbuch von Otfried Preußler brachten die Regisseurinnen Elfi Wagner und Betty Schneider einen echten Klassiker auf die Bühne. In einer frechen und charmanten Inszenierung überzeugte das Schauspiel-Ensemble des Vereins Alt Nördlingen (VAN). Detailverliebte Kulissen, eingängige Musikstücke und überraschende Effekte verwandelten die Alte Bastei bei der Premiere am Sonntag in einen zauberhaften Hexenkessel.

Aufführung und Bühnenbild passen perfekt zusammen

Zauberhafter Hexenkessel

Dass die Wahl des Kinderstücks in diesem Jahr auf „Die kleine Hexe“ fiel, war kein Zufall: Zu Ehren des bekannten Kinderbuchautors Ottfried Preußler, der im Alter von 90 Jahren im Februar verstorben war, entschied sich der VAN für eines der wohl bekanntesten Werke aus dessen Feder. Ein echter Glücksgriff, wie sich zeigt: Denn die zauberhaft mystische Atmosphäre des Stücks und dessen Inszenierung passen sich hervorragend in die Kulisse der Alten Bastei ein. Nicht zuletzt aufgrund des auffallend detailverliebten Bühnenbilds – gebaut und bemalt auch in diesem Jahr von Marco Leberle, Sabine, Anna und Roland Pusch, sowie Johanna Arndt und deren Teams.

Es zischt, knistert, knallt und blitzt

Umrahmt von der schönen Kulisse und den kunterbunten, ausgefallenen Kostümen von Lotte Ulrich und ihren Helfern schöpfen die beiden Regisseurinnen Wagner und Schneider vor allem dann aus dem Vollen, wenn Zauberei im Spiel ist. Es zischt, knistert, knallt und blitzt auf der Bühne. Und die Funken, die dabei entzündet werden, springen spielend leicht auf das Publikum über. So lässt so mancher Zaubertrick nicht nur die Augen der kleinen Zuschauer überrascht und freudig strahlen.

Vom ersten Moment an kann sich das Publikum hineinversetzen in eine Traumwelt aus Magie und Zauberei. Zu verdanken ist das vor allem den Schauspielern und deren gekonnte Interpretation ihrer Rollen. Auffallend vor allem Jessica Michel als kleine Hexe und Roland Pusch als Rabe Abraxas.

Dass die beiden Hauptdarsteller nicht zum ersten Mal gemeinsam auf der Bühne stehen, ist deutlich zu spüren. Sicher und souverän verleihen sie dem sich gerne neckenden Duo aus Junghexe und vorlautem Federvieh einen witzigen und liebenswürdigen Charakter. Gerade Jessica Michel passt mit ihren kurzen, roten Wuschelhaaren und einem kessen Lächeln auf den Lippen perfekt zur Rolle der neugierigen, frechen und zerstreuten kleinen Hexe.

Auch der Rest des Ensembles überzeugt: Ob Waldhexe oder Feuerhexe, Marktverkäufer oder Holzweib – jede Rolle wird von den Schauspielern perfekt ausgefüllt und dargestellt. Vor allem Anette Mack als fiese und argwöhnische Wetterhexe Muhme Rumpumpel und Axel Schönmüller als böser Revierförster und unglücklich verschnupfter Maroniemann überzeugen. Aber auch die kurzen Tanz- und Gesangsszenen werden von den insgesamt 31 Mitgliedern des Ensembles mitreißend und gekonnt umgesetzt.

Schön ist auch, dass das Publikum immer wieder mit in die Handlungen einbezogen wird. Nicht nur, wenn die wilden Hexen an der Walpurgisnacht von Musik und Nebel begleitet durch die Zuschauerränge schleichen, sondern auch, wenn sich Roland Pusch alias Rabe Abraxas mit kleinen Zwischenfragen an die Zuschauer wendet.

Im Ohr bleibt den Besuchern des 90-minütigen und rundum gelungenen Stücks auch der von Klaus Ortler eigens komponierte und vom gesamten Ensemble gemeinsam gesungene Schlusssong des Stücks: „Drum auf und nieder, hin und her, böse Hexen gibt’s nicht mehr.“

Termine: Die nächsten Vorstellungen des Kinderstücks in der Alten Bastei sind am Samstag und Sonntag, 6. und 7. Juli, jeweils um 17 Uhr.

Bei uns im Internet

finden Sie eine Bildergalerie unter

www.rieser-nachrichten.de/bilder

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren