Dillingen

11.11.2011

Zwölf Fragen an Ärzte

Leo Schrell

Landrat sieht Versorgung gefährdet

Dillingen/Kesseltal Ohne ausreichend qualifizierte Haus- und Fachärzte sieht Landrat Leo Schrell im Nachbarlandkreis Dillingen die wohnortnahe medizinische Patientenversorgung in ländlichen Regionen auf Dauer gefährdet. Deshalb müssen nach Meinung des Landrats alle Anstrengungen unternommen werden, den Arztberuf attraktiver zu machen und vor allem die besondere Situation in den ländlichen Regionen bei der Versorgung zu berücksichtigen.

„Es darf letztlich kein Gefälle zwischen Ballungszentren und dem ländlichen Raum mit der Folge einer chronischen Unterversorgung ländlicher Gebiete geben“, so Schrell. Deshalb hat der Landrat den Vorschlag des Vorsitzenden der CSU-Kreistagsfraktion, Johann Popp, aufgegriffen, wegen der teilweise unzureichenden Planungssicherheit einzelner Hausärzte zunächst die derzeitige Situation der ärztlichen Versorgung im Landkreis durch die Landkreisverwaltung detailliert zu analysieren.

108 Mediziner angeschrieben

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Dazu hat der Landrat in den letzten Tagen insgesamt 108 niedergelassene Haus- und Fachärzte im Landkreis angeschrieben und um eine Einschätzung der eigenen beruflichen Perspektive sowie der Nachfolgeregelung gebeten.

In einem zwölf Punkte umfassenden Fragenkatalog bittet der Landrat die Ärzte u. a. um Aussagen zu den Problemen, die sich bei der Suche nach einer geeigneten Nachfolge ergeben, welchen Beitrag die Politik dabei leistet und wie beispielsweise die Attraktivität der Hausarzttätigkeit gesteigert werden könne.

Der Landrat teilt dabei die Befürchtung von Dr. Popp, dass eine Konzentration der Gesundheitsvorsorge zulasten einer wohnortnahen Versorgung eintreten könnte, wenn sich die Suche nach einer qualifizierten Nachfolge insbesondere in den ländlichen Regionen wegen der für die Hausarzttätigkeit ungünstigen Rahmenbedingungen zunehmend schwierig gestaltet.

Wissen möchte der Landrat von den Ärzten zudem, ob sie in Zusammenschlüssen wie Gemeinschaftspraxis, einem Ärztehaus oder einem medizinischen Versorgungszentrum ein Zukunftsmodell sehen. (pm)

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